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Sabine Galle-Schäfer, Presse/Kommunikation
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Gesundheitsamt Jahresbericht 2000 - Infektionsabwehr

03.01.2001 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Der beste Schutz gegen

Infektion: gut informiert sein

Beratung zur Vorbeugung wichtiger

Aufgabenbereich des Kreis-Gesundheitsamtes

VOGELSBERGKREIS ( ). Information verhütet Infektionen. Getreu diesem Motto liegt der Arbeitsschwerpunkt der Abteilung der Infektionsepidemiologie bei der Information zu praktisch allen Infektionskrankheiten. Ein zeitlich großer Aufwand wird auf die telefonische individuelle Beratung der Vogelsberger Bürger verwandt, teilt Landrat Rudolf Marx im Jahresbericht des Kreis-Gesundheitsamtes mit. Zum Angebot Informationsveranstaltungen, die sich an bestimmte Zielgruppen wenden: Schulklassen, Pflegepersonal, Kindergärtnerinnen. Eine bewährte Zusammenarbeit gibt es mit der AIDS-Hilfe Fulda, die regelmäßig einmal pro Woche im Gesundheitsamt Lauterbach für Beratungen zur Verfügung steht.

Seit Mitte vergangenen Jahres ist das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises vom Hessischen Sozialministerium auch als Gelbfieberimpfstelle anerkannt, so dass auch diese Impfung gemeindenah möglich ist und weite Anfahrten nach Marburg, Gießen, Fulda oder Frankfurt nicht mehr erforderlich sind.

Die Seuchengesetzgebung der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte waren geprägt durch sanitätspolizeiliche Traditionen. Diese hatten in Zeiten fehlender medizinischer Behandlungsmöglichkeiten bei Bedrohung ganzer Völker ihre klare Berechtigung. Heute kommt diesem Ansatz nur noch in sehr beschränktem Umfang Bedeutung zu. Der Gesetzgeber trägt diesem Umstand seit Beginn des Jahres 2001 durch das Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes Rechnung.

Die Gefahr des Einschleppens exotischer oder bei uns unter Kontrolle geglaubter Krankheitsbilder sowie neue und noch zum Teil wissenschaftlich nicht geklärte Krankheiten werden neue Herausforderungen stellen. Der Bericht des Gesundheitsamtes verweist hier beispielhaft auf Tuberkulose, auf Aids und auf die Gefahren, die von der Rinderseuche BSE ausgehen.

Das Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises beteiligte sich auch im Jahr 2000 an einer seit mehr als drei Jahren laufenden bundesweiten Studie zur Epidemiologie der Tuberkulose.

Die bundesweit durchschnittlich wahrscheinliche Rate von Tuberkuloseerkrankungen wird derzeit vom Statistischen Bundesamt mit acht Erkrankungen pro 100.000 Einwohner angegeben. Im Vogelsbergkreis gab es im Jahr 2000 bis Ende Oktober zehn Neuerkrankungen an Tuberkulose, die von der Gesundheitsbehörde des Kreises als ernstzunehmendes Problem sehr nachhaltig beobachtet wird.

Im Spätsommer des Jahres wurde die Vogelsberger Bevölkerung durch Meningokokken-Erkrankungen (Hirnhautentzündung) verunsichert. Meningokokken-Erkrankungen erfordern sofortiges seuchenhygienisches Handeln, da dieser Keim über Tröpfchen übertragen wird und aufgrund des teilweise dramatischen Verlaufes im Einzelfall zu Todesfällen führen kann. Meningokokken-Erkrankungen sind quasi seuchenhygienische Notfälle, die sofortige Aufklärung durch das Gesundheitsamt bedingen. So sind dem zuständigen Gesundheitsamt jede Meningokokken-Meningitis und Meningokokken-Sepsis umgehend zu melden. Das Gesundheitsamt leitet die notwendigen seuchenhygienischen Maßnahmen ein. Diese umfassen die Ermittlung von Kontaktpersonen, die Information Betroffener und der Medien, die Informatiom vorgesetzter Stellen sowie der niedergelassenen Kollegen. Auch informiert das Gesundheitsamt hinsichtlich der Chemoprophylaxe bei Auftreten von Meningokokken-Infektionen.

Für solche infektionsbedingten Notfälle oder bei gehäuftem Auftreten von Infektionskrankheiten wurde durch das Gesundheitsamt ein Alarmplan aufgestellt. Es ist gewährleistet, dass die Ärzte der Gesundheitsämter und auch die Hygieneinspektoren auch außerhalb der Dienstzeiten zu erreichen sind.