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"Vorurteile und Stereotypen" - Vortrag von Nil Esra Dagistan im Rahmen der Frauenwoche

22.03.2016 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Magdalena Pitzer (li.) und Michaela Stefan (re.) hatten mit Nil Esra Dagistan eine Referentin mit spannenden Ausführungen zu Vorurteilen eingeladen. Fotos: Heike Bohl, Vogelsbergkreis.

"Vorurteile helfen uns bei der Informationsverarbeitung, sie dienen der Vereinfachung. Vorurteile sollen Verhalten vorhersagen ohne den Einzelnen zu kennen." Nil Esra Dagistan aus Wiesbaden war auf Einladung von Magdalena Pitzer (Gleichstellungsbeauftrage des Kreises) und Michaela Stefan (WIR-Koordinatorin) mit einem spannenden und unterhaltsamen Vortrag zum Thema Vorurteile im Rahmen der Frauenwoche zu Gast. Sie vermittelte mit großem Fachwissen, wie der Mensch tickt, wie er nach sozialer Zugehörigkeit und Anerkennung strebt.

Und sie erklärte anschaulich, weshalb der Mensch zu Vorurteilen neigt. "Mama ist die Beste" ist ohne Vergleichsmöglichkeiten des Kindes genauso ein Vorurteil wie "Beamte sind faul" eines ist. Jeder trage eine ganze Menge an Stereotypen mit sich herum, wie Schubladen, in die man die Menschen denen man begegnet, ganz schnell einsortieren kann. "Vorurteile erleichtern also den Umgang mit unbekannten Menschen, sie führen aber auch zu ungerechtfertigter Benachteiligung und haben im schlimmsten Fall verheerende Konsequenzen bis zum Völkermord", so die Referentin.

Vorurteile dienen zur Sicherung der sozialen Identität und zur Erhöhung des Selbstwertgefühls, "wir im Vergleich zu den Anderen, das ist es, worum es eigentlich immer geht". Menschen suchen Anschluss an Gruppen, wollen nach Möglichkeit der erfolgreicheren und beliebteren Gruppe angehören und sich von den anderen distanzieren. Im Umgang mit Vorurteilen liege die Herausforderung darin, vom harmloseren Vorurteil nicht zur bösartigen Diskriminierung überzugehen. Es gebe kein Allheilmittel gegen diese Gefahr, aber: "Die eigenen Vorurteile immer wieder hinterfragen und an der Realität überprüfen" sei laut Referentin ein probates Mittel.

---ohne Worte---so funktionieren unsere "Schubladen"