„Bildung stärkt die Region – auch jenseits formaler Abschlüsse“

Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug zu Besuch beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V.


Vogelsbergkreis. „Sie sind der größte Maßnahmenträger bei uns im Kreis und leisten wertvolle Arbeit“, konstatierte Erster Kreisbeigeordneter Patrick Krug während seines Besuchs beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. in Lauterbach. Gemeinsam mit René Lippert, dem Leiter des Amtes für Soziales und Ausländerrecht, sowie Florian Steuernagel von der KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter machte sich Krug ein umfassendes Bild von den Strukturen, Angeboten und Erfolgen der Einrichtung. Regionalleiter Reiner Sippel sowie Barbara Krause, Marianne Stein-Wiegel, Claudia Bourquain und Michael Schipplick vom Leitungsteam gaben dem Sozialdezernenten einen Einblick in die Arbeit des Bildungswerks, das neben Lauterbach auch an den Standorten Alsfeld und Schotten im Vogelsbergkreis aktiv ist.

„Das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft ist bereits seit rund 30 Jahren im Vogelsbergkreis tätig“, erläuterte Regionalleiter Reiner Sippel. „Aktuell sind hier im Kreis 60 Festangestellte beschäftigt, die etwa 500 Teilnehmer betreuen.“

Die Beteiligten nutzten die Gelegenheit, Herausforderungen zu benennen und Möglichkeiten für neue Kooperationsformen anzusprechen. Auf der Agenda des Besuchs standen Themen wie die Zusammenarbeit zwischen Bildungswerk, Kreisverwaltung, Jobcenter und lokalen Unternehmen, die Gestaltung passgenauer Qualifizierungswege und die Stärkung der regionalen Fachkräftesicherung. 

„Gerade das Thema Fachkräftesicherung wird uns auch weiterhin intensiv begleiten, denn bis 2030 werden im Vogelsbergkreis laut Prognosen des Hessischen Arbeits- und Sozialministeriums knapp 6.500 Fach- und 610 Arbeitskräfte ohne Berufs- oder Studienabschluss fehlen“, unterstrich Krug. „Hauptursache dafür ist, dass die sogenannten Baby-Boomer in den kommenden Jahren in Rente gehen und die entstehenden Lücken nur schwer zu füllen sind.“

Im Kern des Austauschs stand an diesem Morgen zudem die Vielfalt der Angebote, die das Bildungswerk den Menschen in der Region bietet. Patrick Krug betonte: „Sie sind spezialisiert auf Arbeitsmarktintegration, berufliche Aus- und Weiterbildung sowie Qualifizierung. Sie fördern lebensbegleitendes Lernen, unterstützen Unternehmen bei der Fachkräftesicherung und bieten Programme für Jugendliche, Arbeitsuchende und Menschen mit Behinderungen an – das alles ist wichtig, um Menschen in Arbeit zu bringen.“ 

Regionalleiter Sippel ergänzte: „Wir haben den Anspruch, Bildung als fortlaufenden Prozess zu begreifen, der über formale Abschlüsse hinausgeht und die individuelle Lebenssituation berücksichtigt.“ Gemeinsam mit seinen Kollegen erklärte er die organisatorischen Abläufe innerhalb des Bildungswerks sowie die Kooperationen mit Kindertagesstätten, Unternehmen und Pflegeheimen und Krankenhäusern.

Durch zahlreiche Beispiele veranschaulichten die Mitarbeiter das breite Spektrum der Angebote des Bildungswerks. Die Bandbreite reicht von der Unterstützung bei der Ausbildung über Bewerbungscoaching bis hin zu berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen. Zudem werden Integrationssprachkurse für Zuwanderer angeboten, um deren Teilhabe am Arbeitsmarkt zu fördern. Dazu kommen fachliche Qualifizierungen wie Pflegequalifikationen sowie die „Qualifizierung zum pädagogischen Mitarbeiter als Zusatzkraft“. „Dies ist ein Kurs, der mit und ohne Sprachförderung angeboten wird und eine gute Möglichkeit bietet, lokale Einrichtungen personell zu stärken und den Teilnehmern gleichzeitig den Einstieg in die pädagogische Arbeit zu erleichtern“, erklärte Barbara Krause. 

„Das sind sehr gute Projekte. So werden Bildung und Integration nicht isoliert betrachtet, sondern beides wird eng mit konkreten Arbeitsmarktchancen verknüpft“, unterstrich Patrick Krug. 

Florian Steuernagel von der KVA betonte die Schnittstellenarbeit: „Eine enge Verbindung zwischen Bildungsträgern und Jobcentern ist der Schlüssel, um individuelle Förder- und Teilhabemöglichkeiten zielgerichtet umzusetzen. Das klappt hier sehr gut.“ Seinen Worten zufolge ist die Kooperation essenziell, um passgenaue Förderangebote zu entwickeln, die auf die Lebenslagen und Fähigkeiten der Teilnehmenden eingehen.

Abschließend lobten auch Krug und Sippel noch einmal die gute Zusammenarbeit des Kreises mit dem Bildungswerk.