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Internationaler Gewaltschutztag: „Nein zu Gewalt an Frauen“

25.11.2015 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Sichtbares Zeichen gegen Gewalt: Die Fahne von „Terre des femmes“ weht auch in diesem Jahr wieder am Lauterbacher Landratsamt. Hinter der Aktion stehen Landrat Manfred Görig, Erster Polizeihauptkommissar Harald Bartel, Gleichstellungs- und Migrationsbeauftragte Magdalena Pitzer und Akteure im Handlungsfeld Gewaltprävention des Vogelsberger Familienbündnisses, dem Frauennetzwerk und dem Netzwerk gegen Gewalt. Fotos: Gaby Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis

Handlungsfeldtreffen Gewaltprävention – Informationen zu SOLWODI

Zum 25. November, dem internationalen Gewaltschutztag, wurde wieder die blaue Fahne mit der Aufschrift „Nein zu Gewalt an Frauen – Frei leben ohne Gewalt“ gehisst: Landrat Manfred Görig, Erster Polizeihauptkommissar Harald Bartel, Gleichstellungs- und Migrationsbeauftragte Magdalena Pitzer und Akteure im Handlungsfeld Gewaltprävention des Vogelsberger Familienbündnisses, dem Frauennetzwerk und dem Netzwerk gegen Gewalt unterstützen die internationale Aktion von „Terre des Femmes“ und den Vereinten Nationen.  

Gewaltprävention hat für den Vogelsbergkreis eine hohe Priorität. Im Amt für Soziale Sicherung und im Jugendamt wird dieses Thema von Fachleuten bearbeitet. Im Familienbündnis engagieren sich zusätzlich Mitbürgerinnen und Mitbürger ehrenamtlich im Handlungsfeld Gewaltprävention. Dort wurde im vergangenen Jahr das Präventionstheaterstück „Grüni und Grumilla“ sowie „Finger weg von Julia“ an Kindergärten und Grundschulen aufgeführt. Parallel dazu fanden Elternabende statt, an denen das Stück gezeigt und mit den Eltern diskutiert wurde.  

Der Gewaltschutztag legt in diesem Jahr den Schwerpunkt auf das Thema „Frühehen“ und die Kampagne „Schaust du hin?“. Aus diesem Anlass war Kerstin Krüger von der Beratungsstelle SOLWODI Osthessen zu Gast und berichtete aus ihrer Arbeit. SOLWODI hilft Migrantinnen, die in Deutschland in Not geraten sind, Bedrohten und Betroffenen von Gewalt im Namen der Ehre, von Zwangsverheiratung und von Gewalt in Ehe und Partnerschaft; auch bei Integrationsproblemen und anderen schwierigen Lebenssituationen ist die Beratungsstelle ansprechbar.  

Frühehen und Zwangsheirat führten häufig zu Teenagerschwangerschaften, Armut und Abhängigkeit, es brauche Zeit, Geduld und Vertrauensaufbau, um betroffenen Mädchen und jungen Frauen zu helfen. „In 148 Fällen deutschlandweit war der Grund für eine Kontaktaufnahme mit SOLWODI Gewalt und Bedrohung durch die Familie oder das Thema Ehrenmord, mehr als 250-mal war der Grund Gewalt und Misshandlung in einer Beziehung und 98 Kontaktaufnahmen gab es wegen drohender Zwangsverheiratung“, berichtete Frau Krüger. Das Thema Zwangsheirat betreffe am häufigsten Mädchen und Frauen aus der Türkei, weitere stammten aus Nigeria, Uganda, Albanien, Algerien, Marokko, Syrien, Afghanistan, Pakistan, dem Irak und dem Libanon.

Informationen:  

Kerstin Krüger von SOLWODI Osthessen präsentierte Zahlen zum Thema Frühehen und Zwangsheirat.