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Betriebsbesuch in Heimertshausen
Milch, Zucht und viel Erfolg
Vogelsbergkreis. „Die Gesamtsituation für viele Betriebe in Deutschland ist momentan schlecht, aber nicht hoffnungslos“, so der knappe Befund zur Lage der Landwirtschaft von Henning Caspar aus Heimertshausen. Beispielsweise machen hohe Erzeugerpreise, ein relativ niedriger Milchpreis, ein hoher Auflagendruck und viele bürokratische Zusatzaufgaben vielen Landwirten das Leben schwer. Diese Herausforderungen spürt auch Henning Caspar auf seinem Betrieb, wenngleich dieser erfolgreich damit umgeht. Der Betriebsleiter bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Familie und mehreren Angestellten die Holsteinzucht Caspar auf dem Deichhof, der seit dem Start mit 30 Kühen 1979 immer weitergewachsen ist. Rund 600 Tiere werden heute auf dem Aussiedlerhof versorgt.
Dort machen sich Landrat und Landwirtschaftsdezernent Dr. Jens Mischak, der Kirtorfer Bürgermeister Christoph Lück, Kreislandwirt Andreas Kornmann, sowie Volker Lein, Vizepräsident des Hessischen Bauernverbands und stellvertretender Kreislandwirt, ein Bild vom Betrieb und tauschen sich mit Henning Caspar und seinem Vater Karl aus.
„Der Betrieb ist einer der größten, die wir bei uns im Vogelsbergkreis haben – und ist gleichzeitig einer der erfolgreichsten“, kommentiert Landrat Dr. Mischak. „Denn die Familie Caspar hat über Jahrzehnte hinweg ihren Betrieb permanent erweitert, modernisiert und sich mit einer europaweit anerkannten Holstein-Zucht einen Namen gemacht“, führt er weiter aus. Die vielfach ausgezeichnete Zucht am Deichhof ist für den Betrieb ein wichtiges Standbein. Sie ist ein wichtiger Grund dafür, dass der Betrieb auch in fordernden Zeiten auf stabilen Füßen steht, denn sie wirkt sich etwa im Zusammenspiel mit Haltung und Fütterung ganz direkt auf Milchmenge und -qualität aus. „Wir haben einiges in moderne Ställe und in die Melktechnik investiert und liefern beste Milch von unseren 320 Kühen. Das honoriert auch die Molkerei durch entsprechende Aufschläge“, sagt Caspar. Das erlaubt dem Betrieb, schwierigere Phasen zu meistern.
Betriebe könnten auf der Strecke bleiben
Henning Caspar wünscht sich sehr, dass alle Betriebe – unabhängig von ihrer Größe – erhalten bleiben und für ihre wichtige Arbeit gerecht entlohnt werden. Trotzdem befürchtet er aber, dass einigen durch die vielen Faktoren und ohne adäquate Bezahlung über kurz oder lang die Luft ausgehen könnte. Auflagen und bürokratische Hürden sorgen zusätzlich für Probleme, merkt er an. Ein Wust an Vorschriften, der abgearbeitet, dokumentiert und schließlich auch kontrolliert werden muss. Dort muss Entlastung für die Landwirtschaft her, ist man sich beim Vor-Ort-Termin einig.
Die rund 600 Tiere auf dem Deichhof Tag für Tag zu versorgen, ist eine logistische und personelle Aufgabe, die die Familie allein nicht leisten kann. „Wir beschäftigen aktuell drei feste Mitarbeiter, Aushilfen und zwei Auszubildende“, sagt Caspar. Und gerade für die ist der moderne Betrieb mit seiner erfolgreichen Zucht interessant, und man ist bis zum Ausbildungsstart 2027 „ausgebucht“. „Wir haben eine attraktive Größe, einen modernen Betrieb und arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb, das machen Ausbildung und Arbeit bei uns interessant“, merkt der Landwirt an.
Die Tagesstruktur geben letztendlich die 320 Kühe vor, die alle 12 Stunden gemolken werden müssen. Um 4 und um 16 Uhr gehen die Kühe in den Melkstand, der 2015 neu gebaut wurde. Melkroboter spielen daher für Henning Caspar aktuell keine Rolle – auch wenn die Automatisierung von Arbeitsschritten in der Landwirtschaft generell ein wichtiges Thema ist. „Doch das muss auf und für den einzelnen Betrieb passen“, merkt er an. Und es gibt gewisse Dinge, die kann man nicht mit KI ersetzen oder automatisieren, merkt der Landwirt an und verweist auf knapp 400 Kälber, die pro Jahr geboren werden.
„Die Familie Caspar zeigt am Deichhof, wie ein Betrieb auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich wirtschaften kann. Jahrzehntelange Zucht, stetige Erweiterung und Anpassung sowie unermüdliche Arbeit für den Betrieb zahlen sich aus“, sagt der Landrat. „Ein echter Vorzeigebetrieb im Vogelsbergkreis.“

© Vogelsbergkreis/C.Lips
Frische Luft ist ein wichtiger Faktor: Im Jungviehstall
erläutern Henning und Karl Caspar, worauf es bei modernen Ställen
ankommt.

© Vogelsbergkreis/C.Lips
Henning (rechts) und Karl Caspar (links) gemeinsam mit Landrat Dr.
Mischak und Bürgermeister Lück beim Rundgang über den Betrieb.
