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"One Billion Rising" - Tanzstreik gegen Gewalt gegen Frauen

14.02.2015 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Die Sprecherin im Handlungsfeld "Gewaltprävention" des Familienbündnisses, Magdalena Pitzer, begrüßt zahlreiche Frauen aber auch einige Männer und Kinder zum ersten Vogelsberger Tanzstreik gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen auf dem Lauterbacher Marktplatz. Fotos: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.

Premiere in Lauterbach: - Steht auf! Streikt! Tanzt!

Zum ersten mal tanzten am 14. Februar auch im Vogelsbergkreis Frauen, Männer und Kinder auf dem Lauterbacher Marktplatz und beteiligten sich am weltweiten Tanzstreik gegen Gewalt an Mädchen und Frauen "One Billion Rising" - übersetzt: Eine Milliarde erhebt sich!

Gleichstellungs- und Migrationsbeauftragte Magdalena Pitzer hatte die Protestveranstaltung gemeinsam mit dem Vogelsberger Bündnis für Familie und dem Frauennetzwerk Vogelsbergkreis vorbereitet. Sie begrüßte neben den zahlreichen Frauen, Männern und Kindern auch die Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel (SPD) sowie die beiden Landtagsabgeordneten Kurt Wiegel (CDU) und Eva Goldbach (Bündnis 90/Grüne) auf dem Marktplatz.

Birgit Kömpel tanzte nicht nur mit, sie bedankte sich auch für die Einladung zu "einer tollen Aktion". Sie sprach davon, dass sie den Blick auf das Tabuthema "häusliche Gewalt" lenken wolle: Europaweit sei diese nämlich die Todesursache Nummer eins für Frauen zwischen 22 und 44 Jahren! Auch jedes dritte Kind erlebe häusliche Gewalt, diese Gewalt sei tatsächlich eine der größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit. "Das muss aufhören", so Kömpel abschließend, "wir setzen hier und heute ein Zeichen dafür, hinzuhören statt wegzuschauen - Jedes Mädchen und jede Frau hat ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt!"

Eva Goldbach zählte beispielhaft einige Gräueltaten auf, wie die Verbrennung einer schwangeren Frau oder das Verbrechen eines Vaters an seiner Tochter, die er getötet, verstümmelt und "wie Müll entsorgt" hatte. "Es geht dabei immer um Macht und das Streben der Männer nach Dominanz", erklärte Goldbach. Und: "Diese Gewalt gegen Frauen ist in allen Kulturen und Religionen, in allen Bevölkerungsschichten zuhause."

Renate Lackner, Sprecherin der Violeta gGmbH, bedankte sich für die wohltuende Solidarität, die mit dieser Veranstaltung gezeigt werde. Aus der Zusammenarbeit mit den Mädchen und jungen Frauen in ihrer Einrichtung wisse sie um die enormen Verletzungen, die mit der Gewalt einhergehen. "Aber ich sehe auch die ungeheure Kraft und den Lebenswillen der Mädchen und Frauen. Sie kämpfen sich zurück auf den Weg in ein selbstbestimmtes Leben."

Cornelia Krömmelbein las zu Beginn den deutschen Text des Protestsongs "Sprengt die Ketten" vor, zu dem anschließend getanzt und gesungen wurde.

Britta Hahn aus Frischborn war kurzfristig als Vortänzerin eingesprungen und hat den Protestsong bestens angeleitet...

Los geht's!