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Parlamentarier informierten sich über Biogastechnik

05.07.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Landwirtschaftsausschuss des Kreistags informierte sich über Biogas-Nutzung

Stellvertretender Ausschuss-Vorsitzender Schmidt bedauert Fernbleiben der Grünen

 

VOGELSBERGKREIS ( ). Mitglieder des Ausschusses für Landwirtschaft, Forsten, Umweltschutz und Natur des Vogelsbergkreises sowie mehrere Kreisbeigeordnete besichtigten vor Kurzem auf Einladung des stellvertretenden Ausschussvorsitzenden Hans-Ulrich Schmidt (FWG) einen landwirtschaftlichen Betrieb in Gedern, der eine Biogasanlage zur Herstellung von Strom betreibt. Anlass der Informationsfahrt war der von Bündnis 90/Die Grünen eingebrachte Antrag auf Förderung derartiger Anlagen durch den Landkreis. Schmidt bedauerte das Fernbleiben der Grünen von dem Termin, der vom Hessischen Dienstleistungszentrum für Landwirtschaft, Gartenbau und Naturschutz (HDLGN) in Kassel in Zusammenarbeit mit der Hessen-Energie veranstaltet worden war.

 

Die sieben Ausschussmitglieder, Kreistagsvorsitzender Ulrich Künz, sein Stellvertreter Wilfried Göttert sowie Erster Kreisbeigeordneter Karl Erich Weber und die Kreisbeigeordneten Kurt Stiehler, Hans-Helmut Günther und Wilfried Wurtinger informierten sich auf dem Hof der Hild-Sauerwein GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) in Gedern-Nieder-Seemen - die beiden Landwirte sind unter anderem auch zum Zwecke des Betriebs dieser Anlage eine Kooperation eingegangen - über die Funktionsweise sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Betriebs einer Biogas-Anlage.

 

Der Landwirt Gerhard Sauerwein, Falk von Klopotek (Hessen-Energie) und Markus Ott von der Herstellerfirma Schmack Biogas GmbH gaben umfassende Erläuterungen zu der Anlage, was zu regem Nachfragen auf Seiten der Kreispolitiker führte. Falk von Klopotek sprach von einer Amortisationszeit von rund zehn Jahren bei Brutto-Investitionskosten von etwa 1,1 Millionen Mark. Gefördert wurde die Anlage mit 30 Prozent, zur Zeit sei durch das "Erneuerbare-Energien-Gesetz" des Bundes mit 25 Prozent zu rechnen.

 

Die Anlage wird vorrangig mit Gülle beschickt, kann aber auch mit Grassilage, Rasenschnitt und anderem betrieben werden. Es wird zu einem Drittel Strom, zu zwei Dritteln Wärme hergestellt. Der Betreiber hat eine Strom-Abnahmegarantie von 20 Jahren auf einen Preis von netto 20 Pfennigen. Die fermentierte Gülle ist nach den Ausführungen Klopoteks pflanzenverträglicher, hat weniger Giftstoffanteile und ist für die Umgebung praktisch völlig geruchlos.

 

Durch die Fermentierung der Gülle entsteht Biogas, das als Brennstoff energetisch genutzt werden kann. Das Biogas betreibt im vorliegenden Falle zwei kleine Blockheizkraftwerke, die eine durchschnittliche Jahresleistung von etwa 880.000 Kilowattstunden generieren. Dieses Potenzial entspricht etwa dem Jahres-Energieverbrauch von 220 Haushalten, so Falk von Klopotek auf Nachfrage.

 

Markus Ott von der Herstellerfirma verwies auf die Schlüsselfertigkeit und den hohen Bedienkomfort der Anlage, die täglich nicht mehr als eine halbe Stunde für den Landwirt in Anspruch nehmen sollte.