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Marx: Baustein auf dem Weg zu einer schlagkräftigen Tourismusorganisation

17.09.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Erstes Vogelsberger Radler-Seminar in

Bermuthshain als Kontakt- und Ideenbörse für Anbieter

 

VOGELSBERGKREIS ( ). Mehr als 60 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer konnte Schirmherr Landrat Rudolf Marx vor Kurzem gemeinsam

mit Hausherrn Andreas Desch in der Kulturscheune "Zum Wilden Mann" in

Bermuthshain zum ersten Vogelsberger Radler-Seminar begrüßen. Marx

freute sich über das große Interesse und die Bereitschaft der sieben

Referenten, vorhandene und neue Informationen zu vernetzen und umgehend

für hiesige Anbieter in einer Ideen- und Kontaktbörse nutzbar zu machen.

Mit dem Vulkanradweg und großen Anteilen hessischer Fernradwege besitze

die Region Vogelsberg hessenweit etwas ganz Besonderes.

 

Der Landrat lobte ausdrücklich auch die fruchtbare Arbeit des

VBV-Geschäftsführers Armin Klein, der mit den Bussen des

Vulkan-Expresses an Sonn- und Feiertagen äußerst erfolgreich sei.

"Dieses Seminar ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer

schlagkräftigen Tourismusorganisation", machte Marx deutlich und dankte

der Fachberaterin für Tourismus und kommunales Marketing, Gudrun Haas,

für die Organisation, Durchführung und Moderation der ganztägigen

Veranstaltung. Sie betonte: "Wenn wir als Region wahrgenommen werden

wollen, müssen alle Akteure voneinander lernen und sich vernetzen."

 

Die Geografin Nicole Gilla vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC)

warb dafür, bei der Qualitäts-Zertifizierung "Bett & Bike" mitzumachen.

Gastronomische Betriebe erhalten - bei Erfüllung wichtiger Kriterien für

die Radsportler - ein Gütesiegel, das jedem Touristen deutlich macht:

Hier bin ich als Biker genau richtig. Gleichzeitig werden die

Mitgliedsbetriebe in verschiedenen Medien präsentiert und umfassend

beraten. Etwa drei Dutzend Betriebe in der Vogelsberg-Region sind

bereits Mitglied bei Bett & Bike. Die Referentin verwies auf den

Wachstumsmarkt Fahrradfahren. Allein im ersten Halbjahr 2000 seien 3,3

Millionen Fahrräder verkauft worden, zwei Millionen Deutsche machen

schon jetzt Fahrradurlaub - mit einer Verdoppelung könne gerechnet

werden. Informationen gibt es unter www.bettundbike.de.

Hartmut Greb aus dem Bereich Wirtschaftsförderung/Regionalentwicklung im

Lauterbacher Landratsamt berichtete vom starken Wunsch nach einem

Radwegenetz, das eine differenzierte Routenplanung möglich mache. Fünf

der neun hessischen Fernradwege führten durch den Kreis. Gemeinsam mit

den Gemeinden bemühe sich der Kreis um Vernetzungen und einheitliche

Beschilderungen. Ziel sei auch, möglichst viele Gemeinden an das

Herzstück, den Vulkanradweg, anzubinden. Eine regionale Radwanderkarte

soll im Frühjahr 2002 auf den Markt kommen. Wichtig sei auch eine gute

Verknüpfung von Rad und Bus/Bahn. In der Diskussion wurde angeregt,

verstärkt auch Mountainbiker zu erreichen, die fernab aller Wege durch

die schöne Landschaft fahren wollten.

 

Armin Klein, Geschäftsführer der VBV (Vogelsberger Verkehrsgesellschaft)

zeigte sich sehr optimistisch: "Beides, der Vulkan-Express und der

Vulkan-Radweg sind hessenweit einmalig in dieser Größenordnung." Was als

Pilotprojekt im Mai 2000 begann, soll nun jährlich in der Sommersaison

von Mai bis Oktober weitergeführt werden, die Verhandlungen mit dem RMV

laufen bereits. Etwa 18.000 Fahrgäste haben den Vulkan-Express bereits

genutzt. Dies stütze den Tourismus nachhaltig. Die 70-seitige

Begleitbroschüre des VBV-Vulkanexpress, sei in einer Auflage von 60.000

Exemplaren an weit über 100 Stellen verteilt worden.

 

Markus Stern, Geschäftsführer des Tourist Center Alsfeld GmbH, machte

deutlich, dass auch Teilregionen über den Tellerrand hinausschauen und

umliegende Gemeinden einbeziehen und dann in die regionale Konzeption

einbeziehen sollten. Im konkreten Falle Alsfelds werden überörtliche

Wege bewertet und umgeplant, damit sie für den Nutzer besser

funktionieren. Auch dort wird ein einheitliches Beschilderungssystem

angestrebt. Stern wörtlich: "Rundwege sind kein statisches System, das

kann modifiziert werden."

 

Frank Müller vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Schotten

informierte darüber dass von den 2200 Kilometern hessischer Radfernwege

250 im Vogelsbergkreis verlaufen: Der R1 im Schlitzerland, der R 2 von

Fulda nach Neustadt, der R 4 von Nidda nach Schmalstadt, der R 6 von

Grünberg über Homberg/ Ohm nach Kirchhain und der R 7 von Limburg nach

Bad Hersfeld. Ganz wichtig des ASV ist die Qualitätssicherung, das heißt

eine einheitliche, ausreichende Beschilderung (mit Fern- und Nahziel),

sowie gute Standorte der Schilder. Das ASV prüft die Routen, die

Oberflächen, die Streckenführung und die Festlegung neuer Strecken. Die

Radfernwege sind bereits durch einen engen regionalen Dialog teilweise

regionalen Strecken zugeordnet worden und haben nun als Touren-Angebote

griffige Namen wie zum Beispiel "Ohmtaltour" oder "Hoherodskopfsteig".

 

Tobias Jost vom Zweckverband Vukan-Radweg und Heiko Schött von der Firma

BaseNet informierten über den Internet-Auftritt des Vulkan-Radweges.

Ziel sei es, Pauschalangebote zu präsentieren. Besonders wichtig sei es,

neue Angebote und Veranstaltungen immer mitzuteilen, um die Aktualität

im Internet sicher zu stellen. Die Adresse: www.vulkanradweg.de. Die

Website hat gegenwärtig bereits rund 7000 Besucher pro Monat.

 

Bei den Workshops nachmittags ging es bereits um die konkrete Vernetzung

der Ideen und der Kontakte. Dabei spielte die Entwicklung von

Pauschalangeboten ebenso eine Rolle wie neue Tourenvorschläge und die

Kooperation von Radverleihern, um die Logistik für die Nutzerinnen und

Nutzer zu erleichtern ("hier ausleihen, dort abgeben").