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Landrat Marx verabschiedet Dr. Heil

02.07.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Landrat Marx verabschiedete einen "Mann voller Entscheidungsfreude"

Dr. Helmut Heil geht nach über 30 Jahren in der Landwirtschaftsverwaltung in den Ruhestand

 

VOGELSBERGKREIS ( ). Immer wieder einmal umbenannt wurde der Name jener Behörde, an deren Spitze er seit über 30 Jahren in unverwechselbarer Weise stand: Leitender Regierungsdirektor Dr. Helmut Heil, bis Jahresende 2000 Chef des ARLL (Amt für Regionalentwicklung, Landschaftspflege und Landwirtschaft), nun, bis zu seiner Pensionierung Leiter der neuen landrätlichen Hauptabteilung LFN (Landwirtschaft, Forsten, Naturschutz), wurde kürzlich im Lauterbacher Kreishaus von Landrat Rudolf Marx mit Wirkung zum 30. Juni in den Ruhestand verabschiedet. Dr. Heil sei stets "ein Mann voller Entscheidungsfreude" gewesen - ein zuverlässiger Partner der heimischen Landwirtschaft, unterstrich der Landrat.

 

Landrat Marx dankte Dr. Heil für das jahrelange Einbringen "seiner hohen Kompetenz zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger des Vogelsbergkreises". Das segensreiche Wirken habe Dr. Heil vor allem durch das Umsetzen innovativer Ideen unter Beweis gestellt. Der 1992 initiierte Stadt-Land-Dialog sei maßgeblich von Dr. Heil mit auf den Weg gebracht worden. Betriebswirtschaftlich sinnvolle Gemeinschaftseinrichtungen, wie Maschinenhallen, Waschanlagen, Ställe, Lagerstätten für Gülle - all dies sei hessenweit beispielhaft und der Entschlusskraft des Landwirtschaftsexperten Dr. Heil zuzurechnen. Auch der Ausbau der Zehntscheune in Ulrichstein zu einem wichtigen regionalen kulturellen Treffpunkt könne auf die Initiativkraft von Dr. Heil zurückgeführt werden.

 

Dr. Helmut Heil nannte im Gespräch mit Landrat Marx, aus dessen Hand er Urkunde und Präsent erhielt, einen weiteren Bereich: "Die Dorferneuerung war mir wirklich ans Herz gewachsen", betonte Dr. Heil. Mit großer Freude habe er stets beobachtet, welche Potenziale die Menschen vor Ort freigelegt hätten, dadurch dass eingeflossene EU- und Landesgelder über die Koordinierung durch das ARLL bzw. seine Vorläufer gut gelenkt worden seien.

 

Ein weiteres Bemühen sei immer darauf gerichtet gewesen, im Vogelsberg langfristig eine flächendeckende Landbewirtschaftung durch landwirtschaftliche Betriebe zu gewährleisten. Nur auf diese Weise sei die Lebensqualität der Region im Hinblick auf Wohnen, Wirtschaften und Erholung sowie die vielfältige Natur zu erhalten. "Ich gehe mit Wehmut", ließ Dr. Heil den Landrat wissen und machte auch aus seiner Kritik an der Landesstrukturreform im Bereich Landwirtschaft keinen Hehl. "Es ist eine funktionierende Verwaltung zerschlagen worden", sagte Dr. Heil wörtlich.

 

Geboren in Neustadt, besuchte Dr. Heil zunächst die Gymnasien in Gelnhausen und Fulda. Er studierte in Frankfurt und Würzburg Jura und Volkswirtschaftslehre. Kurz nach der Promotion 1967 kam er 1968 als Assessor zum damaligen Kulturamt nach Lauterbach. 1971 wurde er stellvertretender Leiter des Hessischen Amtes für Landeskultur, das er dann seit 1973 leitete. Dieses Amt wurde dann erst zum "ALL", in einer weiteren Aufgabenerweiterung zum ARLL - und immer war Dr. Heil der Chef dieser Behörde, die große Millionenbeträge, auch im Bereich der EU-Finanzierung von regionalen Projekten, bewilligte.