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Masern sind (k)eine Kinderkrankheit

04.09.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Gesundheitsamt empfiehlt Schutzimpfung

 

VOGELSBERGKREIS ( ). Die Krankheit beginnt mit Fieber,

Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten, ehe sich ein grobfleckiger,

dunkelroter Ausschlag über den ganzen Körper ausbreitet. Bei zehn bis

zwanzig Prozent der Erkrankten kommt es zu Komplikationen, die in

Einzelfällen auch zu Behinderung und Tod führen können. "Masern sind

daher keine leicht zu nehmende Kinderkrankheit, und die Möglichkeit der

Schutzimpfung sollte unbedingt genutzt werden", betont Dr. Hildegard

Schulte, die Leiterin des Vogelsberger Gesundheitsamtes.

 

Seit diesem Jahr sind Masern gemäß dem neuen Infektionsschutzgesetz bei

Verdacht und Erkrankung meldepflichtig. Dem Robert-Koch-Institut in

Berlin wurden bereits 5.093 Meldungen von Masernerkrankungen

übermittelt, darunter ein Todesfall. Das Institut rechnet mit bundesweit

mit zwölf Fällen pro 100.000 Einwohner. Es gibt deutlich mehr Fälle in

den alten Bundesländern.

 

"Die Impfung gegen Masern wird viel zu wenig genutzt", stellt Dr.

Schulte fest. Die ständige Impfkommission (STIKO) am

Robert-Koch-Institut empfiehlt die erste Impfung nach dem vollendeten

11. Lebensmonat und eine zweite Impfung zur Schließung von

Immunitätslücken. Die STIKO empfiehlt seit kurzem, die zweite Impfung

möglichst früh, d.h. noch im zweiten Lebensjahr durchzuführen

(frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung, beide Impfungen

sinnvollerweise als kombinierte Masern-Mumps-Röteln- oder MMR-Impfung).

Diese Impfempfehlungen gelten für die gesamte Bundesrepublik und sind

Grundlage der Impfberatungen und Impfungen in den Gesundheitsämtern. In

Deutschland sind gegenwärtig selbst zu Schulbeginn nur etwa 85 % der

Kinder gegen Masern geimpft und die für alle Kinder empfohlene zweite

Impfung haben sogar weniger als 15 % erhalten. Um die Masern wirklich

auszurotten, wäre eine Durchimpfungsrate von mehr als 95 Prozent nötig.

 

Die Empfänglichkeit des Menschen - einziger Wirt des Masernvirus - ist

hoch. Die Übertragung erfolgt über die Luft durch Tröpfcheninfektion

(Husten, Niesen, Sprechen). Das Masernvirus führt bereits bei kurzem

Kontakt mit Erkrankten zu einer Infektion und löst bei über 95 % der

Infizierten Symptome aus. Bei rund einem Fünftel der Erkrankten kommt es

zu ernsthaften Komplikationen wie Lungenentzündung und

Mittelohrentzündung. Schwerwiegende Nebenwirkungen der Impfung wie

Gehirnhautentzündung (postvakzinale Enzephalitits) sind dagegen mit

einem Fall pro ein bis zwei Millionen Impfungen extrem selten.