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Marketingstrategie
Vogelsberger Rotes Höhenvieh:

© Vogelsbergkreis
Das Vogelsberger Rote Höhenvieh soll wieder auf mehr Vogelsberger Weiden zu sehen sein.
Vogelsbergkreis. Schwarzbunt, Rotbunt, Fleckvieh – und bald auch wieder das Vogelsberger Rote Höhenvieh? Das Projekt „Markterschließung für das Vogelsberger Rote Höhenvieh“ des Vogelsbergkreises, unterstützt vom hessischen Landwirtschaftsministerium, hat genau das im Sinn. Es soll das Rote Höhenvieh auf den Vogelsberger Weiden wieder präsenter machen und eine erfolgreiche Marketingstrategie dafür entwickeln. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung auf der Taufsteinhütte feierte der Vogelsbergkreis gemeinsam mit rund 40 Landwirten, Metzgern, Gastronomen und Unterstützern nun das vorläufige Ende des aus Mitteln des Hessischen Ökoaktionsplans seit Juni 2025 geförderten Projekts.
„Dieses Förderprojekt steht für Vernetzung entlang der Versorgungskette und für die gemeinsame Vision, das Rote Höhenvieh als Qualitätssymbol und lebendiges Kulturerbe der Region sichtbar zu machen – von den Vogelsberger Bergwiesen bis auf die Teller unserer Gastronomie“, betonte Landrat und Landwirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak. Anschließend leitete er zu den wichtigsten Aspekten des Abends über: der Präsentation zentraler Projektergebnisse, der Vorstellung der umfassenden Marketingstrategie und natürlich den kulinarischen Kostproben vom Fleisch des Roten Höhenviehs, serviert vom Team der Taufsteinhütte um Jürgen Carnier.
Ein Kernstück war die Präsentation der entwickelten Marketingstrategie durch den Kommunikationsdesigner Hendrik Haase. Diese soll künftig als Leitfaden für alle Beteiligten Landwirte, Metzgereien und Restaurants dienen. Ziel ist es, das einzigartige Genusserlebnis und die nachhaltigen Qualitäten dieser alten, robusten Rinderrasse zu kommunizieren und das Vogelsberger Rote Höhenvieh als kulinarischen Botschafter der Region zu etablieren. Unter fachkundiger Begleitung von Mario Hanisch und Thassilo Görgen, die beiden Projektkoordinatoren der Ökomodell-Region Vogelsberg, wurden im Projekt die Marktzugangsmöglichkeiten geprüft und neue Wege der Vermarktung entwickelt und erprobt.
Anschlussprojekt soll entwickelt werden
Zum Abschluss blickten die Projektverantwortlichen nach vorn: Angesichts der positiven Ergebnisse wird nun die Entwicklung eines Anschlussprojekts vorbereitet. Mario Hanisch und Thassilo Görgen erläuterten hierzu konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten. Zentrale Handlungsfelder seien künftig die Digitalisierung der Vermarktung, die Erarbeitung gemeinsamer Qualitätsstandards, sowie ein abgestimmtes Wachstum der Tierzahlen mit den Kundengruppen in der Gastronomie. „Das neue Projekt ist offen für weitere landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeiter, Gastronomen und Unterstützer, die Teil dieser außergewöhnlichen Regionalbewegung werden möchten“, betonten beide.
Hintergrund
Das Rote Höhenvieh ist ein klassisches Dreinutzungsrind, das Milch und Fleisch liefert und früher bei der Feldarbeit zum Einsatz kam. Das Rote Höhenvieh zeichnet sich durch ein langsames Wachstum aus, wodurch es im Vergleich zu modernen Rinderrassen ins Hintertreffen geriet. Allerdings zeichnet sich das Fleisch durch einen einzigartigen nussig-fruchtigen Geschmack aus.
Die einfarbig roten Tiere sind robust und genügsam. Außerdem kommen sie mit dem Futterangebot und den Witterungsbedingungen der Mittelgebirgsregion Vogelsberg sehr gut zurecht. Die Rasse gilt als fruchtbar, leichtkalbig und besitzt gute Muttereigenschaften.
Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft stand das Vogelsberger Rote Höhenvieh in den 70er-Jahren vor dem Aussterben. Mit einem Zufallsfund in einer Gen-Datenbank konnte Mitte der 80er-Jahre im Vogelsberg mit einer langwierigen und arbeitsreichen Rückzüchtung der Rasse begonnen werden. Seither konnte sich der Bestand so weit erholen, dass die Rasse durch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) von einem Gefährdungsstatus in die Vorwarnstufe der Roten Liste Gefährdeter Nutztierrassen eingruppiert wurde. Die Erhaltungszucht ist insbesondere dem persönlichen Engagement einiger Landwirte im Vogelsbergkreis zu verdanken.

© Vogelsbergkreis
Thassilo Görgen, Projektkoordinator der Ökomodell-Region Vogelsberg, bei seinem Vortrag.
