- Kreisverwaltung
- Bürger-Service
- Digitale Kreisverwaltung
- Anliegen von A-Z
- Ausländer & Integration
- Auto, Verkehr & Mobilität
- Bauen, Wohnen & Umwelt
- Bildung
- Familie, Kinder & Jugend
- Gefahrenabwehr
- Gesundheit & Hygiene
- Kommunales Jobcenter
- Landwirtschaft & Landschaftspflege
- Schulen
- Senioren
- Sicherheit & Ordnung
- Soziale Leistungen / Hilfen
- Tiere & Lebensmittel
- Umwelt & ländlicher Raum
- Ehrenamt, Sport, WIR, Familienbündnis
- Wirtschaft
- Region
Projekt zur politischen Beteiligung
„Unsere Stimme zählt – nicht ohne uns“:
Vogelsbergkreis stärkt Beteiligung von Jugendlichen
Vogelsbergkreis. „Unsere Stimme zählt – nicht ohne uns“: Unter diesem Titel startet im Vogelsbergkreis ein neues Projekt, das Kindern und Jugendlichen mehr Möglichkeiten geben will, sich aktiv in die Kommunalpolitik einzubringen, kündigt Landrat Dr. Jens Mischak am Montag in einer Pressemitteilung an. Der Vogelsbergkreis wurde dafür vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales in die Förderung des Aktionsprogramms „Jugend Macht Politik – Partizipation ermöglichen“ aufgenommen. Das Projekt läuft bis zum 31. Dezember 2028.
„Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie wird aus dem Recht junger Menschen auf Beteiligung echte Mitsprache vor Ort? Denn Kinder und Jugendliche haben das Recht, gehört und bei Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt zu werden“, unterstreicht Landrat Mischak. Grundlage sei unter anderem die 1989 von den Vereinten Nationen verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention, die Deutschland 1992 ratifiziert habe. Auch im hessischen Kommunalrecht sei die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen verankert.
„Unsere Stimme zählt – nicht ohne uns“ verfolgt laut Dr. Mischak drei zentrale Ziele: Politisch Verantwortliche im Vogelsbergkreis sowie in den Städten und Gemeinden sollen über die Beteiligungsrechte junger Menschen informiert und für deren Bedeutung sensibilisiert werden.
Gemeinsam mit Jugendlichen sollen anschließend geeignete Beteiligungsformate entwickelt werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, fertige Lösungen für junge Menschen zu entwickeln. Vielmehr sollen sie selbst formulieren, welche Formen der Beteiligung funktionieren, welche Themen sie bewegen und wie sie ihre Interessen in die kommunalpolitische Diskussion einbringen können.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, exemplarisch für den Vogelsbergkreis und eine interessierte Stadt oder Gemeinde einen Handlungsleitfaden für die Umsetzung von Jugendbeteiligungsrechten zu entwickeln. Die Erfahrungen aus dem Projekt könnten damit auch über die Laufzeit hinaus genutzt werden.
Den offiziellen Auftakt bildet eine Informationsveranstaltung am 9. September um 16.30 Uhr in der Geschwister-Scholl-Schule in Alsfeld. Als Referent konnte Prof. Dr. Philipp Donath, Professor an der University of Labour in Frankfurt am Main und ausgewiesener Experte für Kinder- und Jugendrechte sowie Partizipation, gewonnen werden.
In seinem Vortrag wird er der Frage nachgehen, was die rechtlichen Grundlagen der Kinder- und Jugendbeteiligung konkret für die kommunale Praxis bedeuten. Im Anschluss ist eine Diskussion darüber vorgesehen, welche Konsequenzen sich daraus für die Arbeit im Vogelsbergkreis und in den Städten und Gemeinden ergeben. Dabei sollen auch unterschiedliche kommunale Arbeitsfelder und konkreter Handlungsbedarf in den Blick genommen werden.
Parallel zum Projektstart beginnt eine Befragung zum Thema „Jugendgerechter Sozialraum“. Denn gute Jugendbeteiligung beginnt damit, zuzuhören und die Lebensrealität junger Menschen ernst zu nehmen, betont der Landrat. Daher wird gefragt: Wo fühlen sich Jugendliche in ihrer Kommune wohl? Wo fehlen Treffpunkte, Freizeitangebote oder Möglichkeiten, sich einzubringen? Wie gut sind sie mobil? Welche Themen beschäftigen sie und wo wünschen sie sich mehr Mitsprache? Die Antworten sollen helfen, die Perspektive junger Menschen stärker in die Entwicklung des kommunalen Lebens einzubeziehen.
„Beteiligung bedeutet dabei mehr, als Jugendlichen gelegentlich das Wort zu geben. Ernst gemeinte Beteiligung setzt voraus, dass junge Menschen nachvollziehbar Einfluss auf Entscheidungen nehmen können, die ihr Leben und ihr Umfeld betreffen“, erklärt Dr. Jens Mischak. Dafür brauche es klare Zuständigkeiten, geeignete Beteiligungsformen, ausreichende Ressourcen und den politischen Willen, ihre Perspektiven tatsächlich in Entscheidungen einfließen zu lassen.
„Unsere Stimme zählt – nicht ohne uns“ soll deshalb dazu beitragen, Jugendbeteiligung von einzelnen Projekten zu einer verlässlichen kommunalen Praxis weiterzuentwickeln. Damit werden nicht nur Kinderrechte umgesetzt, sondern zugleich demokratische Teilhabe gestärkt und jungen Menschen Möglichkeiten eröffnet, ihre eigene Lebenswelt aktiv mitzugestalten.
Kinder- und Jugendbeteiligung hat im Vogelsbergkreis übrigens Tradition. Landrat Mischak weist abschließend darauf hin, dass es das Kreisjugendparlament bereits seit 1992 gibt.
