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Umsetzungsphase Naturschutzgroßprojekt erfolgreich angelaufen

19.11.2015 Von: Dieter Graulich

Projektleiter Günter Schwab. Fotos: Dieter Graulich

Investitionsvolumen von 9,3 Millionen Euro bis zum Ende 2024

„Die Umsetzungsphase des Naturschutzgroßprojekt Vogelsberg ist erfolgreich angelaufen“. Dieses positive Fazit zog jetzt Projektleiter Dipl. Ing. agr. Günter Schwab bei einer Veranstaltung des Verein Natur- und Lebensraum Vogelsberg e. V. im Posthotel Restaurant Johannesberg in Lauterbach. Zu Beginn hatte Vorsitzender Karl-Peter Mütze einen Überblick über den Finanzrahmen des Bewilligungsbescheides gegeben. Das gesamte Investitionsvolumen bezifferte er mit 9,3 Millionen Euro die bis Ende 2024 verausgabt sein müssen.

Der Grunderwerb einschließlich Nebenkosten, langfristige Pachteinnahmen und Ausgleichszahlungen sowie Kosten für Prozessschutzmaßnahmen im Wald und Flurbereinigungsverfahren schlagen mit 3,8 Millionen Euro zu Buche. Die Biotopeinrichtende und –lenkende Maßnahmen seien mit 3,7 Millionen veranschlagt. Der Schwerpunkt liege dabei im Offenland mit 2,1 Millionen und mit 1,0 Millionen bei den Gewässern und Feuchtlebensräumen. Die Personalkosten und Sachausgaben betragen nach Aussage des Vorsitzenden 1,5 Millionen Euro.

Finanziert würde das Naturschutzgroßprojekt vom Bundesamt für Naturschutz mit 65 Prozent, dem Land Hessen mit 25 Prozent und zehn Prozent, rund eine Million Euro, trage der Verein, so Karl-Peter Mütze.

Projektleiter Schwab und dessen Mitarbeiter Dipl. Ing. (FH) Ruben Max Garchow, gingen dann auf die bereits in diesem Jahr getätigten Arbeiten ein, deren Schwerpunkt im Offenland gelegen habe.

Zur Gewinnung von Saatgut aus Artenreichen Bergmähwiesen, habe man 24 Hektar Grünland gedroschen. Vier ha seien gestriegelt und danach ein Teil des Saatgutes eingebracht worden. 7,8 ha verbrachte und verfilzte Fläche wurden gemulcht und auf einer 35 ha großen Fläche rund 2,5 ha entbuscht. Im Herbst sei bereits eine Auswahl der Wiesendruschflächen für 2016 erfolgt.

Das Hochmoor „Breungeshainer Heide“ sei vermessen und fünf neue Moorpegel gesetzt worden. Zudem wurde das Moorwasser chemisch untersucht. In diesem Jahr sollen noch sechs weitere automatische  Moorpegel gesetzt werden.

Im Bereich der Übergangsmoore sei bereits ein erster Test mit der Entfichtung erfolgt. Hier stünden nun noch Nacharbeiten und ein zweiter Abschnitt der Entfichtung an.

Im wassergebundenen Bereich gebe es die Vorplanung Renaturierung Eisenbach, Leistungsphasen 1 + 2, eine Vorklärung der Quellenrenaturierung sowie die Schlammuntersuchung Ober-Mooser Teich mit Vermessung und Vegetationsaufnahmen Schlammbodenvegetation Ober-Mooser Teich.

Zur Vorklärung der Teichsanierungsmaßnahmen fand ein erster Workshop „Ober-Mooser Teich“ statt.

Bei den Artenschutzmaßnahmen verwiesen Schwab und Garchow auf die bereits umgesetzten Maßnahmen zur Bekämpfung von  Neophyten (Lupinen) von 5,4 ha auf einer 52 ha großen Fläche und den Start der Nachpflege derselben hin.

Eine laufende Abstimmung gebe es zum Arnika-Projekt der Uni Marburg.

Insgesamt wurden bis zum 12. November 36 Verträge/Aufträge mit 25 Vertragsnehmer erteilt. 26 Verträge davon im Offenland / Grünland. Durchschnittliches Vertragsvolumen im Offenland betrug:
2.816,12 Euro.

Für 2016 seien im Offenland Bereich Grünland die Gewinnung von Wiesendrusch auf etwa 40 ha, das Mulchen 10 ha verbrachter Flächen, Striegeln und Einsaat Wiesendrusch auf 40 ha sowie die Einsaat von drei ha in 2015 entbuschter Flächen. Weitere vier ha sollen entbuscht werden, die Rücknahme Fichte soll auf einem Hektar erfolgen. Als weitere Maßnahmen wurden die Schaffung von Tränken und Weidezäunen genannt. Außerdem starte der Heckenrückschnitt.

Für den Bereich Hochmoor steht 2016 die Hochmoorrenaturierung (Grabenverschlüsse) und die Umsetzung von Testflächen Ringeln und Mahd im Hochmoor an.

Die Fertigstellung Entfichtung Lattenbruch, Teil 2 und die Vorklärung und Start weitere Maßnahmen zum Freistellen von Moorstandorten (Fichte) sind für die Übergangsmoore geplant.

Zahlreiche Maßnahmen gebe es wieder im wassergebunden Bereich. So die Renaturierung des Eisenbaches und und Bereich von Herbstein und Grebenhain. Auch am Ober-Mooser Teich werde weitergearbeitet.

Zehn Hektar wurden bereits für die Bekämpfung von  Neophyten (Lupinen) und 15 ha für die Nachpflege ausgesucht.

Großen Wert gelegt werde auch im kommenden Jahr auf die Öffentlichkeitsarbeit. So sind weitere Infoveranstaltungen für Landwirte, Exkursionen und Führungen, die Beteiligung am Bergmähwiesenfest und weiteren Veranstaltungen geplant. Eine „Wiesenmeisterschaft Vogelsberg“, Rundmails, Infobrief (2 Ausgaben) und die Aktualisierung der Homepage sowie die Beteiligung an der Fortbildung der Naturpark-/Geoparkführer und vieles andere stünden auf dem Programm.

Projektleiter Schwab stellt die bereits erfolgten Maßnahmen vor

Vorsitzender Karl-Peter Mütze (stehend) begrüßt die zahlreichen Vertreter der Behörden Verbände.