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"Das brauchen wir nicht in unserem ländlichen Raum"

20.09.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Gleichstellungsbeauftragte Emmermann informierte sich in Mücke über

geplante Ansiedlung eines Erotik-Unternehmens

 

VOGELSBERGKREIS ( ). "Das brauchen wir nicht in unserem

ländlichen Raum. Es passt nicht hierher." Dies ist der Kommentar der

Gleichstellungsbeauftragten des Kreisausschusses, Sylke Emmermann, die

sich vor Kurzem in Mücke-Atzenhain über den geplanten Sex-Shop nahe der

Autobahn kundig machte. Im Gespräch mit der Sprecherin des

"Arbeitskreises gegen die Errichtung eines Sex-Shops mit Entertainment",

Heike Dörr, verdeutlichte die Kreisbeigeordnete, dass es nicht um

Sexualfeindlichkeit oder um den "erhobenen Zeigefinger" gehe, wenn man

der Errichtung des geplanten Zentrums kritisch gegenüber stehe. Vielmehr

gehe es darum, die Risiken von sexuellen Übergriffen und das "Nachziehen

von Prostitution" im Umfeld des Etablissements gerade in dieser Nähe zur

dörflichen Struktur unseres Vogelsbergkreises und des Kreises Gießen zu

verhindern.

 

Natürlich gehöre es zu einer freien Gesellschaft, dass es auch solche

Unternehmen gebe. "Aber die Politik muss das ja nicht auch noch

fördern", betonte Sylke Emmermann während des Ortstermins. Sie teile

nicht die Auffassung von Bürgermeister Matthias Weitzel, die geplante

Ansiedlung des Erotik-Zentrums nahe der Autobahnabfahrt bei Atzenhain

sei unproblematisch. Sie freue sich aber, dass sich der Rathauschef nun

offenbar gesprächsbereit zeige, nicht zuletzt wohl wegen der weit über

1.100 Unterschriften die der Arbeitskreis bereits gegen die Ansiedlung

gesammelt habe. Dies sei fast ein Viertel der Wahlbevölkerung. Es gehe

um Kinderschutz und das Ankämpfen gegen die Förderung von Prostitution,

die erwiesenermaßen oftmals Gewalt und weitere Kriminalität nähre und

nach sich ziehe. Das Argument, die Gemeinde könne auf

Gewerbesteuereinnahmen hoffen, hält die CDU-Politikerin für "stark

zweifelhaft". Möglicherweise seien hier seriösere Betriebe auch eher

geeignet, um der Gemeindekasse und dem Wohl der Bürgerinnen und Bürger

zu dienen.

 

Heike Dörr vom Arbeitskreis gegen die Errichtung des Sex-Shops

berichtete von "sehr viel Aufgeschlossenheit" innerhalb der Bevölkerung

für das Anliegen der Bürgerinitiative. Zunächst vorhandene Zustimmung

zum Sex-Shop wandele sich in Ablehnung, wenn auf die Risiken gerade für

die Heranwachsenden hingewiesen werde. "Unsere Debatte ist zu einem

Selbstläufer geworden", berichtete die Sprecherin. Die meisten

Sexualdelikte geschähen zwar im engsten Umfeld der Opfer, "wir müssen

jedoch jedes vermeidbare Risiko verhindern, wenn wir dazu in der Lage

sind", waren sich Emmermann und Dörr einig.

 

 

BILD:

 

Unser Bild zeigt die Sprecherin des "Arbeitskreises gegen die Errichtung

eines Sex-Shops mit Entertainment", Heike Dörr (links) im Gespräch mit

der Kreisbeigeordneten Sylke Emmermann vor dem Gelände des geplanten

Unternehmens nahe der Autobahn.

Bild: Vogelsbergkreis