Palliativnetzwerk

Lebensqualität bis zum Ende:


Vogelsbergkreis. Beim Markt der palliativen Möglichkeiten im AWO Sozialzentrum in Lauterbach stellte das Hospiz- und Palliativnetzwerk Vogelsberg eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten vor und begeisterte zu Beginn der Veranstaltung das Publikum mit einem Vortrag der Clowndoktoren e.V.

Der interaktive Vortrag der Clowmndoktorin „Frau Dr. Kümmel“ bezog immer wieder die Zuhörer in dem bis in den Flur hinein besetzten Konferenzraum mit ein. Spielerisch, künstlerisch lenkte sie den Blick auf schwierige Situationen und zeigte an vielen Beispielen wie Clowndoktoring helfen kann, kleinen und großen Patienten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und Situationen aushaltbar machen kann. Die Informationsstände im Foyer des Sozialzentrums boten Möglichkeiten, an die man nicht an erster Stelle denkt, aber ein gemeinsames Ziel haben, die Lebensqualität der Betroffenen und Zugehörigen zu erhalten und zu fördern.

Mitglieder des Palliativteams Vogelsberg und das Kinderpalliativteam Gießen, zuständig für den Regierungsbezirk Gießen und somit auch für den Vogelsbergkreis, standen für Beratung und Gespräche bereit. Ebenso informierten Vertreterinnen der ambulanten Hospizdienste Alsfeld und Lauterbach über ihr ehrenamtliches Angebot von der Lebens- und Sterbebegleitung bis zur Trauerbegleitung. Die Mitarbeiterinnen der Physiotherapie Tina Tonigold zeigten ihre therapeutischen Möglichkeiten bei belastenden Symptomen wie zum Beispiel Atemnot, Schmerzen und Ödemen. Am Informationsstand des Zweithaarstudios Kamm und Schere aus Hünfeld konnte man Perücken betrachten und wichtige Informationen erhalten. Tanja Bohn von der Stiftung Lichtermeer stand für Fragen rund um das „Haus Lichtermeer – Unser AWO Hospiz im Vogelsberg“ zur Verfügung. Ab Herbst 2027 wird man die Möglichkeit haben, im Vogelsberg in ein Hospiz zu gehen.

Abschied so bunt wie das Leben ist das Motto des Ehepaares Zielke vom Bestattungsunternehmen Herrig in Lauterbach. Der Informationsstand bot ein buntes Bild von Möglichkeiten, Bestattungsformen und Orten. Gleich daneben informierte die Betreuungsbehörde des Vogelsbergkreises über Patienten- und Betreuungsverfügungen. Im Atrium des Sozialzentrums hatten Ivana Seger von „Emma hilft“ und ihre zwei Labradorhündinnen Helga und Sissi ausreichend Platz für Gespräche über die positiven Wirkungen von tiergestützter Therapie. Ein besonderes Angebot hatte Benjamin Kurz von KURZBILD in Lauterbach mit einem kostenlosen kleinen Fotoshooting für Menschen und Familien, denen es wichtig ist, gemeinsame Momente festzuhalten – 90 wunderbare Fotos von Menschen am Lebensabend sind entstanden und haben einen besonderen Moment geschaffen und festgehalten.

Bei einem zweiten Vortrag am Veranstaltungsende blieb im Konferenzraum wieder kein Stuhl frei und Zuhörer saßen bis in den Flur hinein, als Dr. Norbert Sehn, Palliativmediziner und Ethikberater im Palliativteam Vogelsberg, zu ethischen Entscheidungen am Lebensende sprach – wie kann ein Konsens gefunden werden, bei schwierigen und unterschiedlichen Sichten auf eine Behandlungssituation.