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Verabschiedung Agnes Baumgardt
Immer offen für neue Aufgaben
Vogelsbergkreis. Wenn die privaten und die beruflichen Interessen so gut zusammenpassen wie beim Agnes Baumgardt, dann kommt da ein richtig guter Job bei raus. So lässt sich – ganz salopp formuliert – das Berufsleben der Schrecksbacherin in wenigen Worten zusammenfassen. Aber natürlich fallen mehr Worte bei ihrer Verabschiedung aus den Diensten der Vogelsberger Kreisverwaltung – lobende Worte, berührende Worte, ehrliche Worte.
Den Anfang macht der Landrat, der zunächst auf den beruflichen Werdegang eingeht. Von Hause aus ist Agnes Baumgardt aus dem Schwalm-Eder-Kreis gelernte Hauswirtschafterin, war als Familienhelferin bei der Landwirtschaftlichen Alterskasse in Kassel tätig, ehe sie in den Dienst des Landes Hessen trat – zunächst als Beratungstechnikerin (Hauswirtschaft) in Ausbildung beim Amt für Landwirtschaft und den ländlichen Raum in Eschwege, dann ab 1983 als Beraterin in Alsfeld. „Seit 1995 sind Sie nun durchgängig in der Agrarförderung tätig – das ist schon bemerkenswert“, betont Landrat Dr. Jens Mischak. „31 Jahre im selben Bereich – das haben wir eher selten hier in der Verwaltung.“ Zumal es im Bereich Förderwesen zahlreiche Herausforderungen gibt. „Ihr Anliegen war es, dass die Betriebe ihre Förderung rechtzeitig bekommen. Das zeichnet das Amt aus: Hier treten die Mitarbeiter nicht als reine Verwalter auf, sondern im Sinne ihres Berufsstandes. Wenn man, wie Sie, aus der Landwirtschaft kommt, hat man dazu den direkten Draht; Sie haben das ganz hervorragend gemacht“, lobt der Landrat.
Und selbst ein hohes Antragsaufkommen oder große Arbeitsvorräte konnten Agnes Baumgardt nicht entmutigen. Mit großem Engagement übernahm sie weitere zusätzliche Aufgaben. Landrat Dr. Mischak nennt zum Beispiel „Bauernhof als Klassenzimmer“ (Beratung und Anerkennung von landwirtschaft¬lichen Betrieben für diese Initiative), „Erzeuger-Verbraucher-Dialog“ und den Wettbewerb „Unser Dorf“. Auch die erste Auflage der Broschüre „Vogelsberg Original“ trägt Baumgardts Handschrift.
Amtsleiter Lorenz Kock geht auf die „eigentliche Profession“ ein: die ländliche Hauswirtschaft. „Heute haben wir Themen wie Adipositas oder Fast Food – dieser Schaden ist entstanden, weil wir nicht auf Menschen wie Dich gehört haben.“ Agnes Baumgardts Professionalität insgesamt „werden wir vermissen“, zeigt sich der Amtsleiter überzeugt und spricht ein Hoch auf die scheidende Mitarbeiterin und die ländliche Hauswirtschaft aus. Seine Stellvertreterin Dorothea Mauß, gleichzeitig die Sachgebietsleiterin im Bereich Agrarförderung, bedankt sich bei der langjährigen Kollegin für deren absolute Loyalität, deren Offenheit, Ehrlichkeit und den großen Einsatz. Nicht zu vergessen – die Bereitschaft für Mehrarbeit und ihre Rolle in der Teamgemeinschaft.
Ulrich Schäfer, der Leiter des Haupt- und Personalamtes, Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Lippert und Hans-Jürgen Röhr für den Personalrat würdigen ebenfalls Baumgardts Engagement in den vergangenen mehr als 40 Jahren für den Vogelsbergkreis. Sie selbst geht mit einem „lachenden und einem weinenden Auge“, wie sie gesteht. Es fällt ihr nicht leicht, Abschied zu nehmen vom Amt nach so langer Zeit mit spannenden Aufgaben und einem guten Miteinander. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Aber: „Alles hat seine Zeit…, sagt Astrid Baumgardt mit Blick auf den Ruhestand. Wobei: Von Ruhe dürfte da wohl kaum die Rede sein bei einer Frau, die voller Pläne steckt – und die reichen vom Fachwerkhaus-Streichen bis zum Englisch-Kurs.
