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Propst Eibach und Landrat Marx im Dialog

01.11.2001 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

„Gemeinsame Verantwortung

für die Menschen in der Region“

Landrat und Propst loben die gute Zusammenarbeit

zwischen Vogelsbergkreis und Evangelischer Kirche

VOGELSBERGKREIS ( ). Der Vogelsberger Landrat Rudolf Marx und der Propst für Oberhessen Klaus Eibach waren sich nach einem intensiven Meinungsaustausch im Lauterbacher Kreishaus einig: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung für die Menschen in der Region. Der Vogelsbergkreis und die Evangelische Kirche arbeiten gut zusammen.“ Besonders im Bereich sozialer und diakonischer Einrichtungen und der Jugendhilfe gebe es erprobte und gut funktionierende Kooperationen, die zukünftig fortgesetzt und ausgebaut werden sollen, teilen das Landratsamt und die Evangelische Propstei Oberhessen in einer gemeinsamen Erklärung mit.

An dem Gespräch zwischen Marx und Eibach nahmen auch der Lauterbacher Dekan Dr. Volker Jung und Erster Kreisbeigeordneter Karl Erich Weber teil. Um die Begegnung hatte das Mitglied des Leitenden Geistlichen Amtes der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) im Rahmen des zur Zeit im Bereich Lauterbach stattfindenden kirchlichen Besuchsdienstes gebeten, zu dem auch Treffen mit Verantwortlichen des politischen Lebens der Region gehören.

Bei dem Meinungsaustausch erklärte Propst Eibach, der Evangelischen Kirche sei die Kenntnis über die „Außensicht“ wichtig. Die Bedürfnisse und Erwartungen von Kreisen und Kommunen spielten bei Entscheidungen über kirchliches Engagement eine wichtige Rolle. „Uns ist an einem guten Miteinander zwischen Staat und Kirche gelegen, denn wir sind aufeinander angewiesen,“ sagte Eibach.

Landrat Marx verwies auf viele gemeinsame Projekte im Vogelsbergkreis, zum Beispiel in der kirchlich-kommunalen Gesellschaft „Neue Arbeit“, in der schulnahen Jugendarbeit in Schotten und Alsfeld, bei der Notfallseelsorge oder bei den Betreuungsvereinen gebe. Der Kreis freue sich über das Engagement des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche und die Arbeit der Dekanate. Daneben sei auch die „seelsorgerliche Tätigkeit“ sehr wichtig. Hier geschehe „segensreiche Arbeit“, wenn sich die Kirche zum Beispiel um Ängste der Menschen angesichts der politischen Weltlage kümmere oder bei persönlichen Unfällen für die Menschen da sei. So sei zum Beispiel die „Notfallseelsorge“ im Vogelsbergkreis ein bemerkenswertes Projekt. Die Kreispolitiker und die Kirchenvertreter erörterten auch Möglichkeiten der Stabilisierung der Zusammenarbeit im Bereich der Jugend- und Drogenberatung. Marx wörtlich: „Suchtprävention bleibt sehr wichtig. Wir dürfen nicht kapitulieren!“

Weitere Themen des intensiven Meinungsaustausches waren grundsätzliche Fragen zum Erziehungsauftrag von Staat und Kirche, deren Vorbildfunktion sowie der glaubwürdigen und nachhaltigen Vermittlung von Grundwerten angesichts einer Vielfalt von Wertesystemen und Frömmigkeitsformen. Daneben diskutierten die Vertreter von Staat und Kirche auch über den Konsultationsprozess innerhalb der Evangelischen Kirche zur möglichen Segnung homosexueller Paare. Einig waren sich Marx und Eibach abschließend, dass der Vogelsbergkreis und die Evangelische Kirche „gemeinsame Wege“ gehen müssten, „weil wir gemeinsam Verantwortung für die Menschen der Region tragen“.