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Gesundheitsamt rät von Solarienbesuchen ab

07.12.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Das Gesundheitsamt rät

von Solariumsbesuchen ab

„UV-Strahlung generell schädlich“ –

... und wenn schon, dann nur mit Solariums-Check

VOGELSBERGKREIS ( ). Das Vogelsberger Gesundheitsamt rät wegen der damit verbundenen Risiken generell davon ab, künstliche UV-Strahlung zu kosmetischen Zwecken, zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens oder zur medizinischen Gesundheitsprophylaxe einzusetzen. Das Amt teilt damit die wissenschaftliche Auffassung des Bundesamtes für den Strahlenschutz. Von dieser Empfehlung, so die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Hildegard Schulte, ausgenommen ist eine ausdrücklich medizinisch angezeigte UV-Bestrahlung im Rahmen von Therapiemaßnahmen, beispielsweise bei bestimmten Hautkrankheiten. Die Risiken von Sonnenbränden, frühzeitiger Hautalterung, vor allem aber die Möglichkeit, Hautkrebs auszulösen, werde allgemein weit unterschätzt, betont Dr. Schulte. UV-Strahlung sei ohnehin schädigend. Der natürlichen Belastung (Sonne) solle keine künstliche UV-Strahlung hinzugefügt werden. Künstliche UV-Strahlung ist nicht „gesünder“ als natürliche Strahlung.

Künstliche Bräunung birgt allgemein Risiken – es gibt aber darüber hinaus Menschen, die besonders gefährdet sind. Dazu zählen zum Beispiel Personen mit empfindlicher Haut, mit auffälligen oder besonders häufigen Pigmentmalen oder Sommersprossen sowie Personen, die an Hautkrebs oder Vorstufen davon erkrankt sind oder waren und Personen, bei denen eine familiäre Veranlagung zu Hautkrebs besteht. Kinder und Jugendliche im Alter unter 18 Jahren sollten Solarien keinesfalls nutzen.

Wer sich trotz der Risiken für den Besuch von Solarien entscheidet, sollte sich an bestimmte Verhaltensregeln halten und auch das Solarium einem „Check-up“ unterziehen.

Es sollte zunächst mit einem Hautarzt abgeklärt werden, ob ein erhöhtes individuelles Risiko vorliegt. Zudem sollten nur Geräte genutzt werden, die den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission entsprechen und von sachkundigem Personal betreut werden. Von einer Vorbräunung in Solarien, z.B. vor dem Urlaub wird abgeraten, da sie das Gesamtrisiko erhöht. Grundsätzlich sollte jegliche UV-Bestrahlung möglichst gering gehalten werden. Deshalb sollte die Anzahl der Solarienbesuche begrenzt werden. Wichtig ist auch, dass man im Solarium kein Sonnenschutzmittel, keine Duftstoffe und Kosmetika anwendet. Im Solarium muss immer eine Schutzbrille getragen werden.

Solange nicht ersichtlich ist, dass die UV-Bestrahlungsgeräte in Solarien den Empfehlungen der Strahlenschutzkommission entsprechen, kann die Auswahl eines Solariums durch folgenden „Solarium-Check“ erleichtert werden. Alle in diesem Check aufgelisteten Punkte sollten mit Ja beantwortet werden können. Vor allem die Sachkompetenz des Bedienungspersonals ist hier gefordert.

Der Solarium-Check:

Das Sonnenstudio ist beaufsichtigt und hat nicht einfach Münzautomaten.

Das Personal ...

hat mich auf die Gesundheitsschädlichkeit der UV-Strahlung hingewiesen und mir Informationen über die Wirkung der UV-Strahlung ausgehändigt.

 lässt keine Personen unter 18 Jahren oder mit Hauttyp I auf die Sonnenbank.

 hat sich erkundigt, ob ich Medikamente genommen habe, und darauf hingewiesen, dass ich ungeschminkt und ohne Parfüm auf die Sonnenbank sollte

 hat meinen Hauttyp bestimmt

 hat mich gefragt, wie lange mein letzter Solariumsbesuch zurückliegt.

 hat meine Anfangsbesonnungszeit errechnet

 hat sich nach eventuellen Sonnenbränden und Hautkrankheiten erkundigt

 hat mir (ungefragt) eine Schutzbrille gegeben

Das Bräunungsgerät ...

ist mit dem Hinweis versehen „Vorsicht! UV-Strahlung kann Schäden an Augen und Haut verursachen. Schutzhinweise beachten!“

 gehört laut Hinweis auf dem Solarium zum Gerätetyp II oder III

 ist mit Angaben zur max. Anfangsbestrahlung und max. Höchstbestrahlung versehen.

 schaltet sich nach der Höchstbestrahlungsdauer automatisch ab

Eine Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und der Deutschen Krebshilfe ist in den Gesundheitsämtern Alsfeld, Färbergasse 3, 36304 Alsfeld und Lauterbach, Bahnhofstraße 51, 36341 Lauterbach erhältlich.

als natürliche UV-Strahlung.