- Kreisverwaltung
- Bürger-Service
- Digitale Kreisverwaltung
- Anliegen von A-Z
- Ausländer & Integration
- Auto, Verkehr & Mobilität
- Bauen, Wohnen & Umwelt
- Bildung
- Familie, Kinder & Jugend
- Gefahrenabwehr
- Gesundheit & Hygiene
- Kommunales Jobcenter
- Landwirtschaft & Landschaftspflege
- Schulen
- Senioren
- Sicherheit & Ordnung
- Soziale Leistungen / Hilfen
- Tiere & Lebensmittel
- Umwelt & ländlicher Raum
- Ehrenamt, Sport, WIR, Familienbündnis
- Wirtschaft
- Region
KatS-Übung
320 Einsatzkräfte und 80 Fahrzeuge
Vogelsbergkreis. Es war ein ungewohntes Bild, das sich am frühen Samstagmorgen auf den Straßen in Richtung bayerischer Landesgrenze bot. Rund 80 Einsatzfahrzeuge aus dem gesamten Vogelsbergkreis rollten in vier großen Kolonnen gen Süden. Ziel war der Truppenübungsplatz Wildflecken, wo rund 320 ehrenamtliche Kräfte von Feuerwehr, THW, DRK und DLRG eine groß angelegte Übung des Katastrophenschutzes absolvierten.

© Vogelsbergkreis
Auch Teil der Marschübung: Manövrieren im unwegsamen Gelände.
Bereits die Anreise war Teil des Szenarios. Bei einer Kfz-Marschübung trainierten die nach Himmelsrichtungen aufgeteilten Verbände das Fahren in geschlossener Kolonne. Für die Maschinisten bedeutete dies höchste Konzentration, da ein solcher Verband verkehrsrechtlich als ein einziges Fahrzeug gilt und besondere Regeln bei Abständen, Geschwindigkeiten sowie der Funkdisziplin erfordert. Die Verbandsführer hatten im Vorfeld detaillierte Routen und geeignete Haltepunkte für die massiven Fahrzeugschlangen ausgearbeitet. Kreisbrandinspektor Marcell Büttner beobachtete die geordnete Verlegung der Kräfte teils von der Autobahn aus und zeigte sich angetan von der Präzision der Abläufe sowie der Bereitschaft der Ehrenamtlichen, einen gesamten Samstag in die eigene Ausbildung zu investieren.
Auf dem Militärgelände in Unterfranken angekommen, wartete eine intensive Stationsausbildung auf die Teilnehmer. Es ging darum, taktische Gesamtabläufe mit handfestem Training zu verbinden und die organisationsübergreifende Zusammenarbeit unter einer gemeinsamen Einsatzleitung zu festigen. Die Stationen verlangten den Kräften einiges ab. Neben der Fahrerausbildung mit Großfahrzeugen im schweren Gelände standen die Vegetationsbrandbekämpfung sowie der Aufbau von Hochwasserschutzsystemen mittels der Sandsackfüllmaschine des Landkreises auf dem Programm. Besondere Herausforderungen boten die Stationen zur technischen Menschenrettung aus verschütteten Gebäuden sowie aus schwerem Gerät, wofür als besonderes Übungsobjekt ein echter Panzer zur Verfügung stand.
Ein solch komplexer Übungstag lässt sich nur durch ein funktionierendes Netzwerk und breite Unterstützung realisieren. Ein großer Dank der Übungsleitung richtete sich daher an die Verantwortlichen der Bundeswehr für die unkomplizierte Bereitstellung des Geländes und die Begleitung vor Ort. Eine wesentliche Stütze bildete das Technische Hilfswerk (THW), welches das Gelingen der Übung mit zusätzlicher Manpower, wertvoller technischer Expertise und schwerem Gerät absicherte. Ebenso unabdingbar war die Vorarbeit der Mitarbeiter des Amtes für Gefahrenabwehr des Vogelsbergkreises. Gemeinsam mit dem DRK Ortsverband Lauterbach sorgten sie am Samstag zudem für die logistische Kernaufgabe: Die reibungslose Versorgung aller 320 Einsatzkräfte mit einem deftigen Mittagessen vom Grill.

Die Kreisbrandmeiste Tony Michelis (von links). Thomas Stein, und Andreas Leinweber. Sie bildeten die Übungsleitung und blicken auf monatelange Vorplanung zurück.
Möglich sind derartige landesübergreifende Großübungen ohnehin nur durch eine monatelange Vorplanung. Die Übungsleitung, bestehend aus den Kreisbrandmeistern Thomas Stein, Tony Michelis und Andreas Leinweber, hatte gerade in den Tagen unmittelbar vor der Übung ein hohes Pensum absolviert. Maßgeblich unterstützt wurden sie dabei durch Stabsfeldwebel Christian Feibel, der als Übungs-Verbindungsmann der Bundeswehr in der Übungsleitung fungierte und dem ein besonderer Dank der Organisatoren galt.

© Vogelsberg
Ein weiterer oft unsichtbarer, aber entscheidender Baustein lag in der Vorbereitung auf kommunaler Ebene. In der Woche vor dem Übungstag setzten die Leiter der Feuerwehren den kompletten administrativen Ablauf von der Vorwarnung über den Voralarm bis hin zum eigentlichen Alarm-Auftrag realitätsnah um. In ihrer Verantwortung liegt es, präzise zu klären, welches Personal ausrückt, welche Einsatzmittel entsendet werden und wer die Führung des jeweiligen Zuges übernimmt. Im realen Einsatzfall erweitern sich diese Aufgaben noch um dringend notwendige Abstimmungen mit den Arbeitgebern bezüglich der Freistellung von Einsatzkräften sowie die organisatorische Sicherstellung der Erstversorgung für die ersten 24 bis 48 Stunden. Da auch diese komplexen Hintergrundprozesse regelmäßige Übung und Routine erfordern, gebührt den örtlichen Führungskräften ein großer Dank für ihre zielgerichtete Arbeit im Vorfeld.
Die Übung demonstrierte zudem die Struktur des Katastrophenschutz-Konzepts im Vogelsbergkreis. Das System stützt sich auf 19 Brandschutzzüge der kommunalen Feuerwehren, ergänzt durch spezialisierte Gefahrstoff- und Dekontaminationszüge. Zwei Betreuungszüge sowie zwei Sanitätszüge, getragen von den DRK-Kreisverbänden Alsfeld und Lauterbach, dem MHD Herbstein und lokalen Ortsvereinen, stellen die medizinische und logistische Versorgung sicher. Gelenkt wird das Netzwerk durch eine Technische Einsatzleitung und Einheiten für Information und Kommunikation. Wichtig für die Bürger im Vogelsbergkreis: Trotz der massiven Kräftebündelung in Wildflecken blieb der reguläre Grundbrandschutz in allen Städten und Gemeinden des Kreises den gesamten Tag über sichergestellt.
Am Abend zogen die Verantwortlichen eine positive Bilanz. Kreisbrandinspektor Marcell Büttner bedankte sich bei der Übungsleitern und den Stationsleitern, er dankte ebenfalls allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der gesamten Blaulichtfamilie, die sich den gesamten Tag für dieses ehrenamtliche Engagement freinahmen. Kreisbrandmeister Tony Michelis verwies auf das gute Gefühl, wenn nach der langen Planungsphase alle Zahnräder ineinandergreifen und die Handgriffe reibungsloser funktionieren. Thomas Stein unterstrich die optimalen räumlichen Voraussetzungen, die das Militärgelände für Einheiten dieser Größenordnung bietet, und lobte die unkomplizierte Verlegung ins Nachbarbundesland. Den menschlichen Faktor strich Andreas Leinweber heraus. Aus einem anfänglichen Gefühl des Zusammenhalts habe sich im Tagesverlauf ein festes Miteinander entwickelt. Dieses Teambuilding sei für den Katastrophenschutz essenziell, da man im Ernstfall auf bekannte Gesichter treffe und die anstehenden Aufgaben mit Vertrauen angehen könne.
Als sichtbares Zeichen der Anerkennung und zur bleibenden Erinnerung an diesen fordernden Tag erhielten am Ende alle Teilnehmer ein eigens gestaltetes Übungs-Patch. Bereits bei der vergangenen Großübung in Grebenhain hatte sich ein solches Abzeichen als besonderes Präsent erwiesen, das von den Einsatzkräften mit Stolz entgegengenommen wurde. Auch in Wildflecken verfehlte diese kleine Geste ihre Wirkung nicht und symbolisierte greifbar das gemeinsame Erlebnis und den Zusammenhalt.
Gegen 18 Uhr waren alle vier Verbände samt Material wieder sicher an ihren Heimatstandorten im Vogelsbergkreis eingetroffen.

© Vogelsbergkreis
