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Keuchhusten betrifft immer mehr Jugendliche und Erwachsene

02.05.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Keuchhusten ist keine

harmlose Kinderkrankheit

Überwiegend Jugendliche und Erwachsene betroffen –

Ratschläge vom Kreis-Gesundheitsamt

VOGELSBERGKREIS ( ). Auf die Zunahme von Keuchhusten, gerade bei Jugendlichen und Erwachsenen, macht das Kreis-Gesundheitsamt in einer Pressemitteilung aufmerksam. Empfohlen werden Impfungen, die allerdings nur 12 Jahre Schutz bieten. Ganz besonders wichtig ist aus Sicht des Gesundheitsamtes die Auffrisch-Impfung von 9- bis 17-Jährigen. Informationen hierzu sind beim Gesundheitsamt – Telefon 06641 / 977-401) und übers Robert-Koch-Institut (www.rki.de) erhältlich.

Die Chinesen nennen ihn „100-Tage-Husten“. Ob es tatsächlich hundert Tage sind, sei dahingestellt, aber acht Wochen kann eine Keuchhusten-Erkrankung durchaus dauern. Auch ist Keuchhusten keineswegs eine harmlose Kinderkrankheit: Nach Schätzungen sterben weltweit über 300.000 Menschen an der Infektion.

Während bislang vor allem Säuglinge und Kinder von Keuchhusten betroffen waren, werden jetzt zunehmend Erkrankungen bei Jugendlichen und Erwachsenen verzeichnet. Untersuchungen in einigen Bundesländern zeigen, dass neben der insgesamt gestiegenen Erkrankungshäufigkeit der Anteil bei über Zehnjährigen deutliche zugenommen hat. Waren es vor 1990 nur wenige Prozent, stieg der Anteil der erkrankten Jugendlichen und Erwachsenen inzwischen auf über 60 % an. Untersuchungen aus den USA zeigen den gleichen Besorgnis erregenden Trend.

Bordetella pertussis – das Keuchhustenbakterium – verursacht Hustenattacken, die besonders nachts und bei Anstrengung oder Aufregung auftreten. Bis zu 30 Anfälle quälen die Betroffenen pro Tag. Den Hustenanfällen folgt ziehendes Einatmen, Schleim wird hervorgewürgt und viele Patienten müssen dabei erbrechen. Diese Krankheitserscheinungen sind bei Kindern typisch. Für Säuglinge kann Keuchhusten lebensbedrohlich werden, da ihre Atmung aussetzen kann und sie ersticken. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird die richtige Diagnose oft nicht gestellt, weil die Krankheitszeichen meist nicht so ausgeprägt sind wie bei Kindern. Chronischer Husten ohne die typischen Hustenanfälle oder Atemnot bringen weder Arzt noch Patienten auf die richtige Spur. Generell leiden die Betroffenen unter verminderter Leistungsfähigkeit: Schulausfall, Einschränkungen in Beruf und Freizeit sind die Folge. Außerdem besteht immer das Risiko der Ansteckung von Mitschülern, Kollegen und Familienmitgliedern.

An Keuchhusten kann man mehrmals erkranken, denn das Abwehrsystem vergisst mit der Zeit, gegen den „Feind“ Keuchhustenbakterium Abwehrstoffe, Antikörper, zu bilden. Auch nach einer Impfung hält der Schutz nicht ewig – maximal zwölf Jahre. Aus diesem Grunde ist es wichtig, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Auffrischimpfung bei 9- bis 17-jährigen durchzuführen. So wird der Schutz des Einzelnen erreicht und zudem die Übertragung der Erreger auf die gefährdeten Säuglinge und Kleinkinder eingedämmt.

Kombinationsimpfstoffe erleichtern dabei das Vorgehen, weil gleichzeitig die anderen anstehenden Auffrischungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie vorgenommen werden können.