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Unternehmensbesuch Bohn
Hessenweit unterwegs:
Vogelsbergkreis. Man hört und sieht nicht viel am Betriebsgelände der Holztransporte Bohn GmbH in Storndorf. Und das ist auch gut so, denn dann ist die Lkw-Flotte ausgelastet und auf Achse. Vor Ort sind Sven und Christian Pfromm, die seit 2016 Geschäftsführer und Inhaber des Unternehmens sind. Sie empfangen Landrat und Wirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak gemeinsam mit dem 1. Beigeordneten der Gemeinde Schwalmtal, Günter Herles, sowie Andrea Ortstadt von der Wirtschaftsförderung des Vogelsbergkreises am Unternehmenssitz. Dort ist der Name „Bohn“ bereits seit 1854 eng mit Holz und Logistik verknüpft, reichen doch die Wurzeln des Unternehmens mehr als 170 Jahre zurück.
Im Rahmen seiner regelmäßigen Besuche heimischer Unternehmen ist der Landrat in Storndorf zu Gast, um sich mit den beiden Geschäftsführern über die Besonderheiten der Holz-Transportlogistik auszutauschen. „Vom Papierhandtuch, über den OP-Kittel, bis hin zum Wohnzimmermöbel: Oft steckt darin auch Holz aus hessischen Wäldern, und vielleicht war es auch schon auf einem Transport-Lkw von Holztransporte Bohn. Denn sie bringen das Holz vom Waldwegerand zur Verladestation an der Bahn oder zum Industriestandort“, sagt Landrat Dr. Mischak. „Zwar oft unscheinbar und unbemerkt, dafür umso wichtiger für viele Wirtschafts- und Lebensbereiche“, ergänzt er.
Dafür sind die neun Transport-Lkw in ganz Hessen und einigen angrenzenden Bundesländern im Einsatz, berichten Sven und Christian Pfromm beim Gespräch am Storndorfer Firmensitz. Von dort wird die Holzlogistik koordiniert, wie Sven Pfromm berichtet. „Im Wesentlichen setzen wir unsere Flotte in drei Kernbereichen ein: Wir transportieren Industrieholz, das etwa zu Zellstoff oder Papier verarbeitet wird, oder bringen Schnittholz aus dem Wald zum Umschlagplatz oder zur Fabrik, wo daraus etwa Paletten hergestellt werden. Als eher kleineres drittes Standbein gibt es dann noch den Brennholzhandel- und Schüttguttransportbereich“, sagt Christian Pfromm. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 20 Mitarbeiter, darunter fünf in der Verwaltung und ebenso viele Aushilfsfahrer. Dabei bringen sie nicht nur Holz aus heimischen Wäldern an regionale Verladestationen oder zu Kunden. „Wir transportieren beispielsweise auch Holz aus dem Spessart zu Verladestellen in Aschaffenburg oder Holz aus Nordhessen nach Borken an die Bahn“, berichtet Sven Pfromm.
Die Fahrer sind im Holztransport anders gefordert, als viele Lkw-Fahrerkollegen, führt Sven Pfromm aus, der unter anderem die Disposition verantwortet. Denn neben dem normalen Fuhrbetrieb auf den Straßen stellt der Wald seine eigenen Anforderungen. Man muss die Polter im weitverzweigten Wegenetz finden, unter unwegsamen Bedingungen navigieren und natürlich auch den Ladekran des Lkw bedienen. „Wir hatten auch schon den Fäll, dass Fahrer nicht aus dem Wald herauskamen, weil zum Beispiel ein Auto von Pilzsammlern den Weg blockiert hat“, berichtet Pfromm. Das ist mitunter herausfordernd, „aber wir sind eben auch dort aktiv, wo andere Urlaub machen würden.“ Das Fahrerteam ist relativ jung, berichten die Geschäftsführer. Meistens sind es Quereinsteiger, „die wir – wenn es für beide Seiten passt – auch finanziell beim Lkw-Führerschein unterstützen“.
In der Branche ist Holztransporte Bohn eines der größeren Unternehmen und kann dadurch relativ flexibel auf Unwägbarkeiten reagieren. Doch wenn, wie etwa im vergangenen Frühjahr, drei Lkw gleichzeitig mit Motorschaden ausfallen, wird es auch für die Pfromm-Brüder herausfordernd. „Ein speziell aufgebauter Lkw, wie wir ihn benötigen, kostet bis zu 270.000 Euro. Entsprechend teuer sind dann auch die Reparaturen. Und Standzeiten kosten Geld“, macht Christian Pfromm deutlich. Die Fahrzeuge sind über die Jahre immer komplexer und somit anfälliger geworden. „Zum Beispiel ist ein Reifendruckkontrollsystem Pflicht, doch das ist gerade durch die vielen Fahrten im Wald sehr anfällig für Fehler“, ergänzt er. Auch die Lenkzeitenregelungen sind komplex und sorgen eher dafür, dass Fahrer permanent gegen die Uhr fahren müssen, da etwa nach 4,5 Stunden Fahrt eine Pause zwingend ist. „Ein Stau zur falschen Zeit, und der Fahrer kann dann schon nicht mehr seinen Ruheplatz erreichen.“ Das macht dem Unternehmen bisweilen ebenso zu schaffen, wie steigende Dieselpreise, langwierige Baumaßnahmen am Straßennetz oder die allgemein überlastete Verkehrsinfrastruktur.
Doch trotz der Herausforderungen blickt das Brüder-Paar auf erfolgreiche Jahre seit der Unternehmensübernahme zurück und hat einige Pläne für die Zukunft. Denn das Unternehmen transportiert viel Holz aus dem Wald direkt zu Verladepunkten an Bahnhöfen. In Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen nutzt das Unternehmen etwa in Borken einen Gleisanschluss, und würde das Geschäft gerne auch regional ausbauen.
„Sven und Christian Pfromm schreiben die ‚Bohn-Holztransport-Geschichte‘ in Storndorf erfolgreich weiter und sind mit ihrer Flotte in ganz Hessen unterwegs. Eine traditionsreiche Erfolgsgeschichte, der ich für die Zukunft alles Gute wünsche“, kommentiert der Landrat den Besuch abschließend.
