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Landrat Görig: „Bemerkenswerte Aufholjagd der Region“ - Jahresrückblick

23.12.2014 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Von der Konsolidierung des Kreishaushalts und der Einhaltung des Schutzschirms über die Wirtschaftsförderung der Region und den geplanten Breitbandausbau bis hin zu wichtigen Fragen der gesundheitlichen Versorgung und den Erhalt des Kreiskrankenhauses Alsfeld – die Themen und Aufgaben des zu Ende gehenden Jahres waren nicht nur vielfältig, sie waren nach Ansicht von Landrat Görig auch „unbedingt anzupacken, damit unser Kreis zukunftsfähig bleibt“.

Mit dem beschlossenen Haushaltsplan werden schon im dritten Jahr in Folge die Sparziele der Schutzschirmbedingungen eingehalten und das Defizit um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr verringert. Trotzdem stelle man sich den Zukunftsaufgaben und nutze den verbliebenen Gestaltungsspielraum aus, um das Bestmögliche für die Bürgerinnen und Bürger in der Region zu erreichen. „Und das mit Erfolg“, wie Landrat Görig betont. Denn die Daten des Hessischen Wirtschaftsministeriums zeigten deutliche Verbesserungen bei allen wichtigen volkswirtschaftlichen Parametern.

Mit einer Arbeitslosenquote von nur 3,8 Prozent sei ein „herausragendes Ergebnis“ erreicht worden – wofür ein besonderes Lob den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kommunalen Jobcenter KVA galt. Auch die Abwanderung aus dem Kreis konnte gestoppt werden. Die heimischen Unternehmen bieten rund 150 verschiedene Ausbildungsberufe an, einschließlich vieler dualer Studiengänge. „Unsere Firmen können nur bestehen und weiter wachsen, wenn sie die passenden Fachkräfte finden“, so Görig. Deshalb stehe auch die Fachkräftesicherung endlich ganz oben auf der Tagesordnung, und eine Koordinierung aller Akteure in diesem Bereich wurde eingeleitet.

Die Wirtschaftsförderung wurde enorm gestärkt: Getragen von allen Gesellschaftern der Regionalentwicklungsgesellschaft wurde die Vogelsberg Consult GmbH auf wirtschaftlich sichere Füße gestellt. Eine starke Wirtschaftsförderung sei nötig, um die begonnene Aufholjagd fortzuführen und zu verstärken, so Görig.

Der Vogelsbergkreis ist wieder eine der 24 anerkannten Modellregionen und erhält bis 2020 rund zwei Millionen aus dem LEADER-Förderprogramm. „Wir haben allen Grund, selbstbewusst und mutig als moderne ländliche Region aufzutreten – nach innen und nach außen.“ Görig verweist auch auf innovative Projekte wie die Mobilität im ländlichen Raum: In dem Pilotprojekt werden Elektroautos in Schotten, Lautertal-Hopfmannsfeld und Nieder-Gemünden ab Januar unterwegs sein. Das KAFF-Mobil ist eine weitere Innovation: Es wurde für die mobile Jugendbildungsarbeit angeschafft und kommt auf Anforderung kreisweit zu den Jugendlichen.

„Wir stellen uns den demografischen Herausforderungen und packen Veränderungen an. Je früher wir das tun, desto besser können wir dabei aktiv mitgestalten“, sagte der Landrat auch im Hinblick auf anstehende Veränderungen bei der gesundheitlichen Versorgung. Hier werbe die Fachstelle im Gesundheitsamt konkret für das Ansiedeln neuer Ärztinnen und Ärzte, vier junge Frauen und ein junger Mann befinden sich derzeit in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Gemeinsames Handeln ist auch bei der Frage der zukünftigen hausärztlichen Versorgung im Kreis gefragt. Zur Problematik hatte Landrat Görig kürzlich die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zum Gespräch geladen, im kommenden Jahr wird weiter an einem gemeinsamen Konzept gearbeitet werden.

Neue Wege eingeschlagen - Interkommunale Zusammenarbeit zukünftig groß geschrieben

Das Kreiskrankenhaus war im vergangenen Jahr immer wieder Thema: Unabhängig von den Fusionsentscheidungen werde es einen Um-/Neubau des Hauses geben, der die zukünftigen Bedürfnisse der Medizin darstelle und die Versorgung in der Region sichere. Zehn Millionen Euro Zuschuss sind dafür im Krankenhaus-Investitionsprogramm vorgesehen, der Kreis will mit weiteren 12 Millionen Euro seinen Beitrag zu diesen notwendigen Investitionen leisten.

„Damit der Vogelsberg lebenswert bleibt und für Menschen jeden Alters attraktiv ist, braucht es sichere Arbeitsplätze, familienfreundliche Angebote und eine gute Infrastruktur“, zählt Görig beispielhaft auf. In diesem Zusammenhang seien das Familienbündnis, der Kreis-Seniorenbeirat und der Arbeitskreis Sozialplanung wichtige Impulsgeber für Verwaltung und Politik. Und zur Infrastruktur gehöre ohne Zweifel der Breitbandausbau, denn ohne schnelles Internet bestehe schnell auch die Gefahr „abgehängt zu werden“. Den Ausbau des Glasfasernetzes hat sich die Breitbandinfrastrukturgesellschaft – kurz BIGO GmbH – mit Landrat Görig als Geschäftsführer auf die Agenda gesetzt.

Neue Wege wurden eingeschlagen, indem beispielsweise in allen Kommunen schulbezogene Jugendsozialarbeit eingerichtet wurde und in vielen Bereichen vernetzter agiert wird – ob in der Erziehungsberatung oder bei anderen Angeboten, die „interkommunale Zusammenarbeit" zwischen Kreis und Kommunen bringe die Region voran, so Görig. Die Vulkan-Sporthalle in Lauterbach konnte nach nur kurzer Bauzeit ihrer Bestimmung übergeben werden und steht auch den Sportvereinen kostenfrei zur Verfügung. Und mit dem Beschluss, die Gesamtschule Schotten zu sanieren und im Anschluss den Schulneubau in Schlitz zu realisieren, seien auch dort „wichtige bildungspolitische Weichen gestellt“.

Zum guten Leben gehört neben alldem auch Kultur – erstmals hat der Vogelsbergkreis in diesem Jahr einen Kulturförderpreis ausgeschrieben und an zwei herausragende Akteure verliehen: Karl Merz aus Schotten und die Show-and-Brass-Band Alsfeld. „Wir haben in unserem Kreis viel mehr als vielen von uns oft bewusst ist. Damit das auch so bleibt, sollten wo immer möglich alle an einem Strang ziehen – nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den vielen ehrenamtlich Aktiven, den Fachleuten aus Verwaltung und Politik können wir die Zukunftsaufgaben erfolgreich anpacken“, ist das Fazit und zugleich der Appell von Landrat Görig.

Beim Energie- und Klimaschutzkonzept, im Personalservice und auch beim Aufbau einer Geodaten-Infrastruktur hat der Kreis bereits den Weg der Interkommunalen Zusammenarbeit beschritten. Auch in Zukunft werde diese Zusammenarbeit zwischen Kommunen erforderlich sein und „ganz groß geschrieben“. Dies gelte in besonderem Maß für die anstehende Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleichs. In den nächsten Wochen entscheide sich, so Landrat Görig, wie der Vogelsbergkreis und die kreisangehörigen Städte und Gemeinden in den nächsten Jahrzehnten finanziell ausgestattet sein werden. Es sei daher enorm wichtig, jetzt alle Chancen zu nutzen, um für die Region eine bessere Ausgangslage zu schaffen. Wenn sich alle Akteure gemeinsam positionierten, aber auch nur dann, werde dies in Wiesbaden auch wahrgenommen.