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Grußwort des Landrats zum Jahreswechsel

28.12.2000 Von: Pressestelle Kreisverwaltung Vogelsberg

Rudolf Marx: Für eine gute Zukunft

brauchen wir Fleiß und Zuversicht

Grußwort des Landrats und von

Kreisbeigeordnetem Schönfeld zum Jahreswechsel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit dem Jahr 2000 haben viele Menschen sehr hohe Erwartungen verknüpft. Das neue Jahrtausend, das ja mathematisch gesehen erst übermorgen beginnt, hat für viele etwas Magisches, fast Mystisches. Es erscheint jedoch sinnvoll, sich bei den Dingen, die im Leben wichtig sind, auf bewährte Tugenden zu verlassen. Fleiß, Mut, Zuversicht, fachliche und menschliche Kompetenz - dies sind Grundlagen des Erfolgs, den wir alle uns auch für das Jahr 2001 wünschen.

Im ablaufenden Jahr 2000 hat es wichtige neue Weichenstellungen in der Kreispolitik gegeben. Erstmals seit vielen Jahren ist durch die Direktwahl im Februar ein Christdemokrat an die Spitze des Landratsamts gewählt worden. Der Vertrauensbeweis war deutlich und die politische Veränderung hat keine Verwerfungen mit sich gebracht. Es hat sich aus Sicht der Unterzeichner als positiv und stabilisierend erwiesen, dass die beiden großen Volksparteien SPD und CDU ihre Koalition zum Wohle des Vogelsbergkreises fortgesetzt haben. Wir sind davon überzeugt, dass sich die Menschen in unserem Landkreis wünschen, dass aktiv Politik gemacht und die Zeit nicht mit unnötigen Reibereien vertan wird. Pragmatisch und zukunftsorientiert zu handeln, ist unser gemeinsames Ziel.

Damit die Menschen eine gute Perspektive haben, in der sich dann auch ihr privates Glück entfalten kann, braucht es verlässliche und entwicklungsfähige wirtschaftliche Grundlagen. Im Vogelsbergkreis befinden sich hochleistungsfähige Betriebe, die sich erfolgreich am Markt - teilweise international - behaupten. Wir brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Es ist ermutigend zu sehen, wie innovative Unternehmerpersönlichkeiten und hochqualifizierte Mitarbeiter den Standort Vogelsberg nicht nur sichern, sondern weiter ausbauen. Was die Entwicklungsperspektiven angeht, so hat auch die Kreispolitik Verantwortung übernommen. Mit dem mehrjährigen Vertrag zwischen dem Kreis und der Wirtschaftsfördergesellschaft Vogelsberg Consult wurde in diesem Jahr eine hervorragende Basis geschaffen, all die Potenziale, die in unserer Region vorhanden sind, auch wirklich zu erschließen. Da geht es um Existenzgründungshilfen, Beratung bei Fördergeldern aus Brüssel - viele Millionen Mark übrigens, die dem Vogelsbergkreis gut tun und sehr wirksam verwendet werden - Patentberatungen, Hilfen bei der Schaffung zusätzlicher Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Gerade auf die Vermehrung von Chancen der jungen Menschen müssen wir unsere gemeinsamen Kräfte richten. Wir müssen uns auch weiterhin bemühen, keinen, der wirklich will, vor der Tür stehen zu lassen. Es macht das Antlitz unserer Wirtschaftsordnung aus, dass sie effizient sein muss, gleichzeitig aber Teilhabe bewusst fördert - soziale Marktwirtschaft eben. Es gilt von Herzen all jenen zu danken, die Ausbildungsplätze bereitstellen und damit direkt Chancen für Menschen schaffen. Auch hier tut der Kreis aus eigener Kraft einiges. Der Verein für Berufsausbildung hat in den 15 Jahren seines Bestehens über 500 jungen Leuten ein Tor zum Leben aufstoßen helfen. Unsere Programme im Landratsamt, die darauf abzielen, Geld lieber für die Förderung von Arbeit und Ausbildung, als für die Zahlung von Sozialhilfe auszugeben, sind noch erfolgreicher geworden. Wieder konnten wir über 100 Menschen eine Beschäftigung oder die Möglichkeit einer Weiterqualifizierung verschaffen.

BSE - damit wird man wohl auch das zu Ende gehende Jahr 2000 verbinden. Wir müssen erkennen, dass in einer hochkomplexen Gesellschaft nicht alle Risiken ausgeschlossen werden können. Bei allen notwendigen Ermittlungen im Interesse der Volksgesundheit steht für uns jedoch eines fest: der heimischen Landwirtschaft kann mit ihren erstklassigen Produkten ein Höchstmaß an Vertrauen entgegengebracht werden. Viele Risiken lassen sich durch überschaubare Produktionsweisen deutlich reduzieren. Hier wird für uns alle ein Umdenkungsprozess einsetzen müssen, der auch vor einer anderen Preispolitik nicht halt machen kann, um den heimischen Landwirten das Überleben zu sichern.

Ein weiteres wichtiges Aktionsfeld für zusätzliche wirtschaftliche Möglichkeiten bleibt der Tourismus - auch wenn zum Jahresende der bisherige Fremdenverkehrsverband seine Arbeit einstellt. Wir sind davon überzeugt, dass jetzt der Weg frei ist für eine effektivere Vermarktung unserer Region in einer neuen Organisation. Hierbei ist uns sehr wichtig, die vielen klugen und innovativen Akteure, die sich um das zum Teil noch zarte Pflänzchen Tourismus bemühen, mit ihren Ideen in den neuen Schub nach vorn einzubinden. Beim Thema Tourismus darf der Hinweis auf die Inbetriebnahme des Vulkanradweges nicht fehlen. Bürgerschaftliches Engagement und die Verzahnung dreier Gemeindeinteressen haben ein hessenweit beispielhaftes Projekt ermöglicht, das schon jetzt als das Rückgrat des neuen Tourismuskonzepts gelten kann. Auch die Entscheidung der Landesregierung, die erste hessische Musikakademie nach Schlitz in die Hallenburg zu holen, ist eine der erfreulichsten Nachrichten für den ganzen Vogelsbergkreis im ablaufenden Jahr.

Neu in diesem Jahr war auch, dass erstmals nicht nur über Verwaltungsreform debattiert wurde, sondern etwas "Anfassbares" für die Bürgerinnen und Bürger entschieden wurde: Autos können seit einigen Wochen außer in Lauterbach und Alsfeld auch in einigen Gemeinden vor Ort an- und umgemeldet werden. Der Startschuss hierfür fiel im Oktober in Grebenhain. Die Bürgerinnen und Bürger haben jetzt kürzere Wege und können viel Zeit und Geld einsparen. Auch intern bleibt die Verwaltungsreform ganz oben auf der Tagesordnung. Oberste Ziele sind mehr Bürgernähe und das Einsparen von Kosten. Hierfür braucht es ein gut geschultes und hochmotiviertes Team im Kreishaus. Wir haben - sehr erfolgreich - unsere Anstrengungen vervielfacht, mit neuen Weiterbildungsangeboten die persönliche Weiterbildung und Entwicklung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Kräften zu fördern. Diesen Weg der Teilhabe werden wir fortsetzen. Die Ermutigung der eigenen Beschäftigten findet nach außen seine Entsprechung im Ernstnehmen der Bürger als Kunden. Verwaltungsreform bedeutet mehr als die Veränderung von Akten-Vorgängen. In Lauterbach wird die Reform auch "anfassbar": im Bereich der ehemaligen Döll-Hallen werden wir bauen, damit die Abläufe vor allem für die Kunden vernünftiger werden - die Zersplitterung des Landratsamtes auf viele Standorte wird mittelfristig ein Ende haben.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

im kommenden März sind Kommunalwahlen. Wir bitten Sie schon jetzt: Gehen Sie wählen, sehen Sie die neuen Wahlmöglichkeiten als bereichernd an. Stützen Sie demokratische Parteien, geben sie Feinden von Freiheit, Demokratie und Toleranz keine Chance. An die vielen Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer in den Parteien ergeht von unserer Seite der Appell: Seid fair! Verhaltet Euch so, dass Ihr Euch auch nach der Auseinandersetzung noch in die Augen schauen könnt!

Fleiß, Mut, Zuversicht - das sind die Grundlagen für ein gutes 2001. Aber natürlich brauchen wir alle auch Gottvertrauen, Gesundheit und Glück. Das wünschen wir Ihnen von Herzen. Wir Menschen haben nicht alles in der Hand. Aber das, was wir gestalten können, sollten wir mutig und froh anpacken.

Mit den besten Wünschen für ein glückliches 2001 ...

gez. Rudolf Marx

gez. Klaus Schönfeld