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Plan: Gesamtschule Schlitz erhält kompletten Neubau „an einem Stück"

20.10.2014 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Landrat und Schuldezernent befürworten „die kostengünstigere und planerisch bessere Lösung"

Die Schulen in Schlitz und Schotten sind beide stark sanierungsbedürftig. Beide Schulen sollen in sechs Jahren „durchsaniert" sein. Dies war vor einigen Monaten vom Landrat und vom Schuldezernenten signalisiert worden. Das wird der Kreis einhalten.

Doch aus dem Plan, beide Schulen in den kommenden sechs Jahren gleichzeitig in Abschnitten und „abwechselnd" Stück für Stück komplett zu erneuern, wird nichts. Dagegen sprechen vor allem finanzielle Gründe. Aber auch die Tatsache, dass eine Sanierung in Abschnitten während des laufenden Schulbetriebs eine schwerwiegende Belastung für Schüler und Lehrer darstellen würde, wiegt schwer. „Wir wollen, dass Schlitz einen kompletten Neubau erhält, und zwar an einem Stück", schreiben Landrat Manfred Görig und Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Für Schuldezernent Zielinski ist es besonders wichtig, in beiden Fällen – in Schotten und in Schlitz – zu nachhaltigen Lösungen zu kommen, die den Anforderungen der Schulen auch wirklich langfristig entsprechen und außerdem während des Baubetriebs die Schüler und Lehrer nicht unnötig belasten. Eine Zwischenunterbringung teilweise in Containern bleibe der Schulgemeinde in Schlitz erspart, wenn von 2018 bis 2020 der Neubau komplett und an einem Stück errichtet werde, so Zielinski. „Die Neubauplanung wird auf der Grundlage des von der Schule entwickelten Raumprogramms – einschließlich einer neuen Aula – erfolgen", unterstreicht der Erste Kreisbeigeordnete.

Finanzdezernent Görig weist auf die große Herausforderung hin, die beiden großen Schulen umfassend zu erneuern, obwohl praktisch kein Geld vorhanden ist. Daher sei die „Denk-Variante", Schlitz mit einem sogenannten PPP-Modell abzuwickeln, gestoppt worden. PPP bedeutet: Ein privater Investor baut für den Landkreis – der Landkreis mietet das Objekt „zurück". Ein weiteres Modell, wie es an der Lauterbacher Wascherdeschule praktiziert worden sei, könne der Ergebnishaushalt nicht verkraften. Denn wenn man „bauen lasse" und dann miete, komme auf 20 Jahre hin jährlich ein hoher sechsstelliger Betrag zustande, „der den Schutzschirm sprengen würde".

Im Investitionshaushalt sei der Kreis auf Jahre hin nicht imstande, mehr als 3,5 Millionen Euro jährlich im Kreis zu investieren – für alle Schulstandorte zusammen. Daher müsse man tatsächlich die Prioritäten so setzen, dass alles – „und mit möglichst wenig Steuergeld" – realisiert werden könne.

13 Millionen statt 16 Millionen Euro: Die Tatsache, dass ein Neubau in Schlitz an einem Stück rund drei Millionen Euro billiger werde als die „Stück-für-Stück-Lösung, die dann noch nicht einmal eine Aula hätte" bezeichnet der Landrat als das „Kernargument" der anstehenden Lösung: „Beide Schulen werden wie zugesagt bis 2020 fertig. Aber nur die beschriebene Reihenfolge stellt die Verwirklichung und Bezahlbarkeit sicher", unterstreicht Landrat Görig.

In Schotten sei die Planung schon weiter vorangeschritten, so dass dort im Sommer 2015 begonnen werden könne. „Mit einer Bevorzugung der sozialdemokratischen Bürgermeisterin hat dies nichts zu tun", hebt Görig hervor, der zugleich die „ebenfalls sehr guten Beziehungen zum Schlitzer Bürgermeister" herausstellt. Aktuelle Beeinträchtigungen durch Undichtigkeiten in der Schlitzer Gesamtschule würden selbstverständlich repariert, fügt Schuldezernent Zielinski an.

Bereits im dritten Jahr werde der Schutzschirm nun eingehalten und, so Finanzdezernent Görig wörtlich: „Ich habe nicht vor, den Weg der Haushaltskonsolidierung zu verlassen." Dies auch vor dem Hintergrund, sämtliche Infrastrukturaufgaben des Landkreises verantwortungsvoll „zu stemmen". Das werde so oder so kein leichter Weg.

Der Haushaltsplanentwurf für 2015 sehe in der Finanzplanung für 2016 eine erste Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 1,5 Millionen Euro für die Gesamtschule Schlitz vor, erläutert Landrat Görig. Und während 2016 noch in Schotten gebaut werde, könne gleichzeitig die Planung für Schlitz beginnen, so dass ab 2018 an einem Stück der komplette Neubau bis 2020 errichtet werde.