Kontakt
Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
Kreisverwaltung des Vogelsbergkreises
Goldhelg 20
36341Lauterbach (Hessen)
Telefax: +49 6641 9775 333

Geißel: Denkmalschutz hat hohe Bedeutung für den Vogelsbergkreis

14.03.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Geißel: Denkmalschutz hat hohe

Bedeutung für den Vogelsbergkreis

Jahresbericht: Schloss Romrod, Schlitzer Hallenburg

und Altstadtfenster in Alsfeld waren wichtige Themen

VOGELSBERGKREIS ( ). Auf die hohe Bedeutung des Denkmalschutzes für den Vogelsbergkreises weist Kreisbaudezernent Heinz Geißel (FWG) im Jahresbericht 2001 des Bauamtes hin. Die Ämterverknüpfung von Unterer Denkmalschutzbehörde mit dem Kreisbauamt ist aus der Sicht von Geißel sehr praxisbezogen. Beide Aufgabenbereiche seien nämlich eng miteinander verzahnt. Insbesondere werde die Verfahrensabwicklung optimiert und dadurch Zeitverluste für Bürger und Bauprojekte vermieden.

Denkmalschutz helfe mit, die „unverwechselbare Schönheit unserer Dörfer und Städte zu bewahren“, so Geißel im Jahresbericht, weshalb er allen Eigentümern von denkmalgeschützten Gebäuden dankbar sei für die kulturelle Verantwortung, die sie übernommen hätten. Außerdem trage der Denkmalschutz zur Sicherung hochqualifizierter Arbeitsplätze im heimischen Handwerk bei.

Im Mittelpunkt der denkmalpflegerischen Betreuung und Aufgaben des vergangenen Jahres standen der weitere Ausbau des Schlosses in Romrod, der Sanierungsbeginn der Hallenburg in Schlitz zu einer Landesmusikakademie und das Thema der nicht denkmalgerechten Fenster in Kulturdenkmälern der historischen Altstadt von Alsfeld.

Nach jahrelangen intensiven Bau- und Sanierungsarbeiten mit einem Kostenaufwand von etwa 14,3 Millionen Euro wird das Schloss Romrod zu einem Schulungszentrum der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umgebaut und im nächsten Jahr seiner künftigen Nutzung zugeführt werden.

Die Hallenburg in Schlitz wird mit einem Kostenaufwand von etwa 2,6 Millionen Euro zu einer Landesmusikakademie ausgebaut. Hier wurde im vergangenen Jahr nach intensiven denkmalfachlichen Erörterungen auf der Grundlage eines Gutachtens entschieden, eine 200 Jahre alte Tapete sozusagen „außer Haus“ zu restaurieren. Deswegen können die Rohbauarbeiten in allen Räumen zügig ausgeführt und voraussichtlich die kurze Bauzeit eingehalten werden.

„Damit werden zwei prägende Bauwerke, die fast dem Verfall preisgegeben waren, vorbildlich erhalten und einer sinnvollen Nutzung zugeführt“, betont Kreisbeigeordneter Geißel. Darüber hinaus würden die Städte Romrod und Schlitz durch diese bedeutsamen und beispielgebenden denkmalpflegerischen Maßnahmen nachhaltig gestärkt – weit über die Region hinaus. Dies werde sich beispielsweise auch positiv auf das Hotel- und Gastronomiegewerbe auswirken.

Eine bereits jahrelang vernachlässigte Notwendigkeit habe die Untere Denkmalschutzbehörde nun „mit Entschlossenheit und klarer Zielsetzung angepackt“: Die vielen in Material und Form nicht denkmalgerechten Fenster in zahlreichen Gebäuden der historischen Altstadt von Alsfeld. Nach einer intensiven, detaillierten Bestandsaufnahme wurde den betroffenen Hauseigentümern im Rahmen einer Informationsveranstaltung im letzten August die Problematik der Fenstergestaltung in ihren historischen Fachwerkhäusern verdeutlicht.

Annähernd 100 Bürger seien der Einladung gefolgt und hätten das umfangreiche Informationsangebot mit Lösungsvorschlägen genutzt. In der Veranstaltung wurde deutlich gemacht, dass der Denkmalwert der einzelnen Gebäude und der Gesamtanlage durch die ungegliederten, oft in Kunststoff ausgeführten Fenster erheblich gemindert wird.

In Kooperation mit den betroffenen Eigentümern sollen individuelle Fensteraustauschkonzepte unter Gewährung finanzieller Anreize seitens der Stadt Alsfeld und damit zur Vermeidung von kostenpflichtigen Ersatzvornahmen gefunden werden. Erste positive Ergebnisse konnten auch in Folge von etwa 100 persönlichen Gesprächen bzw. mit Beratungen vor Ort erzielt werden. In einigen Fällen konnten bereits gemeinsam Realisierungskonzepte entwickelt werden, wobei ein besonderer Anreiz zur Umsetzung durch die in Aussicht gestellte finanzielle Förderung durch die Stadt Alsfeld vorliege, wertet Geißel den weiteren Fortgang dieses mittelfristigen Projekts optimistisch. Der Dezernent wörtlich: „Jedem Beteiligten ist dabei klar, dass Fehlentwicklungen aus über 25 Jahren nur mittel- bis längerfristig zu beheben sind.“