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Fachkräftesicherung im Vogelsberg – Der Schlüssel zur Zukunftssicherung

22.01.2016 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Fachkräftesicherung im Vogelsberg – sie diskutierten in der Lauterbacher Sparkassen-Aula (von links) miteinander und mit dem Fachpublikum aus der Unternehmerschaft: Jens Ihle, Geschäftsführer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH, Thomas Schaumberg, Geschäftsführer der Vogelsberg Consult GmbH, Landrat Manfred Görig, René Lippert, Leiter der Kommunalen Vermittlungsagentur, Dieter Schaub, Bauunternehmer und stellvertretender Kreishandwerksmeister, Ralph Kehl, Banker und Vizepräsident der IHK Gießen-Friedberg, Björn Krienke, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Gießen und der Sozialwissenschaftler Oliver Nüchter von der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Foto: Brigitta Möllermann

Landrat Görig diskutierte mit Arbeitsmarkt-Experten und dem Sozialwissenschaftler Oliver Nüchter aus Frankfurt

Landrat Manfred Görig (SPD) begrüßte in der Lauterbacher Sparkassen-Aula rund 50 Unternehmerinnen und Unternehmer. Thema beim bereits zweiten Unternehmerdialog nach dem Auftakt im September 2015 in Romrod: Die Fachkräftesicherung als Schlüssel zur Zukunftssicherung der wirtschaftlichen Stabilität in der demografischen Entwicklung.

Landrat Görig stellte die sehr guten wirtschaftlichen Kenndaten des Vogelsbergkreises heraus. Nur der Landkreis Fulda habe bessere Werte bei den Arbeitslosenzahlen. Was den Landrat besonders freut: der Trend des Auspendelns ist gestoppt, sogar schon ein wenig gedreht – inzwischen gibt es mehr Ein- als Auspendler. Das habe mit der Attraktivität der hiesigen Firmen zu tun, aber auch mit dem bereits deutlich veränderten positiven Image des Vogelsbergkreises, dessen Beleuchtung der Landrat bereits als nächstes Thema des Unternehmerdialogs verkündete.

Für den Landrat ist es wichtig, viele der Pendler, die jetzt noch ins Rhein-Main-Gebiet fahren, wieder in den Vogelsberg zurückzuholen. Bei allen anstehenden Veränderungen riet der Landrat dazu, die Bodenhaftung zu behalten. Es gelte, die Region noch attraktiver zu machen und dann auch selbstbewusst darüber zu reden. Bedeutsam sei auch, wie die immense Aufgabe der Flüchtlingsintegration gelingen kann. Der Vogelsbergkreis habe bereits 600 Sprachkurse auf den Weg gebracht und vor wenigen Tagen sei von seiner Kommunalen Vermittlungsagentur in guter Kooperation mit der Agentur für Arbeit in Lauterbach in der Bahnhofstraße ein Integrationsbüro für Menschen mit Migrationshintergrund an den Start gegangen.

Auf dem Podium diskutierten: Jens Ihle, Geschäftsführer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH, Thomas Schaumberg, Geschäftsführer der Vogelsberg Consult GmbH, Landrat Manfred Görig, René Lippert, Leiter der Kommunalen Vermittlungsagentur, Dieter Schaub, Bauunternehmer und stellvertretender Kreishandwerksmeister, Ralph Kehl, Banker und Vizepräsident der IHK Gießen-Friedberg, Björn Krienke, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Gießen und der Sozialwissenschaftler Oliver Nüchter von der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Die Prognose des Bedarfs und die Bewertung regionaler Strategien zur Fachkräftesicherung standen im Mittelpunkt eines Vortrags von Oliver Nüchter (Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Goethe-Universität Frankfurt am Main), der die Region aus wissenschaftlicher Sicht sehr gut kennt. Thomas Schaumberg, Geschäftsführer der Vogelsberg Consult GmbH, berichtete über den aktuellen Stand der Maßnahmen und Zielsetzungen bei der Koordination der unterschiedlichen Akteure in dieser wichtigen Fragestellung.

In vielen Branchen werden Fachkräfte fehlen – oder sie fehlen bereits jetzt. Bei der Gewinnung von Auszubildenden waren sich die Gesprächsteilnehmer einig: man dürfe keinen jungen Menschen zurücklassen – auch wenn nicht alle Voraussetzungen für die Ausbildung gleich die Note „Sehr gut“ verdienten. Das Wissen um die Vielfalt des Ausbildungsangebots müsse spürbar vergrößert werden – da waren sich Landrat, Unternehmer und Arbeitsmarktfachleute komplett einig. „Wir wollen die jungen Leute hier bei uns in unserer Region behalten“, hob Manfred Görig hervor. Gleichzeitig gelte es die Infrastruktur zu erhalten und auszubauen. Beispiel: „In zwei Jahren gibt es im Vogelsberg überall schnelles Internet.“

Der Sozialwissenschaftler Oliver Nüchter attestierte dem Vogelsbergkreis, dass er in den Feldern Ausbildung, Weiterbildung, Bindung der Arbeitnehmer an den eigenen Betrieb, Familienfreundlichkeit, Aktivierung von Langzeitarbeitslosen und bei der Anwerbung von Fachkräften von außerhalb und in der Vernetzung der Akteure schon „recht weit“ sei. Das sei ein „klarer Standortvorteil, den der Kreis nutzen sollte“, denn damit sei er „vorne“.

Aufgrund einer Untersuchung, die die Uni Frankfurt im Auftrag der Vogelsberg Consult durchgeführt hat, sei klar: die meisten Unternehmen hier wissen, wie wichtig attraktive Arbeitsbedingungen, Weiterbildungsangebote und die Vereinbarkeit von Job und Familie seien. Ganz klar seine Botschaft: wenn jedoch bei der Erweiterung des Fachkräftepotenzials keine Fortschritte gemacht würden, dann kommt es spätestens 2020 zu erheblichen Engpässen in der gut laufenden Produktion und bei Dienstleistungen, weil die Arbeitskräfte fehlten.

Schwerpunkte der Diskussion zwischen Podium und Unternehmerschaft waren dann: die Aktualisierung von Ausbildungsordnungen, die Sicherung von Fachklassen an den Kreis-Berufsschulen, Aktionen im Übergang Schule/Beruf einschließlich der Darstellung, wie attraktiv zum Beispiel die Handwerksberufe seien.

Was können Betriebe tun, um die nötigen Fachkräfte zu sichern?

Landrat Manfred Görig: Den Vogelsbergkreis noch attraktiver machen und es dann auch selbstbewusst nach außen mitteilen.

Dunkelrot heißt: Bis 2020 fehlen viele Fachkräfte.

Der Sozialwissenschaftler Oliver Nüchter von der Uni Frankfurt attestierte dem Vogelsbergkreis bei der Fachkräftesicherung auf gutem Weg zu sein. Alle Fotos: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis