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Internationaler Gewaltschutztag: „Wir brechen das Schweigen“

25.11.2016 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Sichtbares Zeichen gegen Gewalt: Die Fahne von „Terre des femmes“ wird am Lauterbacher Landratsamt gehisst. Hinter der Aktion stehen (von links): Fred Weißing (stellv. Leiter Diakonie), Michaela Stefan (WIR-Koordinatorin), Sandra Obenhack (Bündnis für Familie), Christa Kerly (Bezirkslandfrauenverein Lauterbach), Renate Lackner (Violeta), Hans Dieter Herget (Sprecher im Familienbündnis), Erster Polizeihauptkommissar Peter Muth, Kriminaldirektor Andreas Böhm (Leiter Polizeistation Lauterbach), Christel Dippel (Bezirkslandfrauen), Kreisbeigeordnete Magdalena Pitzer (Beauftragte für Integration, Inklusion und Gleichstellung), Kreisbeigeordnete Stephanie Kötschau, Vizelandrat Dr. Jens Mischak, Kreisbeigeordnete Rosemarie Müller, Heike Bohl (Familienbündnis), Elvira Idt (Netzwerk gegen Gewalt) und der Opferschutzkoordinator der Polizeidirektion Vogelsberg Wolfgang Keller. Foto: Gaby Richter

Bundesweites Hilfetelefon – Mitarbeit bei „Gewalt–Sehen–Helfen“ und „1coolermove“

Am „Internationalen Gewaltschutztag“ setzten Vizelandrat Dr. Jens Mischak, die Beauftragte für Integration, Inklusion und Gleichstellung Magdalena Pitzer, die Polizei, das Familienbündnis, das Diakonische Werk, der Bezirkslandfrauenverein Lauterbach und das Netzwerk gegen Gewalt wieder ein gemeinsames Zeichen: Am Hauptgebäude der Kreisverwaltung in Lauterbach wurde die blaue Fahne mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt an Frauen – Frei leben ohne Gewalt“ gehisst. „Wir brechen das Schweigen“ ist das zentrale Motto in diesem Jahr: Das bundesweite Hilfetelefon mit der Rufnummer 08000 116 016 sollte überall bekannt sein – sie ist jederzeit erreichbar und zusätzlich vielsprachig, eine Hilfe für betroffene Frauen aller Nationen.

Gewalt an Frauen und Mädchen ist leider nach wie vor an der Tagesordnung. Und die Gewalt hat viele Gesichter: körperliche, sexuelle, aber auch verschiedene Formen psychischer Gewalt wie Demütigung, Beleidigung, Belästigung bis hin zur Androhung von Schlägen oder gar Tötung. In den allermeisten Fällen sind die Täter männlich und gehören dem persönlichen Umfeld des Opfers an. „Den Betroffenen kann nur dann geholfen werden, wenn die Öffentlichkeit aufgeklärt und sensibilisiert wird. Gewalt bekämpfen kann nur funktionieren, wenn sie politisch und gesellschaftlich geächtet und auch sanktioniert wird“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Jens Mischak. Im Vogelsbergkreis arbeiten der Runde Tisch Gewaltschutz und das Handlungsfeld Gewaltprävention im Familienbündnis genau an diesen Themen: Aufklären, Öffentlichkeit schaffen, Hilfsangebote bekannt machen.

„Oft ist es die Polizei, die zuerst bei gewalttätigen Auseinandersetzungen, sei es im häuslichen Bereich oder in der Öffentlichkeit, gerufen und um Hilfe gebeten wird. Gerade hier ist es wichtig, den Geschädigten Unterstützung und Hinweise zu geben, an wen sie sich wenden können, um weitere professionelle Hilfe zu erhalten“, sagt Wolfgang Keller, der Opferschutzbeauftragte der Polizeidirektion Vogelsberg. Für die Polizei sei es deshalb sehr wichtig zum Thema Gewalt mit Behörden und Institutionen sehr eng zusammen zu arbeiten. Zum weiteren Schutz von Opfern von Sexualdelikten sind in einer Gesetzesnovelle zur Verbesserungen zum Schutz der sexuellen Selbstbestimmung Übergriffe wie z.B. die „Nein-heißt-Nein“-Lösung verschärft worden.

„Ganz wichtig ist unsere lokale Rufnummer für Frauen und Kinder in Not, die wie die bundesweite Rufnummer rund um die Uhr erreichbar ist“, erklärt Kreisbeigeordnete Magdalena Pitzer und spricht die Mitarbeit in weiteren Programmen an: Im Landesprogramm „Gewalt-Sehen-Helfen“ und bei der Kampagne „#1coolermove“ der Landesarbeitsgemeinschaft hessischer Frauen- und Gleichstellungsbeauftragter zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration.

„Gewalt-Sehen-Helfen“ möchte eine „Kultur des Hinsehens und Helfens“ fördern und deutlich machen, dass jeder Mensch unabhängig von Alter, Geschlecht, Größe oder Körperbau, in der Lage ist, in einer Gewaltsituation Hilfe zu leisten, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu bringen. Jeder soll lernen möglichst frühzeitig bedrohliche Situationen wahrzunehmen, dem Bauchgefühl zu folgen und sich entweder selbst aus der unangenehmen Situation zu befreien oder anderen Menschen zu helfen, sich aus einer für sie möglicherweise unangenehmen Lage zu lösen.

Auf www.1coolermove.de kann spielerisch ein „EQ-Test“ absolviert werden, um die emotionale Intelligenz auf unterhaltsame Art zu überprüfen – dabei geht es um „das komische Gefühl“, das die alltägliche Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt im öffentlichen Leben auslöst. Die interaktive Website ist eher für Jugendliche und Junggebliebene gemacht und wird über soziale Medien verbreitet. Nach dem Test erhält man Tipps, wie man reagieren kann und findet weiterführende Links zu Unterstützungsangeboten.

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