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BESUCH Diakonie präsentiert ihr Angebot – Erweiterung denkbar

20.10.2016 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Vizelandrat und Jugenddezernent Dr. Jens Mischak (re.) im Gespräch mit Martina Heide-Ermel und Fred Weißing, Geschäftsführung der Diakonie Vogelsberg: Neben der Einrichtung „La Strada“ hält die Diakonie ein großes Portfolio ambulanter Angebote vor. Foto: Gaby Richter

Dr. Mischak: „Ein großes Portfolio an Beratungsangeboten“

Das Haus der Diakonie in Lauterbach: Große, helle und freundliche Räume, viel Platz auf zwei Etagen – Räume, die oft und gerne genutzt werden für die vielen ambulanten Beratungsangebote, die dort vorgehalten werden. Vizelandrat und Jugenddezernent Dr. Jens Mischak war dort zu Besuch, um sich einen Überblick über das vielfältige Angebot zu machen und „Fragen an die Politik“ entgegen zu nehmen. Das Angebot der Diakonie reicht von der Flüchtlingsarbeit und der Unterstützung ehrenamtlicher Helfer über Trauergruppen, Erziehungsberatung und Paarberatung bis hin zur Täterberatung, zu Seminarangeboten und dem einzigen stationären Angebot, der Wohnungsloseneinrichtung „La Strada“ in Alsfeld.

„Alle Angebote sind nicht konfessionsgebunden und kostenfrei“, erklärt Martina Heide-Ermel. Finanziert werden sie aus staatlichen und kirchlichen sowie aus Mitteln des Kreises. „Erst einmal kann jeder mit seinen Fragen oder Problemen zu uns kommen“, erzählt Fred Weißing, „wir sehen uns als eine Art Clearingstelle, gucken und sortieren oder leiten die Menschen auch weiter, wenn die Expertise woanders sitzt, wie beispielsweise beim Thema Schuldnerberatung.“ In Alsfeld und Lauterbach gibt es jede Woche einen Vormittag lang die „offene Sprechstunde“. Fest etabliert hat sich eine Trauergruppe, die sich seit 25 Jahren in Lauterbach trifft, auch die Täterberatung ist ein solches fest etabliertes Angebot.

„Täterberatung ist Opferschutz, weil jede positive Verhaltensänderung bei einem Täter hilft, weitere Opfer zu vermeiden“, so Weißing. Deshalb wird von Gerichten auch gelegentlich das halbjährige Programm mit 20 Terminen als Bewährungsauflage ausgesprochen, nach Auffassung Weißings „leider noch zu selten“. Aber: „Viele Männer melden sich tatsächlich selbst zum Gespräch an, weil sie spüren, dass sie etwas unternehmen müssen, um nicht ihre Partnerin oder die Familie zu verlieren.“ Oder aus einer anfänglichen Paarberatung entwickelt sich eine reine „Männerberatung“ – alle Varianten kommen vor.

Von Beginn an ist die Diakonie auch Partnerin im Netzwerk Erziehungsberatung, laut Weißing „ein sehr fruchtbares Konstrukt“, bei dem die Netzwerkpartner sich und ihre Arbeitsweise gegenseitig kennenlernen können. Zukünftig könnte man sich weitere Angebote vorstellen, zum Beispiel die Beratung von sexuell gewalttätigen und übergriffigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen oder die Arbeit im Täter-Opfer-Ausgleich. Ob für diese Angebote im Vogelsbergkreis ein Bedarf besteht, wird Dr. Mischak bei einem Gespräch im Amtsgericht Alsfeld klären. „Sollte das Gericht den Bedarf bestätigen, werde ich alle freien Träger im Kreis darüber informieren.“