Prämierung beim Bergmähwiesen-Fest

Auf welchen Wiesen kreucht und fleucht es am meisten?


Vogelsbergkreis. „Inwieweit erfüllt die Wiese ökologische Kriterien, wie hoch ist der Imkerwert und wie steht es um die futterbaulichen Kriterien?“ Eine 15-köpfige Jury fachsimpelt über die Beschaffenheit der Bergmähwiesen im Vogelsbergkreis. Und das aus einem guten Grund: Unter Federführung des Vogelsbergkreises mit seinem Amt für Wirtschaft und den ländlichen Raum und der Kooperation mit der Nachhaltigkeitsinitative von Schwälbchen, Hassia und REWE sowie dem Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg findet die vierte Bergmähwiesen-Meisterschaft statt. Auch der Kreisbauernverband und Naturschutzverbände beteiligen sich an der Meisterschaft.

„Mit den Bergmähwiesen-Meisterschaften im Vogelsberg sollen die Verdienste der Landwirte gewürdigt werden, die es verstehen, mit ihrer Arbeit die Vogelsberger Kulturlandschaft mit den artenreichen Wiesen und Weiden so zu bewirtschaften, dass diese bei einer akzeptablen Futterleistung zugleich eine hohe Artenvielfalt aufweist“, erklärt Joachim Schönfeld aus dem Sachgebiet Landschaftspflege des Vogelsbergkreises.

Die Jury, bestehend aus Experten des Amtes für Wirtschaft und den ländlichen Raum, des Naturschutzgroßprojekts, des Kreisbauernverbandes, von Naturschutzverbänden, Imkern, einem Büro für ökologische Fachplanungen sowie vom Regierungspräsidium Gießen, bereist nun die blüten- und artenreichen Flächen, die es bis in die letzte Runde der Meisterschaft geschafft haben. Die verschiedenen Interessenvertreter werden, jeder aus seinem Blickwinkel, ein Votum abgeben, um so die besten Flächen zu finden.

Ein Teil der Jury
Ein Teil der Jury begutachtet die Beschaffenheit dieser Bergmähwiese.

Bewerben konnten sich landwirtschaftliche Betriebe mit Grünland ab einer Höhenschichtlinie von 350 Metern aus den Großgemeinden Grebenhain, Herbstein, Schotten, Freiensteinau, Ulrichstein; Feldatal, Schwalmtal, Lautertal und Lauterbach. Insgesamt haben Vogelsberger Landwirte 27 ihrer artenreichen Wiesen ins Rennen geschickt. Voraussetzung für die Bewerbung war das Vorkommen von mindestens vier Kennarten, wie zum Beispiel Acker-Witwenblume, Margerite, Hornklee oder Arnika, und eine Größe von mindestens 0,3 Hektar.
Die 27 angemeldeten Wiesen wurden von einem Planungsbüro für eine Vorauswahl nach verschiedenen Kriterien bewertet. „Entscheidend für eine Platzierung ist nicht allein eine hohe Artenvielfalt, sondern auch der Futterwert, der Anteil an unerwünschten Arten, der Narbenschluss und verschiedene ökologische Kriterien sowie der ,Bestäuber“-Wert“, erläutert Schönfeld.

„Gemeinsam werden wir innerhalb der Jury die besten drei Flächen jeweils begutachten, zusätzlich die artenreichste Wiese, die Wiese mit dem besten Futterwert und die Wiese mit dem besten Imkerwert auswählen und die endgültigen Platzierungen festlegen“, so Schönfeld weiter.

Untersuchung einer Bergmähwiese
Die Bergmähwiese wird genau untersucht.

„Durch die Bergmähwiesen-Meisterschaften wird einmal mehr gezeigt, dass Landwirtschaft und Naturschutz zusammengehören können“, legt Kreislandwirt Andreas Kornmann dar.

Die Nachhaltigkeitsinitiative „Nähe ist gut“ stellt 4.000 Euro Preisgelder für die Meisterschaft zur Verfügung.
Die feierliche Siegerprämierung der Plätze 1 bis 3 findet im Rahmen des Bergmähwiesen-Festes am Sonntag, 26. Juni, in Ulrichstein – Feldkrücken auf dem Gebiet unterhalb „Am Melgershain“ an der L 3139 statt.