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Hessencampus Vogelsberg – Gut vernetzt in Sachen Bildung

04.02.2015 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Die Partner im Vogelsberger „HESSENCAMPUS“ zogen nach einem Jahr Bilanz (v.l.): Bildungsdezernent Peter Zielinski, Kerstin Pfeiffer (Schule für Erwachsene), Monika Wüllner (vhs, Hessencampus), Holger Arnold (Leiter der Vogelsbergschule Lauterbach), Susanne Schäfer (Max-Eyth-Schule Alsfeld), Monika Schenker (Leiterin der Volkshochschule), Stefan Martin (Lernberater im Hessencampus), Maria Kesselhut (Bildungsberaterin im Hessencampus) und Thomas Schaumberg (Vogelsberg Consult GmbH). Foto: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.

Positive Bilanz nach einem Jahr im Regelbetrieb – Neue Projekte in Planung

Unter dem Dach von „Hessencampus“ sind viele Partner mit ihren Angeboten vereint: Die Volkshochschule gehört mit dem Selbstlernzentrum und der Bildungsberatung dazu, außerdem die beiden Berufsschulen in Alsfeld und Lauterbach mit dem Angebot der „Schule für Erwachsene“ und die Vogelsberg Consult GmbH. Nach einer mehrjährigen Aufbauphase können die Hessencampus-Partner jetzt auf ein erstes Jahr im Regelbetrieb zurückblicken und eine Bilanz ziehen, die durchaus positiv ausfällt. Auch neue Projekte wie die „Produktionsschule“ sind in Vorbereitung.

Bildungsberatung, das Selbstlernzentrum und die „Schule für Erwachsene“ für Schulabschlüsse nach der Regelschulzeit wie auch die Netzwerkarbeit im Übergang von der Schule in den Beruf sind die Kernbereiche des Hessencampus. Mit dem Schritt von der Schule in eine Ausbildung befassen sich Schulen, Bildungsträger, Kommunales Jobcenter, Agentur für Arbeit und Vogelsberg Consult: „Erstmals seit über zehn Jahren gibt es einen Überhang an Ausbildungsplätzen“, merkte Vogelsberg Consult-Geschäftsführer Thomas Schaumberg an. Übergänge sollten schneller passieren, bei den Arbeitgebern sei ein großer Fachkräftebedarf vorhanden. „Wir müssen weiter daran arbeiten, dass Angebot und Nachfrage besser zueinander passen und weniger lange Zusatzschleifen an Schulen stattfinden“, ergänzte Holger Arnold, Leiter der Vogelsbergschule in Lauterbach. Es gebe aktuell 40 Teilzeit-Berufsschüler weniger, „eine Folge des fehlenden Matchings“.

Bildungsdezernent Peter Zielinski kündigte im Rahmen der Pressekonferenz die baldige Umsetzung einer „Produktionsschule“ an. „Die Machbarkeitsstudie ist positiv verlaufen und wir sind aktuell auf der Suche nach einem geeigneten Standort in Lauterbach.“ Produktionsschulen sind in einigen Bundesländern an der Tagesordnung, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern. Dort werden sie in Kooperation mit Unternehmen betrieben. In Hessen wird eine Produktionsschule von keinem Ministerium gefördert – die Errichtung wird von dem Einfallsreichtum der Vogelsberger Partner und einer gemischten Finanzierung abhängen.

Als „erfolgreichen Schulversuch“ bezeichnete Holger Arnold die „Schule für Erwachsene“ als Schulform an den Berufsschulen. Im Sommer dieses Jahres werden erstmals Prüfungen zu Haupt- und Realschulabschluss stattfinden. Zwei Klassen mit 55 Schülerinnen und Schülern werden seit vergangenem April an der Schule für Erwachsene in Alsfeld unterrichtet und auf den Schulabschluss vorbereitet. „Das Alter reicht von 18 bis 52 Jahren“, berichtete Kerstin Pfeiffer, verantwortliche Lehrkraft. Eine 52-Jährige hole zum Beispiel ihren deutschen Hauptschulabschluss nach, weil ohne diesen keine Ausbildung in der Altenpflege möglich sei. Voraussetzung für den Schulbesuch seien außerdem zwingend Deutsch-Kenntnisse auf B1-Niveau. Bereits während der Hessencampus-Projektzeit konnten neun Personen ihren Hauptschulabschluss, zehn ihren Realschulabschluss nachholen.

Auch das Selbstlernzentrum wird immer häufiger dafür genutzt, sich auf Prüfungen vorzubereiten oder Deutsch zu lernen. Zuletzt sei das Angebot für Asylbewerber hinzugekommen, die beim Deutschlernen tatkräftig von Lernpaten unterstützt werden. Lernberater Stefan Martin will durch regelmäßige Workshops zu wechselnden Themen das Selbstlernzentrum noch bekannter machen, um auch Besucher außerhalb von Lauterbach und der näheren Umgebung anzusprechen. „Wir wollen noch mehr mit Partnern wie Kursleitern oder Schulen in anderen Städten und Gemeinden zusammen arbeiten, damit wir dort noch mehr Menschen erreichen“, kündigt auch Bildungsberaterin Maria Kesselhut an.

Regelmäßige Sprechtage gibt es bislang in Alsfeld, Lauterbach, Homberg, Schotten und bald in Schlitz. „Bei Anfragen sind wir selbstverständlich auch jetzt da, aber für einen festen Termin im Monat reicht das noch nicht.“ Im vergangenen Jahr hatten 124 Bildungsberatungstermine stattgefunden, bei denen es häufig um Anerkennung von ausländischen Abschlüssen ging. Aber auch „klassische“ Beratungsgespräche mit Berufstätigen, die sich neu orientieren oder qualifizieren wollten, wie auch Beratung zu finanzieller Förderung und zur Bildungsprämie gehörten dazu.

Das Angebot im Selbstlernzentrum war bisher kostenfrei nutzbar. Wegen des kommunalen Schutzschirms werde es aber wohl nicht länger ohne Gebühren weiter gehen können, kündigte Zielinski an. Ab Mai werden voraussichtlich Kosten für die Nutzung fällig, die Gebühr soll aber „für jeden bezahlbar sein“.