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Kreisbrandinspektor gibt Sicherheitshinweise zum Thema Maifeuer

19.04.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Maifeuer: Umwelt- und Sicherheits-

Ratschläge aus dem Landratsamt

Das Feuer muss angemeldet werden

VOGELSBERGKREIS ( ). In manchen Gemeinden ist es ein alter Brauch, in der Nacht zum 1. Mai ein sogenanntes Maifeuer anzuzünden, um symbolisch den Winter zu vertreiben. Landrat Rudolf Marx hat Verständnis für diese Tradition, bittet aber die Bevölkerung, ökologische Folgewirkungen zu bedenken sowie - im Falle der Anwendung - auf größtmögliche Sicherheit zu achten. Umweltberater Harald Georg und Kreisbrandinspektor Werner Rinke geben wertvolle Erläuterungen.

Maifeuer können Scheiterhaufen für Käfer, Igel und Wiesel werden

In aufgeschichteten Reisighaufen nisten sich in der Regel nützliche und geschützte Kleintiere ein. Käfer, Wildbienen, Molche, Kröten, Kleinvögel, Igel und Wiesel beispielsweise bevölkern häufig den Reisighaufen. Für die Tiere bilden die Haufen willkommene Deckung, Behausung und manchmal auch Niststätte, denn die zum Abbrennen benötigten Äste, Baumstämme, Reisig oder Holzscheite werden oft über einen längeren Zeitraum an der späteren Brandstelle aufgeschichtet. Beim Anzünden des Maifeuers wird dann das vermeintlich sichere Versteck für die Tiere zu einem Scheiterhaufen.

Erst am Tag des Abbrennens das Holz aufschichten

Die Naturschutzbehörde bittet daher alle diejenigen, die nicht auf das Maifeuer verzichten möchten, die dafür bestimmten Materialien erst am Tag des Abbrennens aufzuschichten. Bereits seit längerer Zeit angehäuftes Material sollte kurz vor dem Abbrennen umgeschichtet werden, um vielen nützlichen und unter Naturschutz stehenden Tieren das Verlassen des Reisighaufens zu ermöglichen und ihnen damit das Leben zu erhalten. Beide Appelle - spätes Aufschichten bzw. nochmaliges Umschichten - richtet das Landratsamt auch an die Gemeindeverwaltungen, die manchmal gesammelten Heckenschnitt mit in die Maifeuer „integrieren“.

Müll darf nicht verbrannt werden

Eines ist auf jeden Fall klar: Müll darf selbstverständlich nicht verbrannt werden. Kunststoffe, Spraydosen, Autoreifen und dergleichen gehören nicht ins Feuer - beim Verbrennen können gefährliche Gifte freigesetzt werden. Auch sollte bei feuchter Witterung unbedingt auf den Einsatz von Benzin oder Öl zum Entfachen des Feuers verzichtet werden. Diese Stoffe sind nicht „nur“ in der Handhabung zu gefährlich, sondern sie können auch den Boden oder gar das Grundwasser verunreinigen.

Kreisbrandinspektor Werner Rinke gibt zusätzlich noch Ratschläge, was die nötige Sicherheit angeht:

Richtiger Standort

Schutzwürdige Lebensräume wie Trockenrasen, Hecken- und Baumbestände sowie Wegraine dürfen nicht durch Maifeuer beeinträchtigt werden.

Richtige Abstände

Besonders vor dem Hintergrund der gegenwärtig anhaltenden extremen Trockenheit müssen unbedingt folgende (Mindest-)Entfernungen eingehalten werden:

100 Meter zu bewohnten Gebäuden, zu Naturschutzgebieten und zu Wäldern;

35 Meter zu sonstigen Gebäuden, Bäumen, Hecken, Feldrainen.

Richtige Brennstoffe

Nur Reisig, Astwerk und Stroh dürfen verwendet werden. Abfälle gehören nicht ins Maifeuer.

Das Feuer muss angemeldet werden

Ein Maifeuer muss bei der Zentralen Leitstelle des Vogelsbergkreises rechtzeitig angemeldet werden. Die Telefon-Nummer: 06631 / 19222.