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Landrat Marx: Organ-Spenderausweise können zum Lebensretter werden

21.03.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat: Organ-Spenderausweise

können zum Lebensretter werden

„Gesundheitsamt ist bürgernaher

Dienstleister“ – Starker Rückgang in Hessen

VOGELSBERGKREIS ( ). „Einmal mehr erweist sich das Kreisgesundheitsamt als bürgernaher Dienstleister“, bewertet Landrat Rudolf Marx die seit gut einem Jahr neue Aufgabenstellung, die Bevölkerung über die Notwendigkeit von Organ-Spenderausweisen zu informieren und für deren Verbreitung zu sorgen. Dieser neuen Aufgabe habe sich das Gesundheitsamt gerne angenommen, heißt es im Jahresbericht 2001. Vor allem die Ortsnähe mache das Gesundheitsamt zur richtigen Anlaufstelle bei diesem wichtigen Thema. „Organ-Spenderausweise können zum Lebensretter werden“, unterstreicht der Landrat.

Zur Zeit warten in Deutschland mehr als 14.000 Patienten auf eine Transplantation. Täglich versterben drei Patienten auf der Warteliste. Die Steigerung der Organspende nach dem Tod stellt auch in absehbarer Zeit die einzige Möglichkeit dar, diesen Patienten zu helfen, bewertet das Gesundheitsamt die Situation. Der Rückgang der Spenderbereitschaft vor allem in Hessen macht dem Gesundheitsamt große Sorgen.

Im internationalen Vergleich findet sich Deutschland mit 12,5 Spendern pro einer Million Einwohner im letzten Drittel, in Österreich lag diese Rate bei 20,8 und in Spanien sogar bei 31,5. Die Zahl der Spendermeldungen aus den Krankenhäusern stieg in den letzten Jahren an, in 42,6 Prozent der Fälle wurde eine Organentnahme realisiert. In 37,7 Prozent der Fälle, in denen keine medizinischen Ausschlussgründe gegen eine Organspende sprachen, wurde die Organspende von den Angehörigen abgelehnt. Im regionalen Vergleich bestehen in Deutschland erhebliche Unterschiede. Während in Bayern im Jahr 2000 eine Zunahme um fast 20 Prozent zu verzeichnen war, sank die Zahl der Spender in Nordrhein-Westfalen um über 20 Prozent, in der Region Mitte, zu der die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland gehören, nahm die Zahl der Organspenden um etwa 8 Prozent ab. Dieser Abfall war durch einen Einbruch der Spenderrate um 27,5 Prozent in Hessen zu erklären, während im Saarland und in Rheinland-Pfalz die Zahl der realisierten Spenden um 17,6 bzw. 14,3 Prozent anstieg.

Laut einer Forsa-Umfrage vom November 2000 wären über 70 Prozent der Bundesbürger grundsätzlich damit einverstanden, nach ihrem Tod Organe zu spenden. Nur 14 Prozent besitzen aber einen Organspendeausweis. Dabei ist ein deutlicher Unterschied zwischen den Gruppen der Befragten zu erkennen, die sich über das Thema informiert haben und denen, die sich nicht damit beschäftigt haben. In der ersten Gruppe würden über 80 Prozent einer Organentnahme zustimmen und 35 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Dies weise darauf hin, so das Gesundheitsamt in ihrem Bericht, dass die Information der Bevölkerung über alle wichtigen Themen im Bereich Organspende weiter intensiviert werden muss.

Ziel müsse es sein, den Anteil an Organspende-Ausweisträgern zu erhöhen. Mit dem Spenderausweis werde der mutmaßliche Wille eindeutig und nachvollziehbar dokumentiert. Auch könne über den Ausweis die Spende eingeschränkt oder gar abgelehnt werden. Dies führe zu einer deutlichen Entlastung der Angehörigen, die in allen Fällen ohne Spenderausweis im Sinne des Verstorbenen entscheiden müssten.

Organspender-Ausweise sind in den Gesundheitsämtern Alsfeld und Lauterbach erhältlich. Ansprechpartner bei Fragen zur Organspende sind im Gesundheitsamt Lauterbach Dr. Willi Mumenthaler, Telefon 06641/977-405 und im Gesundheitsamt Alsfeld Karin Obst, Telefon 06631/792-763.