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Landkreis und Kommunen wollen Geodaten gemeinsam nutzen

16.09.2014 Von: Amt für Bodenmanagement Fulda

Das Bild zeigt die Teilnehmer der letzten Sitzung des Runden Tisches am 10.07.2014: Vertreter der Kommunen, des Landkreises, RP Gießen, Ämter für Bodenmanagement Fulda und Homberg/Efze; Hinten v.l.: Henrik Allendorf, Bernd Klein, Marco Schuster, Dorothea Schwarze, Sandra Diehl, Holger Schindler, Andreas Rüb, Alf Sobieray, Katja Braun, Wolfgang Keil, Sascha Spielberger; Vorne v.l.: Werner Schäfers, Ulrike Wehner, Christiane Müller, Udo Harzer, Anja Seibert, Jürgen Bittmann, Iris Rohrbach. Es fehlen: Michael Beyer, Tobias Diehl, Angelika Haber, Lutz Hammerstädt, Melanie Hempel, Frank Hübl, Erich Kranz, Wolfram Mohr, Jörg Saller, Klaus Wahl, Martin Wedler

Für Bürger, Investoren, Wirtschaft und Politik

Die Städte und Gemeinden im Vogelsbergkreis wollen gemeinsam mit dem Landkreis eine Austauschplattform für Geodaten aufbauen; langfristig soll sie sich zu einer Informationsplattform rund um den Vogelsberg für Bürger, Investoren, Wirtschaft und Politik entwickeln.

Mit der aufwändigen Suche nach Plänen und Karten, die oft in verschiedenen Abteilungen oder Standorten und nur analog vorliegen oder nicht mehr aktuell sind, ist bald Schluss. Städte und Gemeinden des Vogelsbergkreises und der Landkreis wollen ihre Geodaten zukünftig digital führen und gemeinsam nutzen. Sie wollen eine so genannte regionale Geodaten-Infrastruktur (GDI) aufbauen.

Geodaten sind digitale Informationen, die einen Raumbezug haben und so einem Punkt oder einer Fläche auf der Erdoberfläche zugeordnet werden können. Durch die Verschneidung von verschiedenen Fachdaten können raumbezogene Abfragen, Auswertung und Analysen z. B. im Bereich Naturschutz, Lärmschutz oder Bauleitplanung durchgeführt werden. Vorliegende Geodaten können beispielsweise im Bereich Naturschutz mit den Fachdaten der Bauleitplanung für den Bau einer Straße kombiniert werden, um zu prüfen, ob ein Naturschutzgebiet betroffen ist.

Vereinfachter Datenaustausch und -zugriff

Natürlich kennt auch Landrat Manfred Görig die Vorteile, die eine GDI bietet: „Durch die gemeinsame Datennutzung wird nicht nur das Verwaltungshandeln effizienter, sie stärkt auch die interkommunale Zusammenarbeit. Das zeigt sich schon bei der gemeinsamen Konzeption der GDI.“ Mit einer GDI wird der Datenaustausch untereinander wesentlich vereinfacht und alle Beteiligten können mit geringem Aufwand auf die zusammengeführten Daten über das Internet zugreifen.

Eine solche gemeinsame Plattform bringt aber nicht nur Vorteile für die internen Verwaltungsabläufe sondern auch für Bürger und Wirtschaft. So können z. B. bei der Planung von Infrastrukturmaßnahmen oder bei der Dorfinnenentwicklung verschiedene Planungsalternativen im Internet dargestellt und so die Öffentlichkeit frühzeitig informiert werden. Schließlich sollen Bürger auch die Möglichkeit bekommen, über das Internet Anträge zu stellen.

Der Zugang zu digitalen Informationen ist somit grundsätzlich unabhängig von Öffnungszeiten. Mit der Schaffung einer GDI kommen Städte und Gemeinden damit auch einer gesetzlichen Vorgabe der EU nach. Die EU-Richtlinie „INSPIRE“ verpflichtet Städte und Gemeinden, ihre vorhandenen Geodaten im Internet zugänglich zu machen, damit die Recherche, Darstellung und das Herunterladen der Daten jedermann möglich ist.

Bestandsanalyse der Daten hat begonnen 

Dieser Herausforderung begegnen die Städte und Gemeinden nun mit Unterstützung des Amtes für Bodenmanagement Fulda. „Wir kennen die Vorgaben der EU-Richtlinie genau und wissen, dass die einzelne Gemeinde bei der Umsetzung sehr gefordert ist“, schätzt Alf Sobieray vom Amt für Bodenmanagement Fulda die Situation ein. „So kam uns die Idee, alle Kommunen an einen Tisch zu holen“, erklärt Udo Harzer vom Vogelsbergkreis.

Im Februar 2013 hat das Amt für Bodenmanagement Fulda gemeinsam mit dem Landkreis den „Runden Tisch GDI Vogelsberg“ ins Leben gerufen, an dem derzeit 15 von 19 Städten und Gemeinden des Vogelsbergkreises teilnehmen. „Wünschenswert wäre es, dass alle Kommunen beim GDI-Projekt mitmachen“, so Landrat Görig. Auch das Regierungspräsidium Gießen ist regelmäßig dabei. Bei den gemeinsamen Sitzungen, die alle zwei Monate stattfinden, erfolgte zunächst ein Wissensaufbau und es wurde mit der Bestandsanalyse der vorliegenden Daten begonnen.

Derzeit werden gemeinsame Datenstandards für das Thema Bauleitplanung erarbeitet. Weitere Themen werden folgen. Eine interkommunale Zusammenarbeit, wie sie hier erfolgt, wird sogar vom Land Hessen mit einer finanziellen Förderung belohnt, die beim Aufbau der Geodaten-Infrastruktur mit einfließen kann. Der Förderantrag soll sobald wie möglich auf den Weg gebracht werden, erste Vorarbeiten dafür wurden bereits geleistet. Langfristig möchte man eine Informationsplattform rund um den Vogelsberg für Bürger, Wirtschaft und Politik aufbauen.

Weitere Infos unter www.gdi-infotour.de.