BaföG/Ausbildungsförderung

BaföG/Ausbildungsförderung

BundesAusbildungsrderungsGesetz ist die finanzielle Hilfe, die sich hinter der Abkürzung "BAföG" verbirgt.

Ziel des BAföG ist es, jedem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von seiner wirtschaftlichen und sozialen Situation eine Ausbildung zu absolvieren, wenn keine anderen Mittel dafür zur Verfügung stehen.

Das BAföG spricht von Ausbildungen und Auszubildenden, gemeint sind damit der Besuch der Schule/Hochschule/Uni und Schüler*innen und Studierende.

  • Wer kann BAföG beantragen?

    Schüler*innen und Studierende können BAföG bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres beantragen.

  • Wofür gibt es BAföG?

    Der BAföG Anspruch besteht grundsätzlich für

    • ein Studium oder
    • eine schulische Ausbildung

    die förderfähig ist.


    Betriebliche Ausbildungen mit Ausbildungsvergütung sind vom Leistungsbezug ausgeschlossen. Hier kommt ggf. für Azubis die Berufsausbildungsbeihilfe in Betracht.

    Alternativ kann für die berufliche Aufstiegsfortbildung von Handwerker*innen und anderen Fachkräften das sog. "Aufstiegs-BAföG" nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) beantragt werden.

  • Welche Ausbildungen sind förderungsfähig?

    Für den schulischen Bereich gibt es eine Vielzahl von Ausbildungen, die förderungsfähig nach dem BAföG sind.

    Schulische Ausbildungen, die gefördert werden können, sind z. B.

    • - 2-jährige Berufsfachschulen mit berufsqualifiziertem Abschluss
    • - Fachschulen, die eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzen
  • Gibt es BAföG auch für allgemeinbildende Schulen?

    Für allgemeinbildende Schulen besteht kein Anspruch auf Leistungen nach dem BAföG, wenn man bei den Eltern oder einem Elternteil wohnt.

    In bestimmten Fällen wird BAföG auch für Schüler:innen ab Klasse 10 für allgemeinbildende Schulen gezahlt , die nicht bei den Eltern oder einem Elternteil wohnen. Voraussetzung ist aber, dass täglich über 2 Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln für den Hin-und Heimweg vom Wohnort der Eltern zur nächstmöglichen Schule benötigt werden.

    Allgemeinbildende Schulen sind:

    • Realschule
    • Gymnasium, Berufliches Gymnasium
    • Fachoberschule
    • zweijährige Berufsfachschule mit dem Abschluss der mittleren Reife
    • Berufsvorbereitungsjahr
    • Höhere Handelsschule

    Erkundigen Sie sich bitte beim Amt für Ausbildungsförderung, ob für Sie ein Anspruch auf BAföG besteht.

  • Wo kann ich BAföG beantragen?

    Für Student:innen ist das zuständige Studentenwerk zuständig.

    Für Schüler:innen ist der Antrag in der Kreisverwaltung (Landratsamt) am Wohnsitz der Eltern einzureichen.

  • Wie kann ich BAföG beantragen?

    Der BAföG-Antrag besteht aus Formblättern, die bei der zuständigen Ausbildungsförderungsstelle einzureichen sind.

    Benötigt werden:

    •  der Antrag (= Formblatt 1)
    •  eine von der Schule (Ausbildungsstätte) auszufüllende Erklärung (= Formblatt 2)
    •  sowie die Einkommenserklärungen beider Elternteile oder des Ehegatten des Auszubildenden (= Formblatt 3 für jedes Elternteil/Ehegatte)

    Antragsformulare erhalten Sie bei der Ausbildungsförderungsstelle des Vogelsbergkreises, der Max-Eyth-Schule Alsfeld oder der Vogelsbergschule Lauterbach. Die Formblätter und weitere Informationen können Sie auch im Internet unter  https://www.bafög.de erhalten.

    Sie können den Antrag auch online unter www.bafög-digital.de stellen. Ein Antrag kann nicht mit einer einfachen E-Mail gestellt werden.

  • Ab wann wird BAföG gezahlt?

    Ausbildungsförderung wird von Beginn des Monats an geleistet, in dem die Ausbildung aufgenommen wird, wenn spätestens in diesem Monat ein schriftlicher Antrag gestellt wurde. Wer den Antrag später stellt, erhält Ausbildungsförderung erst von Beginn des Monats an, in dem der Antrag gestellt wurde. Für jedes Schuljahr muss das BAföG neu beantragt werden.

  • Wie hoch ist das BAföG?

    Die Höhe des BAföG ist von verschiedenen Faktoren abhängig, u. a. von der Art der Ausbildung, des Einkommens und Vermögens sowie des Wohnortes (bei den Eltern/eigene Wohnung).

    Die Höchstsätze sind im Schülerbereich zwischen 262,00 € bis 736,00 € ggf. zuzüglich Kinderbetreuungszuschlag (für Kinder des Auszubildenden bis 14 Jahre) und Zuschuss zum Kranken/Pflegeversicherungsbeitrag.

    Davon wird das anzurechnende Einkommen oder Vermögen abgezogen, was bleibt, ist der BAföG-Anspruch.

  • Welches Einkommen und Vermögen wird angerechnet?

    • Einkommen des/der Schüler*in

    Bei dem/der Schüler*in selbst zählt das Einkommen, welches im Bewilligungszeitraum (i. d. R. ein Schuljahr) erzielt wird.

    Zum Einkommen gehören alle Einnahmen, z. B. von einem Minijob, Praktikum, Ausbildungsvergütung sowie verschiedene Beihilfen oder eine Rente. Geben Sie bitte deshalb alle Einnahmen an.

    Das Einkommen wird aber nicht in voller Höhe angerechnet, sondern es werden davon Pauschalen und Freibeträge abgezogen.

    • Vermögen des/der Schüler*in:

    Zum Vermögen des/der Schüler*in zählen die Vermögensverhältnisse zum Zeitpunkt der Antragstellung, abzüglich evtl. Schulden zu diesem Zeitpunkt.

    Zum Vermögen gehören Bargeld, Bankguthaben und z. B. der Wert des eigenen PKW.               Vermögen unter dem Freibetrag von 15.000,00 €, nach Vollendung des 30. Lebensjahres unter 45.000,00 €, wird nicht angerechnet. Für Ehegatten und Kinder gibt es weitere Freibeträge von je 2.300,00 €.

    Die Angaben zum Vermögen werden regelmäßig über einen Datenabgleich mit dem Bundesamt für Finanzen nach § 45d EStG überprüft.

    • Einkommen der Eltern oder des Ehegatten

    Maßgebend für die Anrechnung des Einkommens der Eltern und des Ehegatten sind die Einkommensverhältnisse im vorletzten Kalenderjahr vor Beginn des Bewilligungszeitraumes. (Wird der Antrag in 2022 für das Schuljahr 2022/23 gestellt, wird das Einkommen aus dem Jahr 2020 berücksichtigt). Jedes Elternteil und der Ehegatte des Auszubildenden müssen grundsätzlich ein Formblatt 3 ausfüllen.

    Vermögen oder Schulden der Eltern oder des Ehegatten werden nicht mit einbezogen.

  • Was ist, wenn Eltern den errechneten Unterhaltsbeitrag nicht zahlen?

    In diesen Fällen kann BAföG ohne den errechneten Unterhaltsbeitrag gezahlt werden. Dies wird in jedem Einzelfall geprüft.

  • Muss BAföG für Schüler*innen zurückgezahlt werden? 

    Nein, für Schüler*innen wird Ausbildungsförderung nach dem BAföG als voller Zuschuss gewährt.

    Stellt sich heraus, dass Schüler*innen falsche Angaben zum Einkommen/Vermögen gemacht haben oder Änderungen (z. B. Schulabbruch) nicht mitgteilt haben, muss das zu Unrecht erhaltene BAföG zurückgezahlt werden.


  • Kann man BAföG unabhängig vom Einkommen der Eltern erhalten?

    Für eine elternunabhängige Förderung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

    • eine abgeschlossene 3-jährige Ausbildung und danach 3 Jahre Erwerbstätigkeit oder
    • 5 Jahre Erwerbstätigkeit nach Vollendung des 18. Lebensjahres (gleichgestellt ist die Haushaltsführung mit mind. einem Kind) oder
    • Aufnahme der Ausbildung nach Vollendung des 30. Lebensjahres (sofern ein Ausnahmefall zutrifft)
  • Was ist, wenn sich das Einkommen der Eltern verringert?

    Ist das Einkommen des Ehegatten, der Eltern oder eines Elternteils im Bewilligungszeitraum wesentlich niedriger als im Kalenderjahr, das bei Antragstellung berücksichtigt wurde, kann auf besonderen Antrag (auf Aktualisierung - Formblatt 7) dieses Einkommen der Berrechnung zugrundegelegt werden. Der Antrag kann aber noch bis zum Ende des Bewilligungszeitraumes gestellt werden.

    Wird dieser Antrag bewilligt, wird BAföG unter dem Vorbehalt der Rückforderung geleistet, da das Einkommen zunächst nur hochgerechnet bzw. geschätzt werden kann. Sobald dem Amt für BAföG alle Nachweise über das tatsächlich erzielte Einkommen vorliegen, wird endgültig über den Förderungsbetrag entschieden. Es kann zu einer Nachzahlung, aber auch zu einer Rückforderung kommen.

  • Kann man neben dem BAföG auch andere Sozialleistungen bekommen?

    Ja, es ist möglich BAföG und gleichzeitig ergänzend SGB II-Leistungen vom Jobcenter zu bekommen. Schüler:innen können sich so auf ihre Ausbildung konzentrieren, die Kosten für die eigene Wohnung u. ä. sind gedeckt und sie brauchen sich keine Nebenbeschäftigung zu suchen.

    BAföG und Wohngeld nach den Wohngeldgesetz können nicht gleichzeitig gezahlt werden.

Weitere Infomationen zum Aufstiegs-BAföG erhalten Sie unter https://www.aufstiegs-bafoeg.de

und zur Ausbildungsbeihilfe unter https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/berufsausbildungsbeihilfe-bab


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