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Fischsteighilfe an der Krebsbach – Arbeiten bald abgeschlossen

15.07.2015 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Bauleiter Axel Sobirey (WAGU), Bauamtsleiter Bernhard Hofmann, Baudezernent Heinz Geißel, Jürgen Steuber (Wasserbehörde) und Michael Ochs (Stadtbauamt Alsfeld, v.l.) vor der neuen Fischsteighilfe: Die Betonteile erhalten noch fünf Trennwände, damit die Fische letztlich vier Treppenstufen erklimmen und das Gefälle überwinden können. Fotos: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.

Jetzt fehlen nur noch die Treppenstufen

Mit einem Kran wurden zwei riesige Betonwannen unterhalb des Krebsbachwehrs punktgenau platziert. Über diese sollen demnächst Fische und andere Kleintiere das rund 80 Zentimeter hohe Gefälle gegen den Strom überwinden können. „Dazu werden jetzt noch fünf Trennwände eingesetzt, die jeweils einen schmalen Wasserdurchlass haben und dann unter Wasser gesetzt werden, ein sogenannter Schlitzpass“, erklärte Bauleiter Axel Sobirey vom beauftragten Ingenieurbüro WAGU in Kassel. Dadurch entstehen vier „Treppenstufen“ für die Fische, die sich dann von Stufe zu Stufe nach oben hangeln können.

Mit einer Reihe von Findlingen wird dann eine Art „Lockströmung“ erzeugt, die den Fischen den richtigen Weg weisen soll. Der Wasserstand zum Mühlgraben soll durch eine höhenverstellbare Schützanlage geregelt werden, die gleichzeitig auch Treibgut möglichst in den Krebsbach ableiten soll. Zum Bauumfang gehört auch die Neuordnung des Zulaufes in den Erlenteich. Bauherr ist die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises, die zur Finanzierung der knapp 80.000 Euro teuren Baumaßnahme zweckgebundene Mittel aus dem Naturschutzrechtlichen Ersatzgeld einsetzt.

Umweltdezernent Heinz Geißel erläutert hierzu, dass im Zuge der Ausbauarbeiten an der Bahnstrecke im Jahr 2011 (hier unter anderem in Altenburg und in Leusel) auch entsprechende Kompensationsverpflichtungen zu leisten waren. Seinerzeit hatte die Untere Naturschutzbehörde mit der Stadt Alsfeld sowie den Wasserbehörden aus Lauterbach und Gießen verschiedene Optionen geprüft und zunächst im Herbst 2011 einen Abschnitt der Schwalm unterhalb der Eisenbahnbrücke Altenburg renaturiert.

Mit der Ausführung dieser Renaturierungsmaßnahmen in Fließgewässern unterstützt die Untere Naturschutzbehörde auch die Stadt Alsfeld bei der Verwirklichung der Ziele der sogenannten Wasser-Rahmen-Richtlinie (WRRL). Hier soll ein möglichst guter ökologischer und chemischer Gewässerzustand erreicht werden, der Kriterien wie die lineare Gewässerdurchgängigkeit zum Ziel hat.

Für das Krebsbachwehr musste zuerst eine Detailplanung durch das Planungsbüro WAGU aus Kassel erstellt sowie eine Genehmigung eingeholt werden. Hier wurden auch Anlieger sowie der Fischereiverein beteiligt. Mit der Stadt Alsfeld wurde eine Übergabevereinbarung geschlossen, damit das Bauwerk dann schlüsselfertig übernommen werden kann.

Mit einem Kran wurden die zwei Betonteile an ihren Platz manövriert.