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Landrat Marx: Organspender-Ausweis ist ein Dokument der Humanität

25.07.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat Marx: Organspender-

Ausweis dokumentiert Humanität

Ausstellung im Alsfelder Gesundheitsamt – Ab

August in Lauterbach – Infos zum Spenderausweis

VOGELSBERGKREIS ( ). Das Vogelsberger Gesundheitsamt macht erneut auf eine Ausstellung aufmerksam, die noch bis Ende Juli im Kreisgesundheitsamt in Alsfeld – während der üblichen Öffnungszeiten – zu sehen ist. Ziel ist es, die Bereitschaft zu erhöhen, mit einem Organspenderausweis eine klare Willensbekundung abzugeben. Nur 12 Prozent aller Bundesbürger besitzen einen Organspenderausweis, obwohl Umfragen zufolge etwa 70 Prozent mit einer Organentnahme nach dem Tode einverstanden wären. Aus Sicht von Landrat Rudolf Marx ist die Entscheidung für einen Organspenderausweis ein „Dokument der Humanität“. Er ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich näher über das Thema Organspende zu informieren. Ab August wird die Ausstellung dann im Lauterbacher Gesundheitsamt zu sehen sein.

Organtransplantationen retten jährlich 300 Kindern in Deutschland das Leben, heißt es in der Presseerklärung des Kreisgesundheitsamtes. Schwere Nierendefekte, Leberversagen, nicht operable Herzfehler – dies sind die Diagnosen, die eine Transplantation angezeigt erscheinen lassen. Die technischen und medizinischen Voraussetzungen sind in Deutschland hervorragend. 95 Prozent der Kinder, die eine Transplantation hinter sich haben, leben nach zehn Jahren noch. Das Problem in Deutschland: es gibt zu wenig Spenderorgane.

Die Skepsis sei immer noch sehr groß, beschreibt Dr. Willi Mumenthaler vom Kreisgesundheitsamt das Problem. Die Vorbehalte seien aber unbegründet, denn Angst vor Organhandel oder einer schlechten medizinischen Versorgung der Inhaber von Spenderausweisen müsse keiner haben. Für die Notärzte, die sich um Verletzte kümmerten, habe das Leben des Patienten Vorrang. Dort sei der Spenderausweis völlig irrelevant, weil die Notärzte mit der Organentnahme nichts zu tun haben. Organentnahme, Organvermittlung und Organtransplantation seien personell völlig voneinander getrennt. Erst wenn zwei Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod eines Patienten festgestellt haben, stehe das Thema Organspende überhaupt zur Diskussion. Und dann könne natürlich bei Vorhandensein eines Spenderausweises im Interesse von möglichen Spenderempfängern sehr schnell gehandelt werden.

Wer sich für einen Organspendeausweis zulegt, kann seine Entscheidung jederzeit rückgängig machen. Zudem ist es möglich, bestimmte Organe oder Gewebe von einer Spende auszuschließen.

In beiden Gesundheitsämtern – Alsfeld und Lauterbach – können Fragen zur Organspende gestellt und Organspendeausweise kostenfrei erworben werden. Telefon 06631/792-763 und 06641/977-401. Weitere Ansprechpartner zur Frage der Organspende sind die Interessengemeinschaft Dialyse- und Transplantierte in Hessen, die Gemeinschaft der Organtransplantierten e. V. sowie der Arbeitskreis Organspende, Telefon 0130 / 914040.