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Fang einer Wildkatze in Angersbach: Jagdbehörde nimmt Stellung

18.11.2015 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Rechtliche Grundlagen zur Fangjagd beachten

Im Lauterbacher Anzeiger vom 06.11.2015 wurde über den Fang einer Wildkatze in einer vermeintlich genehmigten Drahtkastenfalle durch einen Grundstückseigentümer in der Gemarkung Angersbach berichtet. In diesem Zusammenhang weist die untere Jagdbehörde des Vogelsbergkreises auf die Einhaltung der jagdgesetzlichen Bestimmungen hin.

Die Fangjagd stellt eine Form der Jagdausübung im Sinne des Bundesjagdgesetzes dar. Sie darf daher im Außenbereich nur von Personen ausgeübt werden, die im Besitz eines gültigen Jagdscheins sind und eine Erlaubnis zur Jagdausübung haben. In Hessen gibt es für die Fangjagd besondere rechtliche Bestimmungen, so muss der Fallensteller vorher einen speziell anerkannten Fangjagdlehrgang absolvieren.

Die Fangjagd ist nur mit Fallen erlaubt, die unversehrt fangen (Lebendfangfallen) oder die sofort zuverlässig töten (Totfangfallen). Von Totfangfallen kann bei unsachgemäßem Einsatz eine Gefahr für Menschen und Tiere ausgehen. Folglich sind bei der Fangjagd besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und Vorsichtsmaßregeln einzuhalten. Beim Aufstellen von Totfangfallen muss das in der Landschaft geltende „freie Betretungsrecht“ beachtet werden. Deshalb darf die Fangjagd mit Totfangfallen nur in sog. Fangbunkern oder sonstigen geschlossenen Objekten ausgeübt werden.

Es ist nicht waid- und tierschutzgerecht, wenn Fanggeräte benutzt werden, die nicht in einwandfreiem Zustand sind, z. B. durch Korrosion wichtiger Teile. Lebendfallen müssen gesetzlich vorgegebene Mindestmaße aufweisen, damit dem gefangenen Wild genügend Raum geboten wird. Das Tier darf sich darin nicht an scharfen Kanten oder dergleichen verletzen können. Besonders wichtig ist, dass alle Lebendfallen so beschaffen sein müssen, dass sich das Wild darin in Dunkelheit befindet. Fallen für den Lebendfang müssen mindestens einmal täglich innerhalb von 2 Stunden nach Sonnenaufgang kontrolliert werden.

Die Sicherung von Grundstücken oder Gebäuden liegt in der Verantwortung der jeweiligen Eigentümer. Grundsätzlich ist es schwierig, z. B. Waschbären oder Füchse von Grundstücken fernzuhalten, da die Tiere Mauern und Zäune überklettern oder sich unterhalb der Zäune durchzwängen können. Die beste und effektivste Möglichkeit ist, alle frei verfügbaren Nahrungsquellen (z. B. Hunde- oder Katzenfutter) zu entfernen. Denkbare Unterschlupfmöglichkeiten sind unter der Voraussetzung, dass sich keine Tiere darin befinden, unzugänglich zu machen.

Wie in allen Lebensbereichen gilt auch hier, dass durch umsichtiges Verhalten ein Neben- und Miteinander zwischen Tier und Mensch grundsätzlich machbar ist.

Wo dies nicht mehr möglich erscheint, können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger bei der unteren Jagdbehörde in Lauterbach unter der Telefon-Nr. 06641/977 140 für einen Fangjagdlehrgang anmelden.