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Gefahrgutunfall bei Schlitz - Bodenproben entnommen

23.10.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Gefahrgutunfall bei Schlitz:

Bodenproben werden untersucht

Pflanzenschutzmittel Acephat war ausgetreten -

Einsatzkräfte wieder aus dem Krankenhaus entlassen

VOGELSBERGKREIS ( ). Bei einem Transport von wassergefährdenden Stoffen ist es in der Nacht zum Mittwoch bei Schlitz im Vogelsbergkreis zu einem Unfall gekommen. Am 23.10.2002 gegen 1.00 Uhr verunglückte auf der Landesstraße 3176 zwischen Schlitz-Fraurombach und Schlitz-Hutzdorf ein LKW einer belgischen Spedition.

Die Abteilung Wasser- und Bodenschutz des Lauterbacher Landratsamtes wurde über die Leitstelle des Vogelsbergkreises informiert, da die Gefahr einer Gewässer- bzw. Bodenverunreinigung wegen des Austritts von Pflanzenschutzmitteln bestand. Fachleute der Behörde fuhren umgehend zur Unfallstelle. Dabei wurde Folgendes festgestellt: Der LKW hatte u.a. 60 Sack Pflanzenschutzmittel geladen, von denen ca. 10 Säcke in Folge des Unfalls beschädigt wurden. Der Inhalt von zwei Säcken gelangte auf die Straße, auf das angrenzende Bankett und in den Straßengraben. Der Straßengraben hat über einen weiteren Graben Zufluss zur Fulda. Es ist nicht auszuschließen, dass ca. 25 - 50 kg des Pflanzenschutzmittels (ACEPHAT, O-S-Dimethyl-N-acetyl-amidothiophosphat, UN-Nr. 2783) in das Gewässer gelangt sind. Da die betroffenen Gewässer derzeit stark wasserführend sind, ist auf Grund der Verdünnung des eingetragenen Stoffes mit einer akuten Gefährdung für Menschen nicht zu rechnen.

Wie das Landratsamt in Lauterbach mitteilt, wurden folgende Sofortmaßnahmen angeordnet:

* Entfernen der sichtbaren Verunreinigungen auf Straße, Bankett und Gewässerrand und gesicherte Zwischenlagerung des gesammelten Materials,

* Abdecken des betroffenen Bereichs um weiteres Auswaschen des Stoffes zu verhindern.

(beides wurde durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr erledigt)

Die Abteilung Wasser- und Bodenschutz hat einen sachverständigen Gutachter beauftragt, Bodenproben zu entnehmen und zu bewerten. Das Ergebnis wird für Donnerstag erwartet. Dabei soll eingeschätzt werden, sie stark sich die Verunreinigung des Bodens darstellt. Danach müssen gegebenenfalls der Aushub des verunreinigten Bodens, Zwischenlagerung und die Entsorgung veranlasst werden.

Noch im Laufe der Nacht waren Personen (Mitglieder der Feuerwehr, Polizeibeamte), die unmittelbar mit dem Stoff in Berührung gekommen waren, vorsorglich zur Untersuchung in die Städtischen Kliniken Fulda gebracht worden. Sie wurden inzwischen nach Untersuchung und Beobachtung wieder entlassen. Landrat Rudolf Marx dankt den über 30 Helfern für den engagierten sach- und fachkundigen Einsatz zur Abwendung weiterer Gefahren.