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Gesundheitsamt warnt vor Zeckenstichen

02.07.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Beim Beerenpflücken auf Zecken achten

Gesundheitsamt zur Boreliose-Gefahr - Keine Impfung möglich - Vorbeugung wichtig

 

VOGELSBERGKREIS ( ). Das Robert-Koch-Institut, die Nachfolgeeinrichtung des Bundesgesundheitsamtes, hat im Rahmen einer Studie festgestellt, dass der direkte Kontakt mit Büschen in Gärten, insbesondere in Waldnähe, ein bisher unterschätztes Risiko darstellt, über Zeckenstiche an einer durch Bakterien (Borrelien) verursachten Borreliose zu erkranken. Dies wurde in einer Studie festgestellt, bei der Erkrankte und nicht Erkrankte u.a. zu Zeckenstichen, zur Wohnungsumgebung und zu ihrem Freizeitverhalten befragt wurden. Auf diese Studie macht das Kreisgesundheitsamt in einer Pressemitteilung aufmerksam.

 

Zu den beiden wichtigsten, durch Zecken übertragenen Krankheiten zählen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, FSME, und die Lyme-Borreliose. Gegen die FSME gibt es eine wirksame Impfung, die nicht vor Lyme-Borreliose schützt.

 

Es wird empfohlen, lange helle Kleidung zu tragen und Zeckenschutzmittel zu verwenden. Besonders wichtig ist auch, den Körper nach Waldspaziergängen und nach dem Pflücken von Obst nach Zecken abzusuchen. Auch von Haustieren können Zecken auf den Menschen überspringen.

 

Die Lyme-Borreliose ist mit geschätzten mehreren zehntausend Fällen im Jahr die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in unseren Klimazonen. Zecken lassen sich nicht von Bäumen oder Sträuchern fallen, sondern sie sitzen an der Spitze von Gräsern oder anderen Pflanzen und werden vom Wirt abgestreift. Dies geschieht in der Regel von März bis Oktober mit einem Gipfel im Juni und im Juli.

 

Bis zu vier Wochen nach der Infektion kommt es häufig zu einer ringförmigen, nach außen fortschreitenden Rötung der Haut rund um die Einstichstelle. Unbehandelt kann die Infektion Nervenlähmungen, Gelenkbeschwerden, Herzmuskelentzündungen und andere Erscheinungen verursachen. Einen Impfstoff gibt es gegenwärtig noch nicht.

 

Die Borreliose kann in allen Altersgruppen vorkommen. Laut der Studie war jedoch das Risiko für ältere Menschen deutlich höher. Die untersuchten Erkrankten waren mit durchschnittlich 57 Jahren im Mittel 12 Jahre älter als die Kontrollpersonen. Diese Studie bestätigt damit Ergebnisse aus den USA.

 

Das Gesundheitsamt empfiehlt daher, nach Gartenarbeiten im Sommer den Körper auf Zecken zu untersuchen. Die Zecken sollten im Ganzen entfernt werden. Hierzu sollten u.a. Pinzetten benutzt werden. Nicht genutzt werden sollten Nagellackentferner oder Öl. Denn hierbei besteht die Gefahr, das die Zecken in ihrem Todeskampf erbrechen und so es zu einer vermehrten Infektion mit Borrelien kommt. Weiterhin sollte der Einstichbereich noch für längere Zeit beobachtet werden, ob sich eine Rötung, die nach außen fortschreitet, bildet.

 

Weitere Informationen zu dem Thema Zecken, Borreliose und FSME erhalten Sie durch Ihr Gesundheitsamt oder unter der Internet-Adresse des Bundesinstitutes für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin in Berlin (www.bgvv.de) oder beim Deutschen Grünen Kreuz in Marburg (www.dgk.de).