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Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
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Maul- und Klauenseuche: Erläuterung der Rechtslage und Vorbeuge-Tipps

06.04.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Pressemitteilung des Veterinäramtes zum Thema MKS

a) Aktuelle Rechtslage

 

b) Empfehlungen zur Vorbeuge

 

Aktuelle Rechtslage:

 

- 4. MKS-Schutzverordnung vom 04.April 2001

 

Transporte

 

Klauentiere und Kameliden dürfen nicht bzw. nur mit Genehmigung des für den Betrieb zuständigen Veterinäramtes transportiert werden.

Für den Transport ist weiterhin die Zustimmung des für den Bestimmungsbetrieb zuständigen Veterinäramtes erforderlich.

Die Transportfahrzeuge sind vor und nach dem Transport der Tiere zu reinigen und mit einem wirksamen Desinfektionsmittel zu desinfizieren.

Die Transportgenehmigung wird nur erteilt für Transporte von Tieren unmittelbar aus einem Bestand zum Schlachtbetrieb (Schlachtviehtransport) oder in einen anderen Bestand (Nutzviehtransport), wenn sichergestellt ist, dass die Tiere nicht in Kontakt mit Tieren aus einem anderen Betrieb kommen

 

. Sammeltransporte sind somit nicht möglich.

 

Für Nutzviehtransporte muss zusätzlich vom Tierhalter bescheinigt werden, dass das Tier seit mind. 30 Tagen oder seit seiner Geburt im Herkunftsbestand gehalten wurde und dass während dieser Zeit kein empfängliches Tier (Klauentier oder Kameliden) in den Bestand eingestellt wurden.

 

Hinweis: Die aktuellen Antragsformulare für Transportgenehmigungen sind beim Veterinäramt in Lauterbach, Vogelsbergstr. 32, Tel. 06641/911 680 erhältlich.

 

Pferdetransporte sind bislang in Hessen nicht genehmigungs-pflichtig, sollten jedoch auf ein unumgängliches Maß reduziert werden, insbesondere, wenn es sich um Pferde handelt, die aus Beständen stammen, in denen auch Klauentiere gehalten werden.

 

 

- Erlasslage des HSM

 

Viehmärkte, Sammelstellen, Ausstellungen und Veranstaltungen ähnlicher Art sind derzeit (zunächst bis zum 12. April) untersagt. Hierunter fallen auch pferdesportliche Veranstaltungen wie Turniere, Körungen und Schauen.

 

Klauentiere und Kameliden in Zoos, Tierparks, Tierschauen oder ähnlichen Einrichtungen sind vom Publikumsverkehr abzusondern.

 

Zirkusunternehmen dürfen mit einer entsprechenden Transportgenehmigung nur innerhalb eines Bundeslandes weiterziehen.

 

Ein Weideauftrieb von Klauentieren auf betriebseigene Weiden ist möglich. Dies gilt auch für die Koppelhaltung von Schafen.

Untersagt ist das Treiben von Tieren über öffentliche Wege oder Grundstücke anderer Besitzer.

Bei Weidewechsel auf nicht zusammenhängende Flächen ist der Transport in geschlossenen Transportfahrzeugen unter Beachtung der oben genannten Transportvorschriften erforderlich.

 

 

Empfehlungen des Veterinäramtes zur MKS-Vorbeuge

 

Vermeidung sämtlicher unnötiger Kontaktmöglichkeiten zwischen Betrieben:

 

- Tierverkehr

 

- Personenverkehr

 

- gemeinschaftlich genutzte Gerätschaften

 

- Fahrzeugverkehr

 

Klauentiere sollten, wenn möglich nicht oder nur aus nahegelegenen Betrieben zugekauft werden.

Nachbarschaftsbesuche o.ä. sollten möglichst nicht den Stallbereich berühren und nicht in der Arbeitskleidung erfolgen.

Für Personen, die die Stallungen betreten müssen (z.B. Tierarzt, Handwerker o.ä.) sollte betriebseigene Schutzkleidung (Overall und Stiefel) zur Verfügung stehen.

 

Vor den Stallein-und ausgängen sollten Matten oder Wannen mit einer gegen Viruserkrankungen wirksamen Desinfektionsmittellösung aufzustellen.

Gemeinsam genutzte Geräte (Güllefass, Miststreuer etc.) sind vor Abgabe in einen anderen Betrieb gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.

Fahrzeuge sollten das Hofgelände nicht mehr als notwendig befahren, dies gilt insbesondere für die Fahrzeuge der Tierkörperbeseitigungsanstalt. Eine Lagerung von evtl. anfallenden toten Tieren zur Abholung sollte in dicht verschlossenen, wasserdichten und leicht zu reinigenden und desinfizierenden Behältern am Hofrand erfolgen.

 

Überprüfung der Einhaltung sonstiger tierseuchenrechtlicher Vorschriften im eigenen Betrieb:

 

- Kennzeichnung aller Tiere mittels Ohrmarken o.ä.

 

- Führung eines Bestandsregisters (auch in Kleinstbetrieben muss jeder Tierzu- oder -abgang mit Datum und Name und Adresse des Empfängers oder Verkäufers aufgeschrieben werden)

 

- Keine Verfütterung von Speiseabfällen an Klauentiere

 

 

Alle Maßnahmen, sowohl die gesetzlich vorgeschriebenen als auch freiwillige Maßnahmen der beteiligten Personenkreise können das Risiko sicher nicht auf Null reduzieren. Je sorgfältiger sie jedoch umgesetzt werden, desto höher sind die Chancen von der mit erheblichen Einschränkungen verbundenen MKS-Krise verschont zu bleiben.