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„Unsere Besonderheit ist die Normalität: Der familiäre Alltag“

27.04.2015 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Jugenddezernent Peter Zielinski (links) freute sich über die gute Atmosphäre und die fachlich fundierte Leitung im Kinderhaus Panama in Liederbach (Einrichtungsleiter Hans-Dieter Lange, Mitte). Rechts im Bild Susan Jusseaume (Bereich Heimaufsicht im Jugendamt). Foto: Erich Ruhl, Pressestelle Vogelsbergkreis

Jugenddezernent Peter Zielinski besuchte das „Kinderhaus Panama“ in Alsfeld-Liederbach

Hans-Dieter Lange antwortete ohne zu zögern auf die Frage des Ersten Kreisbeigeordneten: „Unsere Besonderheit ist die Schaffung von Normalität im Alltag. Wirklich nützlich dabei ist gesunder Menschenverstand, Fachkompetenz und Herzenswärme. Und wie bei Erwachsenen: Akzeptanz tut allen gut.“ Jugenddezernent Peter Zielinski war vor Kurzem gemeinsam mit Susan Jusseaume, verantwortliche Sozial-Pädagogin im Vogelsberger Jugendamt im Sachgebiet Heimaufsicht, in Alsfeld-Liederbach, um das „Kinderhaus Panama“ kennenzulernen.  

Margit Enderer und Hans-Dieter Lange sind seit 30 Jahren erfahrene Partner des Jugendamts, wenn es um Jugendhilfe geht. Dahinter verbirgt sich die Aufgabe, Kindern und Jugendlichen aus zum Teil hochbelasteten sozialen Zusammenhängen dauerhaft eine Situation zu schaffen, die der einer „normalen Familie“ möglichst sehr nahe kommen soll. Dabei spielt das Erleben einer „Normalität“ des Alltags – bei aller gebotenen Fachlichkeit des Personals – die entscheidende Rolle.  

Aus der jahrzehntelangen Praxis der „ambulanten Jugendhilfe“ hat sich im Jahr 2011 in Liederbach das Kinderhaus Panama als „stationäre Einrichtung“ entwickelt. Das große Einfamilienhaus mitten im Wohngebiet des Dorfes bietet zehn Kindern und Jugendlichen im Alter von sieben bis 17 Jahren eine neue Heimat. Jugenddezernent Zielinski lobte bei der Besichtigung das „auf Wertschätzung und Verlässlichkeit ausgerichtete“ Konzept des Hauses.  

Die Kinder und Jugendlichen kommen überwiegend aus dem Vogelsbergkreis – aus allen sozialen Schichten. Auch Jugendliche, die aus Kriegs- und Terrorgebieten geflüchtet waren, gehören in Liederbach „zur Familie“. Den zehn jungen Menschen wird viel Privatsphäre bei gleichzeitiger verlässlicher Struktur und Sicherheit geboten. „Nur so ist Entwicklung möglich, nur so kann Erziehung gelingen“, erläutert Hans-Dieter Lange im Gespräch mit dem Vizelandrat. Wie etliche andere Bereiche im Jugendamt ist auch das Konzept des Kinderhauses Panama „sozialraumorientiert“.  

Das bedeutet: Hilfe und Entwicklung für junge Menschen wird nicht hinter verschlossenen Türen organisiert, sondern integriert „sich“ sozusagen in das Umfeld der Gemeinde oder der Stadt. Das Kinderhaus Panama (Enderer/Lange) beschäftigt zurzeit im ambulanten und stationären Bereich der Jugendhilfe/Familienhilfe 18 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Vollzeit bzw. Teilzeit.  

Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wurde als „ausgezeichnet“ herausgestellt. Peter Zielinski nannte die Arbeit von Hans-Dieter Lange und Margit Enderer mit ihrer profunden Erfahrung einen „soliden Posten in der Vogelsberger Landschaft der Jugendhilfe“. In einem regen Gedankenaustausch diskutierten Zielinski und Lange die gesellschaftspolitische Herausforderung von Inklusion und Integration. Das Thema Erziehungskompetenz nahm einen breiten Raum ein. „Überforderung bei der Erziehung ist ein Phänomen, das stärker wird, und das in allen sozialen Schichten festzustellen ist“, waren sich die Gesprächspartner in Liederbach einig.