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Am 24. März 2002 ist Welt-Tuberkulose-Tag

22.03.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Immer noch eine

bedrohliche Erkrankung

Am Sonntag ist Welt-Tuberkulosetag

VOGELSBERGKREIS ( ). Anlässlich des Welttuberkulosetages am Sonntag erinnert das Kreisgesundheitsamt daran, dass vor über 100 Jahren noch jeder siebte Erwachsene in Deutschland an Tuberkulose starb. Eine medikamentöse Therapie stand damals nicht zur Verfügung, jeder wusste um die Bedrohung durch diese Krankheit, die im Volksmund allgemein Schwindsucht hieß. Mit der allgemeinen Verbesserung der Lebensbedingungen in Deutschland während des letzten Jahrhunderts (mit Ausnahme der beiden Weltkriege) und der durch die Einführung einer wirksamen medikamentösen Therapie ermöglichten Behandlung, ging die Zahl der Neuerkrankungen kontinuierlich zurück. Wurden vor 50 Jahren noch etwa 123.000 Erkrankungen gemeldet, d.h. über 260 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner, waren es im Jahre 2000 nur noch 9.064 gemeldete Fälle, d.h. 11 Erkrankte pro 100.000 Einwohner.

Zu verdanken haben wir diesen Rückgang der Tuberkulose u.a. Robert Koch, welcher am 24.03.1882 den Erreger der Tuberkulose, das Mykobakterium tuberculosis entdeckt hat.

Trotz dieser positiven Meldung ist festzuhalten, dass es im Jahre 2000 weltweit noch zu 8,7 Mio. Neuerkrankungen und etwa 2 Mio. Todesfällen pro Jahr mit Tuberkulose kam. Hierunter waren u.a. 400.000 Kinder.

Heute betrifft etwa 95 % der Erkrankungen und 98 % der Todesfälle die Entwicklungsländer in der dritten Welt. Dort gehören Armut, Krieg, Naturkatastrophen sowie die HIV-Erkrankung zu den wichtigsten Ursachen dieser Entwicklung. Weiterhin fehlt eine entsprechende medizinische Infrastruktur. So gibt es Länder in Schwarzafrika, wo auf 50.000 Einwohner ein Arzt kommt (zum Vergleich Bundesrepublik Deutschland: Auf 300 Einwohner kommt ein Arzt).

Leider ist auch in den westlichen Industrieländern wie Deutschland die Verhütung und Bekämpfung der Tuberkulose eine weitere, dringliche Aufgabe, die volle Aufmerksamkeit erfordert.

Durch die Einführung des Infektionsschutzgesetzes im Jahre 2000 als Ersatz für das alte Bundesseuchengesetz hat sich eine völlig neue Qualität der Überwachung der Tuberkulose ergeben. So wurde die bis dato durchgeführte einmalige summarische Meldung umgestellt auf eine detaillierte Meldung mit den Informationen über die Vorgeschichte, den zeitlichen Ablauf der Erkrankung, die beteiligten Organe, Laborbefunde und den Behandlungsergebnissen. Diese Daten werden anonymisiert auf der Ebene des Bundeslandes und auf der nationalen Ebene zusammengeführt. Sie erlauben – wie geplant – eine kontinuierliche Analyse und frühzeitige Abschätzung der Entwicklung der Tuberkulose in Deutschland.

Hierbei muss festgestellt werden, dass im Verhältnis zu anderen Industrieländern Deutschland noch eine relativ hohe Tuberkuloserate hat.

So wurde im Rahmen der Veränderung des Meldewesens festgestellt, dass 63 % der Tuberkulosekranken männlich und 37 % weiblich sind. Das durchschnittliche Alter eines Ersttuberkulosekranken in Deutschland geborenen beträgt 55 Jahre und liegt somit , wie bereits in den Vorjahren, deutlich über dem Alter von nicht in Deutschland geborenen mit 38 Jahren. Zusammenfassend kann zur Tuberkulose deshalb gesagt werden, dass sie in Deutschland zwar rückläufig ist, es jedoch immer noch Neuerkrankungen gibt, und diese für die Gesamtbevölkerung nur dann ungefährlich sind, wenn eine sofortige, ausreichende Therapie erfolgt.

Bezüglich weiterer Informationen zur Tuberkulose berät das Kreisgesundheitsamt. Des Weiteren sind Informationen über die Internet-Seiten des Robert-Koch-Institutes (www.rki.de) oder der WHO (www.who.int) abrufbar.