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Emmermann: Diakonisches Werk ist wichtiger Sozialanwalt für Menschen in Notsituationen

10.07.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Gleichstellungsbeauftragte Sylke Emmermann:

Diakonisches Werk ist wichtiger Sozialanwalt für

Menschen in Notsituationen

Christa Wachter sagt Beteiligung am Frauengesundheitstag

mit einem Informationsstand über Mutter-Kind-Kuren zu

Über Beratungsangebote für Frauen in schwierigen Lebenssituationen informierte sich Gleichstellungsbeauftragte Sylke Emmermann im Diakonischen Werk in Lauterbach und sprach mit der Leiterin des Diakonischen Werks Christa Wachter und Sozialarbeiter Klaus Renschler über die Ursachen von steigender Gewaltbereitschaft, dem Auseinanderbrechen von Ehen, der zunehmenden Überforderung von Familien in der Kindererziehung und notwendigen neuen Ansätzen im Rollenverständnis von Mann und Frau.

Christa Wachter und Klaus Rentschler nutzten die Gelegenheit, die Gleichstellungsbeauftragte über ihre Arbeit zu informieren. Allgemeine Lebensberatung, Ehe- und Partnerberatung, Schwangerenberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung und Wohnungslosenhilfe nehmen im Beratungsangebot des Diakonischen Werkes in Lauterbach und Alsfeld einen breiten Raum ein. Einen deutlichen Anstieg der Beratungstätigkeit verzeichnet das Diakonische Werk im Bereich der Schwangerschaftskonfliktberatung. Die Zahl der ratsuchenden Frauen hat sich in den letzten sechs Monaten mehr als verdoppelt, erläuterte Wachter und wies darauf hin, dass auch in der Ehe- und Paarberatung die Zahl der Ratsuchenden stark zugenommen hat.

Sylke Emmermann: „Die aktuelle Entwicklung macht klar, dass gesellschaftliche Veränderungen vor den Kreisgrenzen nicht halt machen.“ Familienstrukturen würden auch im Vogelsbergkreis brüchiger. Deswegen sei es wichtig, die Familien zu stärken und ihnen Unterstützungs- und Hilfsangebote zugänglich zu machen.

Das Diakonische Werk ist für die Gleichstellungsbeauftragte eine wichtige Anlaufstelle bei persönlichen Notlagen. Die Beratung, die kostenlos und vertraulich von einem qualifizierten Mitarbeiterteam wahrgenommen wird, steht allen Bevölkerungsschichten offen.

Sehr positiv bewertete die Gleichstellungsbeauftragte das geplante Angebot des Diakonischen Werks für Männer bei Gewaltproblemen. Täterberatung sei zugleich Opferschutz. Mit dieser Formulierung brachte Rentschler sein Engagement in diesem Bereich auf den Punkt. Emmermann sieht aber auch eine Chance für Frauen in der Stärkung der allgemeinen Männerberatung. „Männer haben oft Schwierigkeiten, mit dem sich verändernden Selbstverständnis von Frauen angemessen umzugehen.“ Die Gleichstellungsbeauftragte wünscht sich ein Umdenken in manchen Männerköpfen, damit eine gleichberechtigte, positiv ausgerichtete Partnerschaft gelebt werden kann.

Ein weiterer Gesprächspunkt waren Mütter- bzw. Mutter-und-Kind-Kuren. „Wir sehen diese Kuren als wertvollen Baustein der Gesundheitsvorsorge,“ betonten Emmermann und Wachter übereinstimmend. Die Erhaltung der Arbeitskraft der Frau und Mutter sei wichtig. „Wer die Familie stärken will, der darf die Mütter nicht im Regen stehen lassen.“ Am geplanten Frauengesundheitstag will sich Diakonische Werk mit einem Informationsstand zur Müttergenesung beteiligen.