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Hessens erste Fachwirtinnen für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk" kommen aus dem Vogelsberg

22.11.2001 Von: Vogelsberg Consult GmbH

Hessens erste „Fachwirtinnen für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk“ kommen aus dem Vogelsberg

Unternehmerfrauen schließen Fortbildung erfolgreich ab

Erstmals in Hessen führte die Vogelsberg Consult den Lehrgang „Geprüfte Fachwirtin/Geprüfter Fachwirt für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk“ durch. An dieser Fortbildung nahmen seit August 2000 zwölf Unternehmerfrauen aus Vogelsberger Handwerksbetrieben teil. Am letzten Mittwoch war es dann soweit; im Rahmen einer Feierstunde erhielten die „neuen“ Fachwirtinnen durch die Handwerkskammer Wiesbaden ihre Zeugnisse.

Die Fortbildung „Geprüfte Fachwirtin/Geprüfter Fachwirt für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk“ war eines von insgesamt sechs Projekten, das im Rahmen der Qualifizierungsoffensive Hessen (I) von der Vogelsberg Consult durchgeführt wurde. Die Qualifizierungsoffensive selbst strebte die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, der Produktivität sowie der Mitarbeitermotivation durch Aktivierung der unternehmensinternen Potentiale an. Und das sowohl in Handwerks- als auch Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Die zukunftsbezogene Entwicklung des Humankapitals, gerade in kleinen und mittleren Betrieben, war zentraler Ansatzpunkt der Qualifizierungsoffensive. Dieses Projekt wurde nach Ziel 4 des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Auch der Vogelsbergkreis hat mit einem Zuschuss die Qualifizierungsoffensive unterstützt und somit die Projektarbeit zusätzlich gestärkt.

„Aufgrund der Initiative der Vogelsberg Consult GmbH, eine Weiterbildung für Unternehmerfrauen im Handwerk - wohnortnah - im Vogelsbergkreis anzubieten, konzentrierten sich unsere Vorbereitungen nicht nur auf eine kaufmännische Weiterbildung. Viel mehr konzentrierten sich unsere Bemühungen auf ein Bildungsprojekt, das der Zielgruppe im Ergebnis ein eigenes Berufsbild und somit eine bundesweite Anerkennung ermöglichen würde“, so Thomas Schaumberg, Geschäftsführer der Vogelsberg Consult. An dieser Stelle beglückwünschte Schaumberg die Teilnehmerinnen. Sie hätten hochmotiviert gearbeitet und ernteten jetzt den Erfolg in Form eines erfolgreichen Abschlusses. Darüber hinaus dankte er allen Institutionen, die mitgeholfen haben, den Weg für diese Weiterqualifizierung zu ebnen. Der erfolgreiche Beginn und somit die Lehrgangsdurchführung sei nicht zuletzt den gemeinsamen Anstrengungen insbesondere der Handwerkskammer Wiesbaden, der Investitionsbank Hessen AG, dem Hessischen Wirtschaftsministerium, dem Hessischen Sozialministerium, der Kreishandwerkerschaft Vogelsbergkreis sowie dem Arbeitskreis der Unternehmerfrauen im Handwerk Vogelsberg zuzuschreiben.

Schaumberg freue sich, daß der Vogelsbergkreis hier Vorreiter für Hessen gewesen sei. Mit dem Abschluß zur Fachwirtin für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk, dürften dieTeilnehmerinnen jetzt auch auszubilden. Die Vogelsberger Unternehmen verfügten damit über 12 weitere Ausbilderinnen, die sicherlich ihren Beitrag zur Verbesserung des Ausbildungsmarktes im Kreis leisten werden. Darüber hinaus entschuldigt Schaumberg Ministerialrat Dieter Faul aus dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung. Faul, zuständig für Außenwirtschaft, Berufliche Bildung und Mittelstand ließ an alle Beteiligten Grüße übermitteln. Er lobe die Arbeit der Vogelsberg Consult; sie könne auf dieses Projekt stolz sein. „Nicht zuletzt wird damit wieder einmal dokumentiert“, so Landrat Marx, „wieviel Potential an Innovation die ländliche Region in sich birgt.“

Es war ein arbeitsintensiver Weg, doch im Juli 2000 trat in Hessen als erstem Bundesland nach den Modellprojekten in Bayern und Rheinland-Pfalz die Prüfungsordnung in Kraft. Sie ermöglicht jetzt Unternehmerfrauen, Meisterfrauen, mitarbeitenden Partnern/Partnerinnen oder Mitarbeitern im Handwerk, sich für eine professionelle kaufmännische Betriebsführung zu qualifizieren. Um den speziellen Bedürfnissen dieser Zielgruppe zu entsprechen, war eine individuelle Fortbildung, zeitlich flexibel, berufsbegleitend, im Bausteinsystem und insbesondere handlungsorientiert gewollt. Insgesamt umfasste der Lehrgang 470 Unterrichtsstunden und bestand aus den vier Modulen Betriebswirtschaft, Recht, Personal sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. Die Prüfungen wurden nach dem jeweiligen Modul vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Wiesbaden abgelegt. Alle vier bestandenen Teilprüfungen führten dann zum bundesweit anerkannten Abschluß „Geprüfte Fachwirtin/Geprüfter Fachwirt für kaufmännische Betriebsführung im Handwerk“.

Erfolgreich haben die Fortbildung abgeschlossen: „Gabriele Domaschka, Domaschka GmbH & Co. KG, Lauterbach, Karin Haas, Zuckerbäckerei Haas, Schotten, Astrid Härtel, Landgasthof Habermehl, Schlitz, Doris Happ, Firma Matthias Schmitt, Bad Salzschlirf, Anita Hohmeier, Die Nudelwerkstatt A. Hohmeier, Schlitz-Bernshausen, Helena Kromm, Kromm GmbH Hoch- und Tiefbau, Grebenhain-Hochwaldhausen, Katharina Krug, Manfred Krug Stahlbau, Romrod, Gabriele Merz, Merz GmbH - Bedachungen -, Lautertal-Meiches, Cornelia Rausch, Zimmerei und Holzbau Thomas Rausch, Grebenhain, Elke Rühl, Zimmerei Reinhold Rühl, Feldatal-Köddingen, Esther Stein, Hartmann Spezialkarosserien GmbH, Alsfeld“. Die vorgenannten Fachwirtinnen gaben ebenfalls, stellvertretend durch deren Kolleginnen Frau Haas und Frau Merz, folgendes Statement ab: „Wir waren mit der Organisation und Durchführung der Fortbildungsmaßnahme sehr zufrieden. In vielen Handwerksbetrieben ist es gang und gäbe, daß die Ehefrau an der Seite ihres Mannes den Betrieb führt. Sind erst einmal Kinder und Familie da, sind die Möglichkeiten im Vogelsberg bzw. in dieser ländlichen Region sich weiterzubilden sehr begrenzt. Die wohnortnahe, berufsbegleitende und zeitlich flexibel gestaltete Durchführung ermöglichte es den Frauen erst, an der Fortbildung teilzunehmen. Besonders durch das handlungsorientierte Lernschema kann das Wissen im Berufsalltag sofort umgesetzt werden. Die Frauen gewinnen an Selbstvertrauen und können ihren Arbeitsbereich besser managen. Dies kommt letztendlich auch dem Unternehmen zu gute. Unser positives Fazit: „In jeder Hinsicht empfehlens- und nachahmenswert.“

Mittlerweile bieten weitere Bildungsträger in anderen Regionen die Fortbildung zur Fachwirtin an. So zum Beispiel die Handwerkskammer Rheinhessen in Mainz (seit Sept. 2001), die Kreishandwerkerschaft Fulda (ab Frühjahr 2002) oder etwa das Berufsbildungs- und Technologiezentrum Lahn-Dill der Handwerkskammer Wiesbaden in Wetzlar (ab 16.08.2002). Dies zeige, daß sich die Mühe gelohnt habe, stellte Geschäftsführer Schaumberg abschließend fest.