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Fortbildung sichert die Qualität in den Kindergärten

16.11.2001 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Marx: „Fortbildung sichert die

Qualität in den Kindergärten“

Erfolgreiches Seminar unter Federführung

der Fachberatung im Kreisjugendamt

VOGELSBERGKREIS ( ). Zu den vielfältigen Aufgaben des Amtes für Jugend, Familie und Sport in der Kreisverwaltung gehört auch die Kindergarten-Fachberatung. Die Organisation von Fortbildungsveranstaltungen für die Leiterinnen von Kindergärten oder Horten ist hierbei sehr bedeutsam. Darauf macht Landrat Rudolf Marx in einer Pressemitteilung aufmerksam.

Die Aufgaben und Anforderungen seien durch die zunehmende Berufstätigkeit von Müttern, den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz, die Veränderung von Öffnungszeiten und den zum Teil sehr differenzierten Vorstellungen der Eltern in den vergangenen Jahren ständig gewachsen. Leiterinnen seien zu Managerinnen ihres Betriebs geworden, erläutert die Kindergarten-Fachberaterin Brigitte Folke.

Deshalb sei der Ruf nach Fortbildung für Leiterinnen immer lauter geworden und die im Lauterbacher Landratsamt zuständige Fachberatung habe die Idee einer mehrteiligen Reihe in die Tat umgesetzt, so Landrat Marx. Folgende Schwerpunkten habe man festgelegt: 1. Aufgabe und Funktionen von Leitung, 2. Führung und Begleitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, 3. Einbindung in das Gemeinwesen und 4. Qualitätssicherung und –entwicklung. Es habe eine enge Zusammenarbeit mit der Lauterbacher Fachschule für Sozialpädagogik und dem Hessischen Fortbildungswerk in Wiesbaden stattgefunden.

Kürzlich fand der vorerst letzte Teil statt, in dem es um die Qualität der Kindereinrichtungen ging und an dem 15 Vogelsberger Leiterinnen (das sind knapp 30%) teilgenommen haben. Weitere Anfragen für einen neuen Leitungskurs liegen im Landratsamt bereits vor.

Was zeichnet die Qualität eines Kindergartens aus? Ist sie mess- und vergleichbar? Was kann eine Leiterin tun, um Mitarbeiterinnen zu motivieren, Eltern in die Arbeit einzubeziehen und alles nach außen darzustellen? Dies waren nur einige Fragen, die im Laufe der Fortbildungswoche aufgegriffen wurden. Zusammenfassend lässt sich sicher feststellen, dass Qualität kein abstrakter Begriff ist, sondern etwas aussagt über die gelungene (oder eben nicht gelungene) Umsetzung von abstrakten Anforderungen und Wünschen in ein zufriedenstellendes Angebot, der Abgleich also zwischen Theorie und Wirklichkeit. So müsse jede Einrichtung ihre eigenen Qualitätsstandards entwickeln, unterstreicht Brigitte Folke.

Übereinstimmend äußerten alle anwesenden Leiterinnen am Ende der Fortbildung, dass sie gestärkt und mit vielen neuen Ideen in ihren Alltag zurückkehren werden. Bleibt nur zu hoffen, dass alle, die diese Kindereinrichtungen nutzen, von diesem Prozess profitieren.

Einen Kindergarten oder Hort zu leiten, erfordere vielfältige Fachkompetenzen, die eine Erzieherin in ihrer Ausbildung so zunächst nicht erworben habe. Während der dreijährigen Fachschulausbildung erfahre sie viel über Pädagogik und wie diese umsetzbar ist, sie erhalte Einblicke in psychologische Zusammenhänge und in spezielle pädagogische Schwerpunktbereiche. Aber was Umsetzung der politischen Vorgaben, Personalführung, Qualitätsentwicklung, Zufriedenstellung der Kinder und ihrer Eltern bedeute, werde in der Schule nicht gelehrt und wäre auch eine Überforderung für die Ausbildung, so Folke. Um Leiterin einer Kindertageseinrichtung (so lautet der Oberbegriff für alle Arten von Kinderbetreuung) zu werden, brauche es zunächst eine langjährigen Berufserfahrung als Gruppenleitung, eine persönliche Reife und die Bereitschaft, sich um die aktuellen Themen zu kümmern, die die Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen mitbringen.