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Windkraft-Stopp: Landrat Marx appelliert an RP und Regionalversammlung

08.03.2002 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Windkraft-Stopp: Marx appelliert

an RP und Regionalversammlung

Landrat möchte Naturschutz stärker berücksichtigt

wissen und Unfrieden in den Kommunen verhindern

VOGELSBERGKREIS ( ). In einem Schreiben an Regierungspräsident Wilfried Schmied und den Vorsitzenden der Regionalversammlung Mittelhessen, den Limburger Landrat Dr. Manfred Fluck, appelliert der Vogelsberger Landrat Rudolf Marx dringend, den Naturschutz als Ablehnungsgrund für neue Windkraftstandorte wesentlich stärker als bisher in die Entscheidungen einfließen zu lassen. „Helfen Sie bitte mit, die berechtigten Interessen des Vogelsbergkreises zu wahren. Setzen Sie Ihre Entscheidungskompetenz dafür ein, wieder Augenmaß in die Debatte zu bringen. Jeder neue beantragte Windkraftstandort gehört auf den Prüfstand“, fordert der Vogelsberger Landrat.

Marx freut sich sehr über die politische Unterstützung seiner Argumente durch den Naturschutzbund Deutschland, der sich kürzlich massiv gegen weitere Windkraftanlagen ausgesprochen hatte. Gemeinsam mit dem NABU setzt sich Marx für die Erstellung eines „Gesamtgutachtens“ ein, das die Umweltverträglichkeit aller Windkraftstandorte nachhaltig bewerte.

Aus den bereits vorhandenen 150 könnten bald 200 Anlagen geworden sein, wenn der Wildwuchs weiter zugelassen werde, so Marx. Dem Regierungspräsidium bzw. dem Umweltamt in Marburg als Genehmigungsbehörde bei mehr als zwei Anlagen komme eine sehr hohe Verantwortung zu. Die Regionalversammlung, die mit der Verabschiedung des Regionalplans wesentlich mehr Flächen als bisher für Windkraft-Investoren zur Verfügung gestellt habe, stehe nun in der Verantwortung, regulierend einzugreifen.

Gleichviel ob Abweichungsanträge zum existierenden Regionalplan auf der Tagesordnung stünden oder in Form von Einzelüberprüfungen die ökologischen und volkswirtschaftlichen Interessen der Region Vogelsberg gestützt würden, jeweils geht es dem Vogelsberger Landrat darum, das „naturästhetische Antlitz der Region“ zu bewahren.

Der Vogelsbergkreis mit seiner unverwechselbaren reizvollen Mittelgebirgslandschaft drohe bei einem weiteren Anwachsen der Windkraftstandorte im Bereich des Natur- und Landschaftsschutzes sowie bei der notwendigen und politisch gewollten Förderung des Tourismus immer stärker ins Hintertreffen zu geraten. Durch eine ungerechtfertigte und auch ungerechte Fördersystematik des Bundes bei der Stromeinspeisung sowie durch die geschaffenen Fakten durch den nun wirksamen Regionalplan sei ein Wildwuchs von Anlagen zu befürchten, den er als Landrat des Vogelsbergkreises nicht hinnehmen könne.

Landrat Rudolf Marx lenkt den Blick auch auf eine Entwicklung, die ihm „große Sorgen“ mache: Die Welle der neuen Anlagen bzw. bereits ihre Beantragung stifte verstärkt Unruhe und Unfrieden in den Städten und Dörfern. Nachbarn begegneten sich feindselig, bereits jetzt habe eine private Prozessflut begonnen. Das dürfe so nicht weitergehen, fordert Marx.

Wo die Kreisbauaufsicht Einfluss nehmen könne, werde sie dies tun. Die Vogelsberger Städte und Gemeinden, die Abweichungsanträge stellen oder dies vorhaben, erhielten von der Kreisverwaltung jede mögliche Unterstützung. Auf der regionalpolitischen Ebene sei der Vogelsbergkreis aber auf die Entscheidungen des Umweltamtes und der Regionalversammlung angewiesen.