Exkursion Schafhalter

Traditionsreicher Austausch:


Vogelsbergkreis. Die Kosten der Biotoppflege, die Vermarktung des Roten Höhenviehs, die Regionalmarke „Vogelsberg ORIGINAL“, eine Betriebsbesichtigung und Naturschutzpflegemaßnahmen: Ein stattliches Tagesprogramm wartete bei der länderübergreifenden Fachexkursion zu Schafhaltung und Landschaftspflege rund um Schotten auf die Teilnehmer. In diesem Jahr ist es am Amt für Wirtschaft und den ländlichen Raum sowie dem Schafhalterverein Vogelsberg, die länderübergreifende Exkursion auszurichten. Im jährlichen Wechsel besuchen sich dabei Fachdelegationen aus Thüringen und dem Vogelsbergkreis gegenseitig.

Die Fachexkursion geht auf eine Freundschaft der Familie Schönfeld aus dem Vogelsbergkreis und dem Kreisschäfermeister Bartholomé aus Thüringen zurück. „Und sie ist seit Jahren ein fester Termin im Kalender“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Patrick Krug, der die Gäste aus Thüringen und der Region in Burkhards begrüßte. „Schafhaltung und Landschaftspflege sind bei uns im Vogelsberg und bei unseren Nachbarn in Thüringen nicht nur Brauchtum und Tradition. Denn die Schafhaltung pflegt in beiden Regionen unsere so wichtige Kulturlandschaft“, stellte Patrick Krug klar. Ebenso wie für die Landwirtschaft im Allgemeinen sind auch die Zeiten für die Schafhaltung nicht ganz einfach. „Mit Blick auf die Blauzungenkrankheit oder die Herausforderungen des Herdenschutzes zeigt sich eines: Die Arbeit in und für unsere Kulturlandschaft hält viele Herausforderungen bereit“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete. „Gerade dann bringt der länderübergreifende Austausch wirkliche Vorteile. Der Blick durch die Brille des Nachbarn kann neue Impulse und Ideen bringen, um Tradition, Transformation und Zukunft zu verknüpfen“, merkte Patrick Krug an und wünschte den Teilnehmern eine erfolgreiche Exkursion. 

Lorenz Kock (rechts), Leiter des Amtes für Wirtschaft und den ländlichen Raum, und Philipp Seipel (links), vom Teamvorstand des Schafhalterverein Vogelsberg, begrüßten gemeinsam Reinhard Heintz (zweiter von rechts), Vorsitzender des Hessischen Verbands für Schafzucht und -haltung, und einen der Referenten Felix Rössing vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft in Darmstadt. 
Lorenz Kock (rechts), Leiter des Amtes für Wirtschaft und den ländlichen Raum, und Philipp Seipel (links), vom Teamvorstand des Schafhalterverein Vogelsberg, begrüßten gemeinsam Reinhard Heintz (zweiter von rechts), Vorsitzender des Hessischen Verbands für Schafzucht und -haltung, und einen der Referenten Felix Rössing vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft in Darmstadt.

Am Vormittag war diese im Wesentlichen vom Austausch und drei Vorträgen geprägt. Denn nach einer kurzen Begrüßung durch Christian Merle vom Amt für Wirtschaft und den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises sowie Reinhard Heintz, Vorsitzender des Hessischen Verbands für Schafzucht und -haltung, übernahm Felix Rössing den ersten Vortrag des Vormittags.

Der Fachmann vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft in Darmstadt ging in seinem Vortrag auf die „Kosten der Biotoppflege mit Schafen und Mutterkühen“ ein und thematisierte die Besonderheiten verschiedener Biotoptypen sowie verschiedener Schaf- und Rinderrassen.

Anschließend standen der „Markteintritt für das Vogelsberger Rote Höhenvieh“ und die Frage, ob dies Perspektiven für die Vermarktung eröffnet, auf der Agenda. Thassilo Görgen, Koordinator bei der Ökomodellregion Vogelsberg, übernahm diesen Part.

Mit einem Überblick zur Regionalmarke „Vogelsberg ORIGINAL“ und zur Selbstvermarktung schlossen Lorenz Kock, Leiter des Amts für Wirtschaft und den ländlichen Raum, sowie die Direktvermarkter Sven Feistl und Susanne Wahl von der Burenziegen- und Coburger Fuchsschafzucht in Herbstein das Vormittagsprogramm ab.

Nach der Mittagspause ging es für die Exkursionsteilnehmer an den Breungeshainer Hang unterhalb des Hoherodskopfes. Dort präsentierte Florian Vierheller seine Schäferei sowie seinen neu gebauten Stall. Nach einer Herdenvorstellung mit einem Gang über einige bewirtschaftete Flächen informierte Martha Kindig vom Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg zu einigen Maßnahmen. Sie ging unter anderem auf die Schaftränke am Breungeshainer Hang, die Lupinenbekämpfung und weitere Projekte ein, bevor der offizielle Teil der Exkursion am Nachmittag endete.

Bunte Wolle in einem Korb und eine Broschüre im Hintergrund
Vogelsberg ORIGINAL Produkte der Direktvermarkter Sven Feistl und Susanne Wahl von der Burenziegen- und Coburger Fuchsschafzucht in Herbstein.
Eine Schafherde ist auf einer Wiese vor einer Baumreihe zu sehen.
Eine Schafherde von Felix Vierheller, der seinen Betrieb am Nachmittag der Exkursion präsentierte.