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Steimelstränke bei Maulbach wird bald ein Trittsteinbiotop

10.10.2014 Von: Pressestelle Vogelsbergkreis

Vogel- und Naturschutzgruppe Maulbach plant gemeinsame Maßnahmen mit der unteren Naturschutzbehörde

Die Vogel- und Naturschutzgruppe 1959 Maulbach e.V. ist Pächterin im Bereich der Steimelstränke in der Gemarkung Maulbach und hat angeregt, die Fläche zu revitalisieren. Bei einem Ortstermin wurden die Maßnahmen besprochen, die nötig sind, um nach Abschluss aller Arbeiten ein weiteres Trittsteinbiotop in der Maulbacher Gemarkung zu haben.

Die Steimelstränke liegt etwas mehr als einen Kilometer vom knapp 46 Hektar großen Naturschutzgebiet „Im Lützelgrund bei Maulbach“ entfernt. Der Lützelgrund wurde wegen des reich strukturierten Vegetationsmosaik unter Schutz gestellt: Blockschuttbereiche mit überregional seltenen Sommerlinden-, Hang- und Schluchtwaldbeständen in unterschiedlichen Wachstumsstadien findet man dort ebenso wie artenreiche Feucht- und Frischwiesen mit einer Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten, so dass eine Vernetzung erreichbar ist.

In früheren Zeiten wurden in der Steimelstränke Steine abgebaut, der Abbau ruht aber bereits seit einigen Jahrzehnten. Auf einer Fläche von rund 250 Quadratmetern sammelt sich zeitweise viel Regenwasser und bietet der heimischen Tier- und Pflanzenwelt einen interessanten Lebensraum. Durch aufwachsende Bäume und Sträucher wird die Fläche aber zunehmend beschattet und durch abfallendes Laub sowie Gehölzeinträge beeinträchtigt.

Bernd Fiedler, Helmut Artl und Dr. Wolfgang Seim von der Vogel- und Naturschutzgruppe Maulbach, Markus Wörner vom Sachgebiet Wasser- und Bodenschutz sowie Wolfgang Dahmer und Marco Schuster vom Sachgebiet Naturschutz/Immissionsschutz beim Vogelsbergkreis haben mehrere Etappen festgelegt, in denen Gehölze beschnitten und weitere Pflegearbeiten vorgenommen werden sollen.

„Zunächst ist die Rücknahme des Gehölzbewuchses im östlichen und westlichen Abbaubereich bis maximal an die Abbaukante vorgesehen, wobei alle stärkeren und gesunden Bäume geschont werden“, erläutert Wolfgang Dahmer. Dafür soll aus Richtung Osten kommend auch eine Zufahrt für Bagger und LKW geschaffen werden. Die beim Gehölzschnitt anfallenden Materialien sollen möglichst nicht vor Ort verbrannt sondern als Energieholz genutzt werden.

Der Gehölzrückschnitt wird auf einem Teil der Fläche in der Zeit von Oktober bis Ende Februar ausgeführt. Weitere Gehölzpflegearbeiten werden dann im Herbst 2015 / Winter 2016 realisiert von Mitgliedern der Vogel- und Naturschutzgruppe Maulbach. Im Anschluss daran sind die nötigen Arbeiten zur temporären Wasserfläche vorgesehen. Mit dem Projekt soll auch eine Hilfestellung zur Ansiedlung des Laubfrosches gegeben werden.