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Grußwort von Landrat Rudolf Marx zum Jahreswechsel

27.12.2001 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Mit Weitblick, Mut und der Bereitschaft

zur Verantwortung die Zukunft packen“

Grußwort von Landrat Rudolf Marx zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen,

liebe Mitbürger,

nichts hat die Welt seit Ende des Zweiten Weltkriegs so sehr verändert, wie der entsetzliche Terroranschlag auf die westliche Welt am 11. September. Wir haben gespürt, wie verletzlich unsere auf Freiheit und Menschenwürde angelegte Welt ist. Wir haben aber auch gespürt, wie stark das einigende Band des Westens ist, geprägt durch das gemeinsame Wertesystem. Die Demokratien wissen, dass die Werte Menschenwürde, Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verteidigt werden müssen, dass Freiheit nicht von allein entsteht. Wir haben gelernt, dass es Freiheit ohne Sicherheit nicht gibt. Und wir haben auch gelernt, dass Toleranz dort seine Grenze hat, wo verblendete Fanatiker alle friedliebenden Menschen bedrohen. Im Inneren unseres Landes haben – trotz aller bleibenden Konflikte – die politischen Kräfte die Erfahrung machen können, dass das Einigende stärker wiegt als das Trennende. Das ist eine gute Botschaft – auch für das nun vor der Tür stehende Jahr 2002.

Bei uns im Vogelsbergkreis hat das Jahr 2001 deutliche politische Veränderungen gebracht. Christdemokraten, Freie Demokraten und Freie Wähler haben im März eine Koalition für die Wahlzeit bis 2006 vereinbart. Erst vor wenigen Tagen wurde der erste gemeinsame Haushalt verabschiedet, der drei zentrale Botschaften in sich birgt: kein weiterer Anstieg der Schulden, vielmehr mittel- und langfristig Abbau der Verbindlichkeiten, zweitens ein kraftvoller Investitionsschub in unseren Schulen, vorrangig am Standort Alsfeld und drittens der betriebswirtschaftlich gebotene, Bürgernähe stärkende und vernünftige Anbau an der Kreisverwaltung in Lauterbach. Mir ist persönlich – sowohl als Dezernent für die Schulen als auch für die Finanzen – sehr wichtig, dass die allesamt notwendigen Maßnahmen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Beides ist wichtig: eine moderne, bürgernahe Verwaltung und gute Schulen. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst.

Der Kreistag hat auch – einstimmig – beschlossen, dass der Vogelsbergkreis Hauptgesellschafter an der neu gegründeten Touristik GmbH wird. Das ist eine sehr wichtige Entscheidung, die unseren Vogelsberg im wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus in den kommenden Jahren deutlich voranbringen wird. Gerade weil ich den Tourismus für so bedeutsam halte, setze ich mich mit Nachdruck gegen das Aufstellen weiterer Windkraftanlagen ein. Sie stören unser Landschaftsbild, sind unsicher und für viele Bürger eine Belästigung. Ich werde auch im kommenden Jahr mit allen Städten und Gemeinden sowie dem Regierungspräsidenten weiter nach einem Weg suchen, wie die Flut von Anträgen weiterer Betreiber gestoppt werden kann.

Im Zusammenhang mit dem 11. September hat die Weltwirtschaft einen herben Schlag erhalten. Auch bei uns in Deutschland geht die Arbeitslosigkeit wieder nach oben. Ich bin froh darüber, dass die wirtschaftliche Struktur im Vogelsbergkreis durch die vielen hochkompetenten Klein- und Mittelbetriebe sehr solide ist. Mit Mut und Optimismus werden wir auch diese wirtschaftliche Talfahrt überstehen. In einem Dutzend Firmenbesuchen konnte ich mich im ablaufenden Jahr davon überzeugen, wie viel Tatkraft und Know-How in den heimischen Unternehmen steckt.

Im Vogelsbergkreis ist es üblich geworden, dass zur Erreichung gemeinsamer Interessen zusammengearbeitet wird. Wo ich dies kann, werde ich den wirtschaftlich gebotenen „Blick über den Tellerrand“ im kommenden Jahr mit unterstützen. Ich nenne nur wenige Beispiele: die Krankenhäuser in Lauterbach und Alsfeld nutzen Synergien, damit die Krankenhausversorgung stabil bleibt. Der Landkreis und Städte arbeiten gemeinsam mit der Kirche zusammen, damit schulnahe Sozialarbeit betrieben werden kann, beispielsweise in Alsfeld und Schotten. Gut ist auch die Zusammenarbeit zwischen der landrätlichen Verwaltung und den Kommunen, was die Zulassung von Autos angeht. In neun von 19 Gemeinden können die Kraftfahrzeuge jetzt vor Ort angemeldet werden. Das ist Bürgerservice, wie ich ihn mir wünsche.

Mit Genugtuung errfüllt mich auch die immer enge werdende Zusammenarbeit und Freundschaft mit unseren Partnerkreisen Schmalkalden-Meiningen, Oberhavel und Reinickendorf. Sowohl auf der politischen als auch auf Verwaltungsebene bestehen enge Kontakte. Das 10-Jahres-Jubiläum wurde in Meiningen und Oranienburg würdig begangen. Den Tag der Deutschen Einheit haben Vogelsberger Kreispolitiker dieses Jahr gemeinsam mit Berliner Freunden in Reinickendorf gefeiert. Der Vogelsbergkreis wird weiterhin seinen Anteil am Zusammenwachsen unserer Nation leisten.

Verehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

kurz vor Beginn des neuen Jahres, das in den Geschichtsbüchern vielleicht einmal mit der Einführung des Euro als dem entscheidenden Schub für das Zusammenwachsen und die wirtschaftliche Stabilität Europas erwähnt werden wird, wünsche ich Ihnen Kraft, Gesundheit und den Mut, notwendige Entscheidungen zu treffen

Ich wünsche Ihnen Glück und bedanke mich bei allen, die bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft, für unser demokratisches Staatswesen zu übernehmen. Mit Mut, Weitblick und der Bereitschaft zur Verantwortung werden wir gemeinsam unseren Vogelsbergkreis auch im Jahre 2002 kraftvoll weiter nach vorne entwickeln.

Herzlichst

Ihr

Rudolf Marx

Landrat