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Was haben Schiedsrichter und Chefs gemeinsam?

21.11.2016 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Der ehemalige Profischiedsrichter Lutz Wagner mit René Lippert (KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter) nach seinem anschaulichen Vortrag „Gerechtigkeit und Fairplay – auf dem Sportplatz wie im Unternehmen“. Fotos: Michael Richter

Arbeitgeberveranstaltung der KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter mit Schiedsrichter Lutz Wagner: „Gerechtigkeit und Fairplay – auf dem Sportplatz wie im Unternehmen“

Die Rolle eines Schiedsrichters und die eines Chefs sind nicht so verschieden, wie man zunächst vermuten könnte. Die Parallelen verdeutlichte der Schiedsrichter und Schiedsrichterausbilder Lutz Wagner sehr anschaulich in seinem Vortrag „Gerechtigkeit und Fairplay – auf dem Sportplatz wie im Unternehmen“. Die KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter hatte zum fünften Mal die heimischen Unternehmen eingeladen, und rund 70 Gäste waren in die Aula der Schule an der Wascherde gekommen, um den Empfehlungen des Referenten zu lauschen, sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Landrat Manfred Görig eröffnete die Veranstaltung und betonte die Wichtigkeit von Werten wie Gerechtigkeit und Fair Play in allen Bereichen unseres täglichen Lebens. Im Unternehmen hat der Chef dafür Sorge zu tragen, dass alles regelkonform abläuft – im Fußball ist es die Aufgabe des Schiedsrichters. Von beiden – Chef und Schiedsrichter – wird Ähnliches erwartet: Sie sollen Konflikte lösen können und ein offenes Ohr für Probleme haben, sollen dabei aber stets unparteiisch sein  und keine Mannschaft oder einzelne Angestellte bevorzugen.

Entscheidungen müssen schnell und sicher getroffen werden, sollen für die Betroffenen transparent und nachvollziehbar sein und die Fairness sollte hierbei immer das höchste Gebot darstellen. „Der Schiedsrichter hat 0,7 Sekunden Zeit, um seine Entscheidung zu Treffen. Agieren statt reagieren ist hier das Stichwort! Es ist zu spät zu pfeifen, wenn die Fans bereits johlen und auf Foul plädieren – dann gilt man als beeinflussbar“, betonte Lutz Wagner in seinem Vortrag.

Damit eine Entscheidung beim Personal auf Akzeptanz stößt, müsse also ein Chef den schmalen Grat zwischen einer zu frühzeitigen und einer zu späten Entscheidung bewandern und den richtigen Zeitpunkt treffen. Und damit seine Aussage akzeptiert wird, müssten auch Mimik und Gestik mit der Aussage übereinstimmen, so Wagner. Seine Empfehlungen für Gespräche und Meetings: „Oberstes Gebot ist es, sich solchen Situationen niemals unvorbereitet zu stellen.“ Schon im Vorfeld sollte man die Situation analysieren und sich die Fragen stellen: Wer könnte mir im Gespräch Probleme bereiten, welche Argumente vertritt die gegnerische Seite und welche Interessen verfolgt sie, wer steht auf meiner Seite?

Sich vorbereiten: ja, vorbelastet in ein Gespräch gehen: nein. Nur dann könne man faire und unvoreingenommene Entscheidungen treffen, unterstrich Wagner. Auch für den Umgang mit Kritik gab der Schiedsrichter seiner Hörerschaft etwas mit auf den Weg: Kritik dürfe nicht emotionalisiert werden sondern müsse auf einer sachlichen Ebene bleiben. „Nicht ich als Person werde kritisiert, sondern eine meiner Handlungsweisen, die meinem Gegenüber nicht gefallen hat. Das muss man trennen.“

Im Anschluss an den interaktiven Vortrag, bei dem die Gäste anhand von Filmsequenzen aus dem Fußball über Recht und Unrecht entscheiden und entsprechend die rote oder gelbe Karte zücken durften, gab es noch Gelegenheit für Fragen an den ehemaligen Profischiedsrichter und für Gespräche mit der KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter. Dort gehören Gerechtigkeit und Fairplay zur Arbeit: Ähnlich wie gegnerische Fußballmannschaften sind die Bewerber, die um einen Arbeitsplatz konkurrieren, auf Fairness und Gerechtigkeit des Schiedsrichters beziehungsweise des Einstellungskomitees angewiesen.

Schon in vier Städten und Gemeinden hat die KVA Vogelsbergkreis seit 2014 Regionalprojekte durchgeführt. Ziel der Projekte ist es, den Teilnehmern durch eine betriebliche Praxiserprobung neue Erfahrungen zu ermöglichen, neue Kompetenzen zu entwickeln oder bereits vorhandene Kompetenzen weiter auszubauen. Viele Menschen konnten dadurch eine Beschäftigung in Wohnortnähe finden. Die Regionalprojekte werden durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen des Programmes „Kompetenzen entwickeln – Perspektiven eröffnen“ gefördert. Sie zeichnen sich durch eine besonders intensive Betreuung der Teilnehmer und eine enge Zusammenarbeit des Arbeitgeberservice der KVA Vogelsbergkreis – Kommunales Jobcenter mit den Akteuren auf dem Arbeitsmarkt der jeweiligen Gemeinde aus.

Lutz Wagner in Aktion: „Positives Herangehen ist gefragt…“